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Frankreich : Front National erhält 40-Millionen-Kredit aus Moskau

Front-National-Vorsitzende Marine Le Pen: Kredite aus Moskau sorgen für Erklärungsbedarf Bild: AFP

Die Partei von Marine Le Pen bekommt offenbar noch mehr Geld aus Russland als bisher bekannt: Moskauer Banken zahlen dem Front National deutlich mehr als die 9 Millionen Euro, von denen zunächst die Rede war. 

          Marine Le Pen steht in Russland noch höher im Kurs als zunächst angenommen. Ihre Partei, die Front National (FN), soll für die kommenden Wahlkämpfe mit insgesamt 40 Millionen Euro aus Moskau gestärkt  werden. Das hat die linke Internetzeitung „Mediapart“ herausgefunden, die schon den Neun-Millionen-Kredit an den FN durch die First Czech Russian Bank (FCRB) aufgedeckt hatte. Die Parteichefin hat bislang lediglich das Kreditgeschäft  über neun Millionen bestätigt. Aus der FN-Führungsriege wurde „Mediapart“ jetzt darüber informiert, dass die neun Millionen nur die erste Tranche eines 40-Millionen-Kredits darstellten.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der Finanzberater der Parteichefin, Bernard Monot, sagte, die Partei habe bis zum Präsidenten- und Parlamentswahljahr 2017 einen Finanzierungsbedarf von insgesamt 45 Millionen Euro errechnet. Schatzmeister Wallerand Saint-Just sagte, nach seiner Kenntnis  erhalte die Partei von der FCRB maximal zehn Millionen Euro. Aber „andere Kreditgeber“ aus Moskau könnten einspringen. Der Front National erhält aufgrund  des Wahlergebnisses von Marine Le Pen 2012 (18,5 Prozent der Wählerstimmen)  jährlich 5,5 Millionen Euro aus der französischen Staatskasse. Zuvor beliefen sich die staatlichen Subventionen an den FN auf 1,7 Millionen Euro jährlich.

          Sprachrohr der Kreml-Propaganda?

          Le Pen wies den Vorwurf zurück, mit den Millionen aus Moskau gebe sie ihre Unabhängigkeit auf. Auffällig ist allerdings, dass sie immer offensiver als Sprachrohr der russischen Kremlpropaganda in Frankreich auftritt. Die  Parteichefin  soll kürzlich bei einer geheimen Reise nach Moskau vom Kreml-Chef  empfangen worden sein.

          Le Pen zählt zu den schärfsten Gegnern der europäischen Sanktionspolitik und sagte wiederholt: „Ich bewundere Putin“. Sie plädiert für eine Vertiefung der französisch-russischen Beziehungen und wirft der EU vor, einen neuen Kalten Krieg heraufbeschworen zu haben.

          Putin sei der letzte Verteidiger christlicher Werte in Europa und habe sich nicht von der homosexuellen Lobby unterjochen lassen, so Le Pen.

          Die First Czech Russian Bank gehört dem früheren Finanzchef des Gaskonzerns Stroytransgas, Roman Popov, der Putin nahesteht. Der sozialistische Abgeordnete Razzy Hammadi hat die Regierung aufgefordert, die Finanzierung französischer Parteien durch außereuropäische Kreditinstitute zu untersagen. „Dieser Kredit ist schockierend, inakzeptabel und kann vom Gesetzgeber nicht hingenommen werden“,  sagte der Abgeordnete.

          *In einer früheren Version war in diesem FAZ.NET-Bericht zu lesen, dass an der First Czech Russian Bank auch der Gasmagnat Gennadij Timtschenko beteiligt sei. Dies ist aber nach seinen Angaben nicht der Fall. Timtschenko hielt zu keiner Zeit direkt oder indirekt Anteile an dieser Bank.

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