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Galerieaustausch : Brüssel in Köln zu Gast

  • -Aktualisiert am

Brüssel und Köln liegen nicht weit auseinander, räumlich und inhaltlich: Beide Städte setzen sich für den Künstlernachwuchs ein. Jetzt findet zum dritten Mal ein Galerienaustausch statt. Das Ganze nennt sich: BCC, Brussels Cologne Contemporaries.

          Bereits zum dritten Mal tun sich insgesamt neunzehn junge Galerien aus Köln und Brüssel an diesem Wochenende zu den „Brussels Cologne Contemporaries“ (BCC) zusammen. Die Idee hinter der Vernetzung: Aufmerksamkeit für Nachwuchskünstler in beiden Städten zu bündeln und gemeinsame Eröffnungen und Galerierundgänge zu veranstalten. Im Januar des vergangenen Jahres luden die BCC nach Brüssel ein; nun präsentiert man den neuesten Stand der jungen Kunst am Rhein: Brüsseler und Kölner Galerien zeigen ihre Künstler in den Galerien, aber auch in einer großen Gruppenschau in den Räumen eines ehemaligen Bürohochhauses an der Agrippastraße, nun „t.a.t.“ genannt: Temporary Art Tower. Zu entdecken sind zahlreiche künstlerische Experimente.

          Im t.a.t. präsentieren sich, neben der Kölner Auswahl, acht Galerien und Projekträume aus Brüssel: Sébastien Ricou, einer der Gründungsmitglieder der BCC, zeigt die minimalistischen Teppichobjekte des amerikanischen Künstlers August Krogan-Roley; Super Dakota zeigt die abstrakten Gemälde des 1985 geborenen belgischen Malers Manor Grunewald, die aus einem Gewebe sich dicht überlagernder Abnutzungsspuren zu bestehen scheinen, aber tatsächlich aus gefundenen verzerrten Bildern entstanden (je 3300 Euro). Hopstreet zeigt Skulpturen der 1981 in Helsinki geborenen Sara Bjarland. Sie beobachtet außerdem in ihrer Fotoserie „Collapse“, welchen skulpturalen Gehalt eine kaputte Jalousie besitzt (1800 Euro).

          Die Galerie von Marion Scharmann zeigt im t. a. t. die collagierten Fotoarbeiten der 1974 geborenen Martina Sauter, die nach ihrem Studium bei Thomas Ruff in Düsseldorf lebt. Mit ihren geheimnisvoll angedeuteten Plots könnten diese Arbeiten direkt aus dem Film noir stammen – Papiere in einem Umschlag, der heimliche Blick in ein Zimmer, eine Dame mit Hut, ein weißes Auto auf der Straße: die dazugehörige Erzählung mag jeder Betrachter selbst im Kopf zusammenfügen (2000 bis 6600 Euro). Der 1979 geborene Berliner Künstler Marcus Kleinfeld installiert in den Räumen der Galerie Schmidt& Handrup seine allegorischen Bildtafeln aus gefundenem Fotomaterial, die in ihrer poppigen Buntheit gelegentlich an die freskenartigen Werke der britischen Künstler Gilbert+George erinnern (von 900 bis 4500 Euro). Und Sebastian Brandl lädt die Künstler Julia Bünnagel und Timo Behn zu einem scheinbar von aller banalen Weltlichkeit befreiten Spiel von Flächen, Linien und tanzenden Geometrien ein. Die in Köln lebende Bildhauerin Julia Bünnagel, Jahrgang 1977, setzt 78 modulare Strukturen aus Siebdruckplatten zu einer Art Bienenstock zusammen, der in der Galerie von Sebastian Brandl als raumgreifende Architektur funktioniert (21.000 Euro). Im t.a.t. füllen die abstrakten Bilder des 1973 geborenen, in Berlin lebenden Timo Behn in dichter Hängung eine Wand. Seine Gemälde changieren zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und verbinden abstrakte Fragmente mit expressiver Farbigkeit (je 8000 Euro).

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