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Aids-Medikamente Ärzte in Südafrika bekennen sich zu Patentbruch bei HIV-Behandlung

29.01.2002 ·  Aids ist in Südafrika häufigste Todesursache - dennoch blockiert die Regierung die notwendige medizinische Hilfe.

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Die internationalen Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF), Oxfam und Treatment Action Campaign (TAC) haben Südafrikas Regierung wegen ihrer zögerlichen Aids-Politik unter Druck gesetzt. Am Dienstag wiesen sie in Johannesburg auf die erfolgreiche Behandlung südafrikanischer Aids-Patienten mit Medikamenten zu erschwinglichen Preisen hin. Die das südafrikanische Patentrecht verletzenden Medikamente stammten aus Brasilien, wo sie der Hersteller FarManguinhos zum Bruchteil des üblichen Preises anbiete. Der Preis für die tägliche Behandlung eines Patienten sinke damit von 3,20 Dollar (3,71 Euro) auf 1,55 Dollar.

„Damit zeigen wir, dass es möglich ist, auch unter einfachen Bedingungen HIV-und Aids-Patienten antiretroviral zu behandeln“, sagte der MSF-Mediziner Eric Goemare. Menschen, die keine Hoffnung mehr hatten, könnten so wieder ein normales Leben führen. „Diese Medikamente können sicher und effektiv in Südafrika angewendet werden, und als Ärzte haben wir die Pflicht, die Behandlung so vielen wie möglich zukommen zu lassen“, betonte Goemare.

Weitere Initiativen entstehen

Angesichts wachsender Frustration des medizinischen Personals durch das fehlende Handeln der nationalen Regierung entstünden überall im Land ähnliche Initiativen, heißt es in einer Erklärung. Im Armenviertel Khayelitsha bei Kapstadt behandelt MSF seit vergangenem Mai 85 Aids-Patienten mit antiretroviralen Medikamenten, 50 davon mit den aus Brasilien importierten preiswerten Nachahmer-Produkten. Sie ermöglichen nach MSF-Angaben für den selben Betrag die Behandlung von doppelt so vielen Patienten.

Die südafrikanische Regierung hatte im vergangenen Jahr einen Erfolg im Kampf gegen mehrere internationale Pharmakonzerne wegen des Imports so genannter Nachahmer-Produkte errungen. Seitdem war sie jedoch wegen ihrer Untätigkeit von ihrem damaligen Verbündeten, der Hilfsorganisation Treatment Action Campaign (TAC), vor Gericht zitiert worden. Dabei ging es um die Weigerung der Regierung, antiretrovirale Medikamente flächendeckend zu erlauben. Das Gericht hatte der TAC Recht gegeben und die Regierung zur Änderung ihrer Politik aufgefordert. Diese legte dagegen Berufung ein. Seitdem hat die Provinz KwaZulu-Natal eigenmächtig die Nutzung dieser Medikamente in den Regional-Hospitälern angeordnet.

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