23.06.2009 · Die französische Regierung hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Schiffe Signale der Black Box von Air-France-Flug 447 empfangen haben. Militärschiffe hätten Geräusche gehört, sie stammten aber nicht vom Stimmenrekorder.
Die französische Regierung hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach Schiffe Signale der Black Box von Air-France-Flug 447 empfangen haben. Französische Militärschiffe hätten Geräusche gehört, sie stammten aber nicht vom Stimmenrekorder oder dem Flugschreiber, sagte eine Assistentin von Verkehrsminister Jean-Louis Borloo am Dienstag.
Die Zeitung „Le Monde“ hatte zuvor berichtet, Schiffe hätten Signale der Black Box empfangen. Ein Mini-U-Boot, die „Nautile“, sei am Montag getaucht, um aufgrund eines „sehr schwachen Signals“ nach der Black Box zu suchen. Die Zeitung nannte in dem auf ihrer Website veröffentlichten Bericht keine Quelle oder andere Einzelheiten.
Der französische Airbus A330 stürzte in der Nacht zum 1. Juni nach dem Start in Rio de Janeiro mit Ziel Paris vor der Nordostküste von Brasilien ins Meer. Dabei kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben, unter ihnen auch 28 Deutsche.
Ob die Signalgeber noch an der Black Box sitzen?
Eine „Black Box“ besteht aus zwei Geräten - einem Stimmenrekorder, dem Cockpit Voice Recorder, und dem eigentlichen Flugdatenschreiber, dem Flight Data Recorder. Während der Stimmenrekorder die Kommunikation der Piloten aufzeichnet, speichert der Flugdatenschreiber alle wesentlichen Angaben wie Geschwindigkeit, Kurs, Flughöhe, Neigungswinkel, Stellung der Ruder und der Klappen sowie Daten der Triebwerke. Beide Geräte, so groß wie Handkoffer und leuchtendorange, sind meist im Heck eines Flugzeugs eingebaut, das bei Abstürzen weniger zerstört wird. Von einem Sicherheitsbehälter geschützt, können ihnen heftige Stöße, Feuer und Wassertiefen bis zu 6000 Meter nur wenig anhaben.
Noch ist unklar, ob die Signalgeber noch an der Black Box sitzen. Der Chef des französischen Amts für Unfallanalyse BEA, Paul Louis Arslanian, hatte kürzlich erklärt, es sei durchaus möglich, dass sich die Sender beim Aufprall von der Box gelöst hätten.
Noch Energie für etwa eine Woche
Von den Flugschreibern wird Aufschluss über die Ursache des Absturzes erhofft. Die Absturzursache ist bislang ungeklärt. Jeder Flugschreiber ist mit einer Vorrichtung zum Auffinden ausgestattet, einem Underwater Location Beacon (ULB). Beim Kontakt mit Wasser setzt es automatisch akustische Signale ab - ein „Ping“-Ton mit einer Frequenz von 37,5 Kilohertz. Die Stromversorgung reicht ungefähr 30 Tage. Die Signalgeber der beiden Flugschreiber haben somit noch Energie für etwa eine Woche.
Die Suche hatte sich auf einen Umkreis von 70 Kilometern um den Ort der letzten Positionsbestimmung des Unglücks- Airbus herum konzentriert, etwa 850 Kilometer nordöstlich des Archipels Fernando de Noronha.