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Veröffentlicht: 06.07.2017, 12:48 Uhr

Klimaschutz G-20-Staaten auf Abwegen

Hehre Ziele – und wenig dahinter: In einer Studie der Umweltorganisation Germanwatch bekommen alle Teilnehmer des G-20-Gipfels schlechte Noten für ihre Klimapolitik.

© dpa RWE-Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf bei Grevenbroich

Die Teilnehmerstaaten des G-20-Gipfels verfolgen beim Klimaschutz große Ziele – doch in der Realität hinken sie ihnen teils weit hinterher: Kein einziger G-20-Staat befindet sich auf dem rechten Weg, um die Klima-Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Das ergibt jedenfalls eine Studie, die die Umweltorganisationen Germanwatch und New Climate Institute am Donnerstag veröffentlichten. In ihrem Klimaschutz-Index kommt Deutschland wegen seiner nach wie vor starken Kohlenutzung hinter Italien, Brasilien und Frankreich nur auf Platz vier. Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien bilden die Schlusslichter der Rangliste.

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris war 2015 vereinbart worden, die Erderwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad zu begrenzen. Doch die Gruppe der G-20-Teilnehmer sei noch weit von diesem Kurs entfernt, beklagen die Organisationen. Nur einzelne Staaten – sowohl Industrienationen wie Italien, Frankreich und teilweise auch Deutschland, als auch Schwellenländer wie Brasilien oder Indien – deuteten an, wie der Weg aussehen könnte.

Wen zieht Trump auf seine Seite?

Für Deutschland ergibt sich ein gemischtes Bild: Zwischen 2010 und 2014 hatte das Land hohe Zuwachsraten bei Wind- und Solarenergie vorzuweisen. Auch gibt es gute Noten in der internationalen Klimapolitik. Die sehr große Abhängigkeit von der Kohle, insbesondere Braunkohle, und die überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen zusammen mit mittleren Noten für die nationale Klimapolitik verhinderten jedoch eine bessere Plazierung.

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Auf dem G-20-Gipfel, der am Freitag und Samstag in Hamburg stattfindet, wird auch um eine Formulierung zum Pariser Klimaabkommen gerungen. Auf der einen Seite stehen Länder, die den Klimaschutz weiter voranbringen wollen, allen voran Deutschland, Kanda und Frankreich. Auf der anderen Seite stehen die Vereinigten Staaten, deren Präsident Donald Trump erst vor Kurzem aus dem schon unterzeichneten Pariser Abkommen ausgestiegen ist. Wie die „New York Times“ spekuliert, könnte Trump damit bei einigen Staaten von der Türkei bis Saudi-Arabien auf stärkere Sympathien stoßen, als es den Vorreitern recht wäre. Offen bleibt demnach, ob es Bundeskanzlerin Angela Merkel gelingen wird, die Vereinigten Staaten bei dem Thema zu isolieren und die Formulierung ins G-20-Abschlussdokument zu bringen, dass alle anderen Gipfelteilnehmer das Pariser Abkommen als „irreversibel“ ansähen.

Am Mittwoch hatten gleich mehrere Umwelt- und Entwicklungsverbände die G20 zu einer nachhaltigen Politik aufgerufen. Die Gruppe müsse „ihrer globalen Verantwortung für nachhaltige Entwicklung gerecht werden“, forderte Germanwatch. Die Deutsche Umwelthilfe verlangte „ein Zeichen gegen den Klimakollaps“. Die Präsidentin der Hilfsorganisation Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, verwies darauf, dass die Gipfelteilnehmer für mehr als vier Fünftel der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich seien. „Die G20 sind in keiner Weise Vorreiter oder Vorbilder bei der Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens und der Agenda 2030“, sagte Füllkrug-Weitzel.

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Von Justus Bender

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