http://www.faz.net/-gum-13fqu

40 Jahre Woodstock : Liebe und Musik auf der Kuhwiese

Woodstock: Ein großes Fest für „Love & Peace” Bild: dpa

Vierzig Jahre ist es an diesem Samstag her, dass sich eine halbe Million Menschen auf einer Bauernwiese trafen, um drei Tage im Zeichen von „Love & Peace“ zu feiern. Ohne Eliott Tiber wäre es nicht so weit gekommen. Ein Film von Ang Lee erzählt jetzt seine Geschichte.

          Elliot Tiber genießt den plötzlichen Rummel um seine Person. Seine Rolle beim legendären Woodstock-Konzert vor 40 Jahren, findet er, ist viel zu lange nicht angemessen gewürdigt worden. Ohne ihn hätte es Woodstock nicht gegeben, sagt er, weil er den Organisatoren die entscheidende Genehmigung für das Festival verschaffte. Zu Prominenz kam er mit diesem Verdienst damals nicht. Jetzt aber hat Starregisseur Ang Lee („Brokeback Mountain“) Tibers Autobiografie verfilmt: „Taking Woodstock“ kommt am 28. August in die amerikanischen Kinos, Deutschland-Start ist am 3. September.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Im Alter von 74 Jahren steht Tiber nun zum ersten Mal im Rampenlicht: Begeistert erzählt er, wie er bei der Filmpremiere in New York vor ein paar Tagen mit Meryl Streep ins Plaudern kam. Und er träumt schon davon, zur Verleihung der „Oscars“ zu gehen: „Bei den prominenten Leuten in unserem Film haben wir gute Chancen auf Nominierungen.“ Es ist eine späte Genugtuung: „Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet. Man hat mich über Jahrzehnte ignoriert.“

          Drogen überall, aber keine sanitären Anlagen

          Woodstock ist Musikgeschichte. Die Konzerte begannen an diesem Samstag vor 40 Jahren. Musiker wie Janis Joplin und Jimi Hendrix wurden weltberühmt. Das viertägige Festival wurde zum Inbegriff des Hippie-Lebensgefühls von „Love & Peace“. Es zog fast eine halbe Million Menschen an, viel mehr, als die Veranstalter erwartet hatten und bewältigen konnten. So wurde es denn auch chaotisch. Der Verkehr im Umland war lahmgelegt, sanitäre Anlagen fehlten, Drogen waren überall. Und doch ging Woodstock als unschuldiges Fest in die Geschichte ein.

          Elliot Tiber (re.) hatte damals die entscheidende Lizenz für die Musikveranstaltung

          Ohne Elliot Tiber wäre es nicht so weit gekommen. Die Organisatoren hatten Schwierigkeiten, einen Veranstaltungsort zu finden. Viele Gemeinden wollten keineswegs einen Hippie-Ansturm erleben, unter diesen auch die namengebende Stadt Woodstock gut 150 Kilometer nördlich von New York. Tiber hörte von den Sorgen der Konzertmacher und bot seine Hilfe an. Er hatte eine Lizenz für Musikveranstaltungen in der Stadt Bethel etwa 100 Kilometer südwestlich von Woodstock, wo er zusammen mit seinen Eltern das Motel „El Monaco“ betrieb. Tiber brachte die Veranstalter mit dem befreundeten Milchbauern Max Yasgur zusammen, auf dessen Wiesen das Festival schließlich stattfand. Das Motel wurde zum Hauptquartier der Organisatoren. Tiber betrieb dort eine Bar und machte blendende Geschäfte.

          Ein Wendepunkt - auch für Elliot Tiber

          Woodstock sollte nicht nur zu einem historischen Ereignis für eine ganze Generation werden. Das Festival wurde auch zum Wendepunkt für Elliot Tiber, der bis dahin ein unglückliches Doppelleben führte. An Wochentagen feierte er wilde Partys in der Schwulenszene in New York, wo er als Designer arbeitete - sogar bei den Aufständen in der New Yorker Schwulenkneipe „Stonewall Inn“ ein paar Monate vor Woodstock war er dabei. Am Wochenende half er brav im Motel seiner Eltern mit, die keine Ahnung von seiner Homosexualität hatten.

          Weitere Themen

          Alkohol, Grillfleisch und Blasmusik Video-Seite öffnen

          Festival in Guca : Alkohol, Grillfleisch und Blasmusik

          Das kleine Städtchen Guca in den Bergen Zentralserbiens: hier wird in einem mehrtägigen Festival das beste Orchester ermittelt - eine ausgelassene Veranstaltung, zu der mittlerweile hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland nach Guca pilgern.

          Topmeldungen

          Erst das Vergnügen, dann die Entscheidung: Zwei Abiturienten beim Feiern nach der letzten schriftlichen Prüfung im vergangenem Jahr.

          FAZ Plus Artikel: Beratung für die Zukunft : Abi. Was nun?

          Wenn die letzte Klausur geschrieben und das Bier mit dem Kumpel ausgetrunken ist, stehen teure Berater bereit. Sie erklären Abiturienten, was die mit ihrer Zukunft anstellen können. Katrin Hummel hat einen von ihnen begleitet.
          Wer sein Haus kauft, zahlt oft zu viel - vor allem nur fürs kaufen dürfen.

          Immobilien : Regierung will Kauf-Nebenkosten senken

          Rund ein Siebtel zahlen Hauskäufer in Deutschland nur dafür, das Haus kaufen zu dürfen. Die Bundesregierung will das jetzt ändern. Die Grunderwerbsteuer steht aber nicht zur Debatte.
          Der Konzern VF Corp will seine Jeansmarken abspalten.

          Modeindustrie : Goodbye, Blue Jeans

          Das Bekleidungskonglomerat VF Corp. spaltet die Marken „Wrangler“ und „Lee“ ab. Ihnen wird kaum noch Wachstum zugetraut. Aber ein anderer Jeanshersteller schlägt sich glänzend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.