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Veröffentlicht: 14.07.2017, 21:58 Uhr

Afghanistan Taliban verbieten Polio-Impfungen

Afghanistan ist eines der wenigen Länder, in denen „Kinderlähmung“ noch eine Gefahr für die Jüngsten der Gesellschaft darstellt. Daran sind auch die Taliban schuld.

© dpa Dieser Junge hat Glück. Er erhält die wichtige Impfung.

Rückschlag im Kampf gegen Kinderlähmung in Afghanistan: Die radikalislamischen Taliban haben Impfkampagnen in Teilen der südlichen Provinz Kandahar gestoppt. Es handele sich um teils dichtbesiedelte Gegenden in vier Bezirken, sagte ein Mitarbeiter der nationalen Anti-Polio-Kampagne, Hedaiatullah Staneksai, am Freitag. Teilweise dauere die Blockade schon drei Monate.

In Kandahar wurde am Donnerstag der fünfte Polio-Fall in Afghanistan in diesem Jahr identifiziert: ein 18 Monate altes Mädchen. Das Kind lebt in einem Bezirk, der von dem Impfbann betroffen ist. Hinter dem Verbot steckt offenbar Misstrauen gegenüber den Regierungsdelegationen, die in den von Taliban kontrollierten Gebieten von Haus zu Haus gehen. Die Taliban hielten die Mitarbeiter für Spione und wollten eigene Leute in den Teams, sagte Staneksai. Der Leiter der afghanischen Anti-Polio-Kampagne, Nadschibullah Safi, bestätigte am Freitag, dass es in Kandahar Verhandlungen gebe.

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Die Taliban hätten schon zuvor Mitglieder in Impfteams entsandt. „Es sind Leute mit Zugang, und wir brauchen diesen Zugang“, sagte Safi. Nach Angaben des amerikanischen Militärs sind derzeit rund elf Prozent des Landes unter Kontrolle der Taliban, weitere 30 Prozent sind umkämpft. Nach mehreren Impfkampagnen ist die Zahl neuer Polio-Erkrankungen in Afghanistan stetig zurückgegangen. 2015 wurden 20 Fälle erfasst, 2016 noch 13. Bisher gebe es auch 2017 weniger Fälle als bis zur Jahresmitte 2016, sagt Safi. Afghanistan ist neben Pakistan und Nigeria eines von drei Ländern auf der Welt, in denen es noch neue Fälle der hochansteckenden Viruserkrankung gibt.

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