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Trump trifft Putin : Der Gipfel beim Gipfel

In einem Souvenirladen in Moskau haben sich Donald Trump und Wladimir Putin längst getroffen Bild: AFP

Das erste Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin wird mit Spannung erwartet. Beide Präsidenten haben viel zu besprechen – und nicht nur Amerika fragt sich: Was geschieht, wenn der Bauchmensch auf den Taktiker trifft?

          Wurde der G-20-Gipfel bislang vor allem von den Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Radikalen und der Polizei bestimmt, wird sich das Augenmerk spätestens am Freitagnachmittag auf einen kleinen Gipfel im großen Gipfel richten: Zum ersten Mal werden sich die Präsidenten von Amerika und Russland, Donald Trump und Wladimir Putin, von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzen und miteinander sprechen.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Die Themen, die in den 35 Minuten aufs Tapet kommen dürften, sind vielfältig: Von Syrien über Nordkorea, den Kampf gegen Terrorismus, die Lage in der Ukraine bis zur angeblichen russischen Einmischung in die amerikanischen Präsidentenwahlen im vergangen Jahr werden die beiden mächtigsten Männer der Welt viel zu bereden haben.

          Beim Thema Syrien wird es beiden darum gehen, eine gemeinsame Linie zu finden. Während die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten gegen den syrischen Machthaber Assad vorgehen, ist Russland dessen größter Unterstützer. Der kleinste gemeinsame Nenner könnte in diesem Zusammenhang der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ sein, den beide Seiten als Feind betrachten. Erst am Mittwoch hat der amerikanische Außenminister Tillerson Russland zu mehr Kooperation in Syrien aufgefordert. Seiner Meinung nach könnten die beiden Länder gemeinsam Flugverbotszonen einrichten, um damit Stabilität auf dem Boden zu erreichen. Ob Trump und Putin aber zu einer solchen Einigung kommen werden, ist fraglich. Zu groß sind die Differenzen.

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          In dieser Woche hat sich außerdem das Thema Nordkorea in den Vordergrund gedrängt. Die Amerikaner versuchen seit Jahren, das Regime von Kim Jong-un an der Entwicklung von Interkontinentalraketen und Atomsprengköpfen zu hindern. Bislang setzten sie dabei vor allem auf Diplomatie und Sanktionen, doch hat die amerikanische UN-Botschafterin Haley nach dem neuesten Raketentest von Pjöngjang auch offen von militärischen Optionen gesprochen, zu denen Washington im Notfall bereit wäre. Eine Überlegung, die Donald Trump bei seinem Auftritt in Warschau am Donnerstag nicht kommentieren wollte.

          Trump steckt in einer Zwickmühle

          Russland wiederum hat gemeinsam mit China den Vorschlag gemacht, die Amerikaner sollten ihre Manöver mit Südkorea einstellen, wofür Nordkorea im Gegenzug seine Raketenprogramm beenden solle. Dieser Vorschlag wird für Amerika aber kaum annehmbar sein, zählt Südkorea doch seinen engsten Verbündeten. Auch gilt die Unterstützung von Seoul Trump als Garant dafür, auch in Asien militärisch präsent sein zu können.

          Ein Punkt, bei dem das Verhalten Moskaus im Mittelpunkt steht, wird bei dem Gespräch zwischen Trump und Putin die Lage in der Ukraine und die Annexion der Krim sein. Bei seiner Rede in Warschau hat Trump den Kreml noch aufgefordert, seine destabilisierende Politik Kiew gegenüber zu beenden. In Moskau wurde das zur Kenntnis genommen. Sollte Trump versuchen, in dieser Frage einen Fortschritt zu erreichen, dürfte er bei Putin auf Granit beißen. Zu viel Ansehen hängt für den russischen Präsidenten davon ab, in puncto Ukraine keine Zugeständnisse zu machen, da Russland bis heute bestreitet, in den Krieg in der Ostukraine überhaupt verwickelt zu sein.

          Bauchmensch (links) trifft Taktiker (rechts): Das erste Gespräch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin am Freitagnachmittag wird mit Spannung erwartet. Die Hände haben sich die beiden schon geschüttelt.
          Bauchmensch (links) trifft Taktiker (rechts): Das erste Gespräch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin am Freitagnachmittag wird mit Spannung erwartet. Die Hände haben sich die beiden schon geschüttelt. : Bild: Reuters

          Sollte Putin wiederum versuchen, Trump zur Aufhebung der Sanktionen gegen sein Land wegen der Annexion der Krim zu bewegen, könnte er bei Trump zwar ein offenes Ohr finden. Doch der Präsident ist durch den amerikanischen Kongress gebunden. Der Senat hat kürzlich ein Gesetz beschlossen, das ihm das letzte Wort bei der Aufhebung oder Implementierung von Sanktionen gegen Russland garantiert. Dazu gehört auch die Rückgabe zweier Grundstücke in den Vereinigten Staaten, die die Obama-Regierung als Reaktion auf russischen Hacker-Angriffe konfisziert hatte – mit der Begründung, diese seien zur Spionage in Amerika genutzt worden.

          Der schwierigste Punkt bei dem Gespräch der beiden Präsidenten dürfte aber die angebliche russische Einflussnahme auf die amerikanischen Präsidentenwahlen sein. Trump steckt bei diesem Thema in einem Zwiespalt. Immer wieder hatte er behauptet, es sei nicht klar, wer hinter den Angriffen stecke, auch wenn sich die amerikanischen Geheimdienste sicher sind, dass es Moskau war. Auch hatte er im Wahlkampf immer wieder seine große Bewunderung für Putin ausgedrückt. Doch gegen die Stimmung in Amerika wird er kaum Entscheidungen treffen können.

          Gedämpfte Erwartungen

          Interessant wird das Treffen darüber hinaus, weil zwei völlig unterschiedliche Politikertypen aufeinandertreffen. Putin, der ehemalige Geheimdienstler, gilt als immer gut vorbereitet und als Mann, der seine Interessen knallhart vertritt. Trump wiederum setzt auf sein Bauchgefühl. Seine Methode sei immer gewesen, den Verhandlungspartner so lange unter Druck zu setzen, bis dieser einem alle Wünsche erfülle, hat er einmal gesagt. Damit würde er an Putin jedoch abprallen. Ob über das Gespräch viele Details nach außen dringen, ist ohnehin unklar. So wird nach dem Treffen vielleicht allein die Körpersprache Hinweise auf den Gesprächsverlauf geben können. Wer triumphiert, und wer lässt die Schultern sinken?

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          Im Vorfeld haben auf jeden Fall schon einmal beide Regierungen versucht, die Erwartungen zu dämpfen. Während Putins Sprecher sagte, man solle nichts überstürzen, war von amerikanischer Seite zu hören, es handele sich erst einmal um ein Kennenlernen, das dazu dienen solle, künftige Geschäfte miteinander vorzubereiten.

          Doch egal, ob Trump und Putin nur Smalltalk treiben oder gleich Nägel mit Köpfen machen: Dieses Treffen wird den ersten Tag des G-20-Gipfels überstrahlen.

          Quelle: FAZ.NET

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