18.02.2005 · Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der WHO mindestens 61 Bergarbeiter an der Pest gestorben. Hunderte ihrer Kollegen seien mit der Krankheit infiziert und in Panik geflohen.
Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mindestens 61 Bergarbeiter an der Pest gestorben. Hunderte ihrer Kollegen seien mit der Krankheit infiziert, teilte die WHO am Freitag in Genf mit.
Seit dem Ausbruch der Pest vor zwei Wochen seien 7000 Bergleute, die in Zobia Diamanten abbauten, aus dem Gebiet nördlich der Stadt Kisangani geflohen, erklärte die Behörde der Vereinten Nationen (UN). Sie befürchtete, dass sich die Krankheit durch die Geflohenen ausbreiten könnte. Kisangani ist die drittgrößte Stadt des Landes und ein Handelszentrum am Kongo.
Zwei Drittel der Bevölkerung ist geflohen
„Die epidemiologischen Daten sind immer noch unvollständig, aber wir gehen mit Sicherheit von 61 Todesopfern aus", sagte WHO-Vertreter Eric Bertherat. „Das Hauptproblem ist, dass es zu einer Panik kam und wahrscheinlich zwei Drittel der Bevölkerung aus der Region geflohen sind.“
Die Pest ist eine bakterielle Infektionskrankheit und wird durch Flöhe zwischen Nagetieren übertragen. Durch Bisse infizierter Flöhe kann sich auch der Mensch anstecken. Unter Menschen ist eine Verbreitung durch Tröpfcheninfektion möglich. Die Krankheit verläuft der WHO zufolge in 50 bis 60 Prozent der Fälle tödlich, falls sie nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt wird.
Isolierung der Erkrankten nötig
Bei der im ehemaligen Zaire aufgetretenen Form handele es sich vermutlich um die Lungenpest. "Es ist sehr wichtig, die an Lungenpest erkrankten Personen zu isolieren, um eine Ausbreitung der Krankheit unter Kontrolle zu bringen", sagte ein WHO-Experte. Dazu müssten aber die infizierten Menschen gefunden und behandelt werden.
Zehn WHO-Mitarbeiter eines Notfallteams seien am Wochenende mit Antibiotika in den Kongo gereist. Regierungsvertreter des zentralafrikanischen Staates gaben allerdings zu Bedenken, dass die abgelegene Diamantenmine schwer zu erreichen sei. Sie liege in einem Gebiet, das von Rebellen kontrolliert werde und die WHO-Mitarbeiter benötigten für die Weiterreise die Erlaubnis der in der Gegend stationierten UN-Blauhelmtruppen.