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Veröffentlicht: 08.07.2017, 08:01 Uhr

Trump und Putin „Liebesgeplänkel mit Autokraten“

In seiner Heimat wird Präsident Trump nach dem Treffen mit Putin angegriffen: Den einen war er zu freundlich zu Russland, den anderen hat er die Wahlbeeinflussungs-Vorwürfe an Moskau nicht entschieden genug angesprochen.

von Frauke Steffens, New York
© AP Zu nah? Donald Trump trifft Wladimir Putin

War der Handschlag Donald Trumps mit Angela Merkel herzlich genug oder ein wenig „awkward“, peinlich also? Galt der Applaus in der Elbphilharmonie dem erfreut lächelnden Trump oder vielleicht doch eher Emmanuel Macron, dem jungen neuen französischen Präsidenten? Und haben Trump und Wladimir Putin bei ihrem Treffen ein Männlichkeitsritual aufgeführt, und, falls, ja, wer behielt dabei die Oberhand? Fragen über Fragen, die auch die Talkrunden in den Vereinigten Staaten beschäftigen. Und die einige Beobachter wütend machen, denn sie finden, dass alle, die sich auf so etwas konzentrieren, wichtigeres verpassen oder herunterspielen.

Putin etwa sei immer noch ein Autokrat, der die Opposition in seinem Land brutal unterdrücke und auf der Weltbühne in erster Linie Legitimation suche, argumentieren Kritiker. Dem russischen Staatschef könne nichts besseres passieren, als dass sich ein amerikanischer Präsident über zwei Stunden lang mit ihm hinsetze, und dann auch noch im kleinen Kreis.

Lawrow: Trump „akzeptierte“ Putins Sicht

„In Hamburg wettert Trump gegen die freie Presse, die über ihn berichtet, aber er veranstaltet ein Liebesgeplänkel mit dem Führer eines Landes, das die amerikanischen und die französischen Wahlen angegriffen hat, das in die Ukraine einmarschiert ist, das beim Abschlachten von Zivilisten in Syrien geholfen hat, das in den Abschuss eines Passagierflugzeugs über der Ukraine involviert war, das Kritiker umbringt und schwule Männer in Tschetschenien verfolgt“, schrieb Nicholas Kristof in der „New York Times“. Es sei keineswegs eine „Ehre“, sich mit Putin zu treffen, urteilte auch die „Washington Post“ über Trumps Wortwahl. Eine solche Zusammenkunft sei lediglich notwendig, etwa, um kleine Erfolge wie den partiellen Waffenstillstand in Syrien zu erreichen.

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Andere waren zufrieden, weil Trump eine wesentliche Forderung seiner Kritiker für das Treffen mit Putin erfüllte: Er sprach die Erkenntnisse amerikanischer Geheimdienste an, wonach russische Kräfte im vergangenen Jahr versucht haben sollen, den Präsidentenwahlkampf zu beeinflussen. Demokratische Kongressabgeordnete hatten noch am Vortag des Treffens an den Präsidenten appelliert, Putin mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Nun werden allerdings Zweifel daran laut, dass Trump tatsächlich so entschlossen und wiederholt nachgehakt hat, wie Außenminister Rex Tillerson es darstellte.

Tillerson schilderte, dass Trump das mehrmals und mit Nachdruck getan habe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte indessen, dass Putin die Vorwürfe zurückgewiesen und Trump das „akzeptiert“ habe. Dabei stören sich viele vor allem an der Formulierung: Wenn Trump Putins Darstellung einfach so „akzeptiert“ hätte, gälte das vielen als allzu weites Entgegenkommen – und vor allem widerspreche Trump damit den Erkenntnissen der eigenen Sicherheitsbehörden.

Jen Psaki, ehemalige Sprecherin des Außenministeriums unter Präsident Obama, schrieb, die Russen hätten Trump eine Falle gestellt – und er sei hineingetappt. Es sei gut für Putin, dass Trump erst in Warschau seinen eigenen Nachrichtendiensten widersprach und sagte, niemand wisse, wer die Wahl beeinflussen wollte. Beim gemeinsamen Treffen habe Trump dann offenbar lockergelassen. Genau das sei Putins Ziel gewesen. „Aus Sicht der Russen ist der Fall damit erledigt“, so Psaki.

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