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Aletschgletscher Schaurige Masken und sanfter Tourismus

 ·  Die Lötschentaler Holzmaskenschnitzer sind weithin bekannt für schaurige und lustige Larven. Und das Hochzeitsdessert so lecker, dass es auch an anderen Tagen serviert wird.

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Wer im Lötschental Urlaub macht, der sucht nach Ruhe. Es liegt am westlichen Ende der Unesco-Region unter dem Bietschhorn. Die Urlaubsgäste in dem kleinen Weiler Blatten, der nur 320 Einwohner zählt, wohnen meist in Ferienwohnungen, in Chalets oder in einem der rund 18 Hotels.

Seinen Namen hat das Dorf von der Bauweise der traditionellen Holzhäuser. Sie ruhen auf Sockeln aus aufeinander geschichteten Steinplatten. Das Skigebiet an der Lauchernalp ist zwar übersichtlich, die Abfahrten haben es aber in sich. Demnächst soll eine neue Bergstation entstehen, die sich den Auflagen der Unesco fügen muss. Sie darf aus dem geschützten Gebiet nicht einsehbar sein.

Tauschhandel in der gemeinschaftlichen Sennerei

Sanfter Tourismus wird hier nicht erst seit der Ernennung zum Weltnaturerbe betrieben. Führungen durch ein altes Sägewerk und durch eine alte Mühle veranschaulichen das Leben in dem Walliser Tal vor rund 100 Jahren. Einige der alten Traditionen sind lebendig geblieben. So bringen noch heute die Bauern auf den Rücken ihre Milchkannen zur Gemeinschaftssennerei und tauschen dort ihre Milch gegen Käse.

Käse und andere regionale Produkte kommen auch in einigen Hotels auf den Tisch. Das Hotel Edelweiß beispielsweise (Übernachtung mit Frühstück ab 67 Euro) verwendet ausschließlich regionale Bio-Erzeugnisse. Hotelier Lukas Kolbermatten: "Durch den Verzehr regionaler Naturprodukte soll der Gast den Naturgedanken mit nach Hause nehmen." Der Käse stammt aus der angrenzenden Sennerei, ebenso ist das Fleisch aus der Region, und im Brotkorb duftet dunkles, würziges Roggenbrot, das mit frischer Fassbutter am besten schmeckt.

Nicht nur zur Hochzeit

Das so genannte Hochzeitsdessert aus getrockneten Trauben, getrocknetem und gewürfeltem Roggenbrot, Wein, Holundersirup und Schlagsahne wird nicht nur bei Hochzeiten serviert. Dazu schmeckt Walliser Wein. 47 Rebsorten sind es insgesamt, am bekanntesten sind der weiße Fendant und der rote Dôle.

Echtes Brauchtum pflegen auch die Lötschentaler Holzmaskenschnitzer. Sie stellen die bekannten Tschäggätta-Larven her. Die Legende besagt, dass die Tschägätta-Masken früher für Raubzüge verwendet wurden. Heute tragen die Lötschentaler die Masken beim alljährlichen Festzug am Samstag vor Aschermittwoch zur Schau.

Wertvolle Larven

Das größte Maskenrepertoire hat die Schnitzerei von Agnes und Ernst Rieder. Seit 30 Jahren machen sie aus dem wertvollem Arvenholz schaurige, traurige und lustige Larven. Die verwendeten Zähne stammen von Kühen, die angeklebten Felle von Schwarzhalsziegen oder Schwarznasenschafen. Früher bemalte man die Masken statt mit Farben mit Tierblut und Gemüsefarben.

Normale Larven kosten zwischen 60 und 80 Euro, die bis zu 1,80 Meter großen Traglarven kosten zwischen 250 und 1.500 Euro. Ernst Rieder hat die Masken im Geschäft an den Wänden drapiert. Besonders schöne Ausstellungsstücke hat er im Keller untergebracht. Die älteste Maske ist über 100 Jahre alt.

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