http://www.faz.net/-gum-8pkf1

Gleichstellung : 83 Prozent der Deutschen befürworten die Ehe für alle

  • Aktualisiert am

Zwei Männer sitzen bei ihrer Trauung in der Marienkirche in Berlin vor dem Altar (Archivbild vom August 2016): Die Mehrheit der Deutschen findet, dass gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt sein sollten. Bild: dpa

Die meisten Deutschen sind für gleichgeschlechtliche Ehen. Das geht aus einer Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle hervor. Die Mehrheit findet, Homosexualität sollte Unterrichtsthema sein.

          Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland spricht sich einer Studie zufolge für die rechtliche Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Bisexuellen aus. Wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervorgeht, stimmen 83 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass Ehen zwischen zwei Männern oder zwei Frauen erlaubt sein sollen. Zudem bezeichnen 95 Prozent es als gut, dass homosexuelle Menschen gesetzlich vor Diskriminierung geschützt sind.

          Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, forderte in diesem Zusammenhang eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und die vollständige rechtliche Gleichstellung auch bei der Adoption. „Der Gesetzgeber darf nicht länger hinauszögern, was eine Mehrheit längst für selbstverständlich hält“, sagte Lüders. Dass es in Deutschland anders als in 14 Staaten Europas keine „Ehe für alle“ gebe, bezeichnete sie als „ein trauriges Zeichen“.

          In der Schule sollten auch homosexuelle Paare vorkommen

          Auch an den Schulen soll der Studie zufolge das Thema sexuelle Vielfalt stärker berücksichtigt werden. Sieben von zehn Befragten weisen die Aussage, das Ansprechen von sexueller Vielfalt in der Schule verwirre die Kinder in der Entwicklung ihrer Sexualität, eher oder vollkommen zurück. Über 70 Prozent befürworten, dass in der Schule auch homosexuelle Paare vorkommen, wenn es um Liebe und Partnerschaft geht.

          Obwohl die Zustimmung für gleichgeschlechtliche Beziehungen in der Bevölkerung hoch ist, gibt es auch ablehnende Haltungen. Der Studie zufolge empfinden 38 Prozent der Befragten es als „sehr“ oder „eher“ unangenehm, wenn zwei Männer in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigen. 18 Prozent halten Homosexualität für „unnatürlich“.

          Für die Studie wurden rund 2.000 Menschen ab 16 Jahren befragt. Sie gilt als Auftakt des Themenjahres für sexuelle Vielfalt „Gleiches Recht für jede Liebe“ der Antidiskriminierungsstelle.

          Quelle: EPD

          Weitere Themen

          Mädchen in eingestürzter Schule eingeschlossen Video-Seite öffnen

          Erdbeben in Mexiko : Mädchen in eingestürzter Schule eingeschlossen

          Es ist ein Kampf gegen die Zeit und um das Leben der 13-jährigen Frida Sofia, der ganz Mexiko in Atem hält. Das Mädchen ist noch immer in den Trümmern einer eingestürzten Schule eingeschlossen. Helfern gelang es, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Ob sich womöglich weitere Kinder in dem eingestürzten Gebäude befinden, konnten die Helfer zunächst nicht herausfinden.

          Die Wähler haben sich festgelegt

          F.A.Z. Woche exklusiv : Die Wähler haben sich festgelegt

          Drei Viertel aller Wahlberechtigten haben sich laut einer Forsa-Studie entschieden, welche Partei sie am Sonntag wählen werden. Mit großen Überraschungen rechnen die Demoskopen nicht mehr.

          Topmeldungen

          Merkel vor vierter Amtszeit : Die ewige Kanzlerin

          An diesem Sonntag wird Angela Merkel aller Voraussicht nach für ihre vierte Legislaturperiode gewählt. Und spätestens am Montag beginnt die Nachfolgedebatte und die CDU hat ein Problem.
          Stürmische Zeiten: Theresa May muss in Florenz versuchen, ihre Partei und die EU zufrieden zu stellen.

          Brexit-Rede : Theresa Mays italienischer Spagat

          Die britische Premierministerin Theresa May will in einer Rede in Florenz ihre Brexit-Politik erklären. Darin muss sie sowohl die EU als auch ihre Basis zufriedenstellen, um die Partei zu beruhigen.

          Bundestagswahl : Russland rechnet mit Merkel

          In Moskau wird über die Bundestagswahl in viel milderem Ton gesprochen, als über die Präsidentenwahlen in Amerika und Frankreich. Man will Berlin schließlich wieder als Partner gewinnen.
          Will aufrüsten: Irans Präsident Ruhani

          Streit um Atomabkommen : Iran droht Aufrüstung an

          Iran werde niemanden um Erlaubnis bitten, wenn es um seine Verteidigung gehe, sagt Präsident Rohani. Die Ankündigung wirkt wie Öl ins Feuer inmitten eines aufgeflammten Streits um das Atomabkommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.