15.09.2004 · Schlagzeilen machte Prinz Harry bisher eher mit seinen Alkohol-Eskapaden und Frauen-Geschichten. Doch damit soll von nun an Schluß sein. Vater Charles plant die Zähmung des Geburtstagskindes.
Ein Musterknabe war Prinz Harry noch nie. Mit 14 Jahren hatte Prinz Harry seinen ersten Joint geraucht und nicht selten trinkt er einen über den Durst. Das ist eigentlich nicht ungewöhnlich für Briten seiner Generation, aber doch problematisch, wenn man die Nummer drei der Thronfolge ist. Deshalb darf Prinz Harry seinen 20. Geburtstag auch nur verhalten feiern. Vater Charles will es so. Er plant die Zähmung seines widerspenstigen Sprößlings.
Auf Mamas Spuren
Der Stab seines Vaters gibt sich seit einiger Zeit große Mühe, ihn in der Öffentlichkeit in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. So wird er noch in diesem Monat mit einem teilweise selbst gedrehten Film über afrikanische Aids-Waisen im britischen Fernsehen hervortreten. Harry in den Fußstapfen seiner sozial bewegten Mutter Diana - das scheint die neue Strategie der hoch bezahlten PR-Experten in Diensten des Königshauses zu sein.
Mit der Wahrheit nehmen sie es dabei nicht immer ganz genau. So enthüllte Charles' ehemaliger PR-Chef Mark Bolland im vergangenen Jahr einen Deal mit der Boulevardzeitung „News of the World“. Das Blatt hatte herausgefunden, daß Harry Drogen nahm, und wollte darüber berichten. Nachdem Bolland mit der Zeitung gesprochen hatte, änderte sich der Tenor des Artikels: Nun hieß es, mittlerweile rühre Harry keine Drogen mehr an. Der besorgte Charles habe ihn zur Abschreckung für einen Tag in eine Entzugsklinik geschickt, und das habe gewirkt. Im Nachhinein verriet Bolland: Der Klinikbesuch fand in Wahrheit statt, bevor Harry Drogen nahm - nicht danach.
„Dirty Harry“
Manche PR-Leute warnen den Thronfolger nun, das Manipulieren der Medien sei ein gefährliches Spiel. Letztlich könne man Harry wohl am Besten so präsentieren, wie er wirklich sei - ein „Dirty Harry“ mit Charme.
Schlechtes Abi - Zukunft ungewiß
Auch hinter Harrys beruflicher Zukunft steht noch ein dickes Fragezeichen. Harry ist, wie die „Times“ es einmal formulierte, „weniger intellektuell als sein Bruder William“. Nach Recherchen britischer Zeitungen hatte Harry das schlechteste Abitur seines Jahrgangs.
Ihn selbst störte das nicht - er wollte Polo-Profi werden. Doch dieser Wunsch stieß auf ein unerbittliches väterliches Nein. Statt dessen soll Harry jetzt dahin, wohin die Königsfamilie ihre Sprößlinge immer schon schickte: zum Militär. Im Januar tritt der jüngste Sohn von Thronfolger Prinz Charles seine Ausbildung an der Militärakademie in Sandhurst an.