Das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, ist am Samstag zu Erprobungsflügen auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Die Maschine mit der Seriennummer 007 kam aus dem Airbus-Standort Toulouse und wurde von zahlreichen Schaulustigen auf dem Rhein-Main-Flughafen empfangen. Gegen 11.36 Uhr kam das größte Passagierflugzeug der Welt an, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. 750 Zuschauer verfolgten das Geschehen von der eigentlich wegen Reparaturarbeiten geschlossenen Besucherterrasse aus, die eigens für das Spektakel geöffnet wurde.
Der 560-Tonnen-Koloss landete bereits zum zweiten Mal in Frankfurt. Am 29. Oktober 2005 war das doppelstöckige Flugzeug zum ersten Mal in Frankfurt gelandet, um die Abfertigung zu testen. Auch diesmal kam der A380 aus dem Stammwerk in Toulouse nach Deutschland, um seine Alltagstauglichkeit mit umfangreichen Tests zu prüfen, was am Sonntag geschehen soll. Der Frankfurter Flughafen verfügt bereits in beiden Terminals über spezielle Flugsteige und ein Schleppfahrzeug, das ebenfalls unter realistischen Bedingungen getestet werden soll.
500 Passagiere und 23 Stewardessen an Bord
In den folgenden Tagen plant Airbus-Kunde Lufthansa außerplanmäßige Flüge nach New York und Chicago, Hongkong, Washington sowie München, die von den ersten voll qualifizierten A380-Piloten der Fluggesellschaft zusammen mit Airbus-Testpiloten geflogen werden sollen. Erstmals werden auch 500 Passagiere und 23 Stewardessen an Bord sein. Unter den Fluggästen sind vor allem Airbus- und Lufthansa-Mitarbeiter, auf dem Sonderflug nach Hongkong sind auch Teilnehmer eines Radio-Gewinnspiels dabei. Bei den Langstreckenflügen sollen unter anderem Klimaanlagen, Beleuchtung und Unterhaltungselektronik getestet werden. Am 28. März soll der A380 zurück ins Airbus-Stammwerk nach Toulouse fliegen.
Lufthansa hat 15 Exemplare des A380 bestellt und erwartet die erste Maschine im Jahr 2009. Probleme bei der Kabelverlegung und die daraus resultierenden Lieferverzögerungen haben den europäischen Flugzeugbauer in eine Krise gestürzt und Airbus 2006 Verluste von mehr als einer halben Milliarde Euro beschert. Auch in diesem Jahr werden rote Zahlen in ähnlicher Größenordnung erwartet.