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Geplante Anleihenkäufe der EZB : BIZ warnt vor Hoffnung auf Geldpolitik

Auch wenn die Kurse steigen: Die BIZ warnt vor zu viel Euphorie über die aktuelle Geldpolitik Bild: dapd

Der neue Quartalsbericht der BIZ zeigt, dass gerettete Banken aus der Krise nichts gelernt haben. Die BIZ fordert außerdem Strukturreformen für Südeuropa und warnt vor zu viel Euphorie über die steigenden Aktienkurse.

          Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor zu großen Hoffnungen auf die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit der Ankündigung von Hilfsmaßnahmen durch EZB-Präsident Mario Draghi im Juli seien die Aktienkurse auf der ganzen Welt um 8 Prozent gestiegen und viele Anleihenrenditen seien zurückgegangen, sagte der Chefvolkswirt der BIZ, Stephen Cecchetti, anlässlich der Vorstellung des neuen Quartalsberichts.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Jürgen  Dunsch

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Darüber dürfe aber nicht vergessen werden, dass in den Industrienationen das Wachstum weiter enttäuschend sei und sich die Anzeichen für ein Nachlassen des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern mehrten. Auch nach der „mutigen Ankündigung der EZB“ gebe es immer noch Gründe für unterschiedlich hohe Anleihenrenditen im Euroraum, sagte Cecchetti. Die Länder in Südeuropa litten weiterhin unter Problemen mit ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihren Staatsfinanzen, die mit Strukturreformen bekämpft werden müssten.

          Gefahr nationaler Bankenkrisen nimmt zu

          Die BIZ beobachtet daneben mit Sorge die wachsende nationale Fragmentierung von Bankenmärkten. Generell würden die Banken kleiner, und sie seien auch weniger international vernetzt. Dies sei zwar eine Korrektur vorangegangener Übertreibungen, sagte Cecchetti. Aber die Fragmentierung der Bankenmärkte drohe ein Ausmaß anzunehmen, dass es selbst wieder Anlass zur Sorge gebe, weil die Gefahr nationaler Bankenkrisen zunehme.

          Kritisch befasst sich der Quartalsbericht mit dem Verhalten von Banken, die in den vergangenen Jahren Staatshilfen erhalten haben. Nahezu 500 Milliarden Dollar mussten die zehn wichtigsten Länder der Welt aufwenden, um Banken zu retten, die sich in der Finanzkrise mit Krediten verhoben hatten. Mahnte dies die Banken zur Vorsicht? Blaise Gadanecz (BIZ) und Michael Brei von der Universität Paris 10 ziehen ein ernüchterndes Fazit: „Gerettete Banken reduzierten die Risiken in ihrer Neukreditvergabe nicht erheblich stärker als Banken, die keine staatliche Unterstützung erhielten“, schreiben sie. Insofern sind sie nicht sicherer geworden, sondern vertrauten stattdessen wohl auf die implizite Staatsgarantie.

          In ihrer Untersuchung der Konsortialkredite von 87 großen Banken aus 14 Ländern stellen die Autoren fest, dass später taumelnde Institute grundsätzlich höhere Risiken eingegangen waren. Zwischen 2008 und 2010 riefen dann 40 der 87 Häuser nach dem Staat und mussten mit nahezu 350 Milliarden Dollar aufgefangen werden. Bis September 2010 zahlten die Problembanken etwa die Hälfte der Staatshilfen zurück. Nach den Erkenntnissen in der Studie hatten sie mehr Darlehen gewährt an Adressen mit stärkeren Kredithebeln, kalkulierten mit höheren Libor-Spreads und akzeptierten längere Laufzeiten. In der Wirtschaftskrise mussten ihre Schuldner dann meist stärkere Abschläge durch die Ratingagenturen hinnehmen als diejenigen von nicht geretteten Banken. Zugleich verlangten die Banken offenbar Preise, welche die höheren Risiken nicht im gleichen Maße widerspiegelten. Daran hat sich offenbar nicht viel geändert. Zumindest sehen die Autoren keine Anzeichen für ein höheres Risikobewusstsein in den Banken mit Staatshilfe, als 2009 die Kreditvolumina schrumpften.

          Quelle: F.A.Z.

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