Rodney King, dessen brutale Misshandlung durch die Polizei Anfang der neunziger Jahre zu Rassenkrawallen in der Metropole Los Angeles geführt hatte, ist gestorben. Das bestätigte am Sonntag der Verlag Harper Collins, bei dem im April ein Buch Kings erschien.
Der 47-Jährige sei am Sonntag tot in seinem Swimmingpool gefunden worden, berichtete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf örtliche Behörden. Zur Todesursache gab es zunächst keine näheren Angaben.
Die brutale Festnahme des Afroamerikaners durch die Polizei war auf Video aufgenommen worden. Die Bilder, die zeigten, wie King mit Schlagstöcken misshandelt wurde, waren um die Welt gegangen.
Das Urteil löste umgehend gewaltsame Ausschreitungen aus, die in South Los Angeles ihren Anfang nahmen. Innerhalb von drei Tagen kamen 55 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 wurden verletzt. Auf dem Höhepunkt der Gewalt bat King auf einer Pressekonferenz: „Können wir nicht alle miteinander auskommen?“
Die Polizei wurde von den Unruhen überrascht. Der Aufruhr breitete sich auf Koreatown aus, wo Ladeninhaber sich bewaffneten und Feuergefechte mit Plünderern lieferten. Mehrere schwarze Männer zogen einen weißen Lastwagenfahrer aus seinem Fahrzeug und prügelten ihn fast zu Tode.
Entschädigung in Millionenhöhe
Im Sommer desselben Jahres kam es erneut zu einer Anklage der vier Polizisten. Zwei von ihnen wurden in dem Prozess zu zwei Jahren Haft verurteilt, King erhielt 3,8 Millionen Dollar (3 Millionen Euro) Entschädigung.
In den zwei Jahrzehnten, seit sein Name zum Synonym für die Unruhen geworden war, wurde King mehrfach festgenommen, meist im Zusammenhang mit Alkohol. Später wurde er Manager bei einer Plattenfirma und trat in der Reality-Show „Celebrity Rehab“ auf. Kürzlich sagte er der Nachrichtenagentur AP, er sei ein glücklicher Mann. „Amerika war gut zu mir, nachdem ich den Preis bezahlt und das alles überlebt hatte“, erklärte er. „Dieser Teil meines Lebens ist jetzt der leichte Teil.“
Ein Mensch, kein Held
Helmut Smith (fmsus)
- 18.06.2012, 00:53 Uhr