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Fonds und Zertifikate: Achtung, Wechselkurs! Milch, Reis und Weizenscheffel fürs Depot

17.04.2008 ·  Mit Schweinehälften, Lebendrindern und Getreidescheffeln handeln die Menschen schon seit Urzeiten. Für die meisten Anleger sind Agrarrohstoffe dennoch eine ungewohnte Anlageklasse. Erst die steigenden Preise der vergangenen Jahre, ...Die Dollarschwäche und Rollverluste schmälern trotz steigender Rohstoffpreise die Rendite

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Mit Schweinehälften, Lebendrindern und Getreidescheffeln handeln die Menschen schon seit Urzeiten. Für die meisten Anleger sind Agrarrohstoffe dennoch eine ungewohnte Anlageklasse. Erst die steigenden Preise der vergangenen Jahre, die sich auch im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar machen, sorgen für ein steigendes Interesse an Orangensaftkonzentraten, Mais-Kontrakten und Kaffee-Futures.

So gibt es mittlerweile eine Reihe von Zertifikaten, die sich auf die Preise von Mais, Reis oder gar Milch beziehen. Da der Anleger meist jedoch nicht an der Einlagerung der Rohstoffe in seinem Keller interessiert ist, muss er auf den Kauf der Rohstoffe über Future-Kontrakte an den Terminmärkten ausweichen - also der Preisvereinbarung zur Lieferung einer bestimmten Menge eines Gutes an einem bestimmten Tag.

„Rollen“ beeinträchtigt die Kursentwicklung von Zertifikaten

Damit es jedoch nicht zu einer tatsächlichen Lieferung kommt, müssen die Anleger kurz vor der Fälligkeit in einen anderen Kontrakt wechseln. Dieses regelmäßige "Rollen" beeinträchtigt die Kursentwicklung entsprechender Zertifikate auf Rohstoffe. Eine unmittelbare Partizipation an der Entwicklung des Rohstoffpreises ist daher kaum möglich.

Einer der bekanntesten Indizes für Agrarrohstoffe ist der S&P GSCI Agricultural. Er basiert auf der Preisentwicklung für Weizen, Mais, Sojabohnen, Zucker, Baumwolle, Kaffee und Kakao. Binnen eines Jahres ist der auf Spotmarktpreisen basierende Index um rund 75 Prozent gestiegen. Die für die Anleger über Zertifikate investierbaren Total-Return- oder Excess-Return-Varianten des Agrarindex haben jedoch nur um rund 50 Prozent zugelegt. Dazu kommt noch, dass die meisten Agrarrohstoffe und auch die entsprechenden Indizes auf Dollar basieren. In Euro gerechnet, ist der Anstieg damit deutlich gedämpft. Die nicht währungsgesicherte Variante eines Zertifikats von Goldman Sachs auf den Index (WKN GS3Y80) hat binnen eines Jahres um rund 25 Prozent zugelegt, die währungsgesicherte hingegen (WKN GS8T6W) stieg um 50 Prozent. Dafür sind bei der Währungssicherung die Gebühren in der Regel höher - angesichts des Kursverfalls des Dollar war diese Absicherung in jüngster Zeit allerdings eine gute Investition.

Preise sind vielfältig und häufig schwer vorhersehbar

Die Geldanlage in Produkte auf Rohstoffindizes ist wesentlich weniger riskant als die auf einzelne Rohstoffe. So weisen seit Jahresbeginn die meisten Rohstoffe zwar deutliche Preissteigerungen auf, der Preis für Orangensaftkonzentrat ist jedoch um rund 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Binnen eines Jahres ging der Preis um ein Drittel zurück, während sich zum Beispiel die Preise für Weizen um 90 Prozent, für Mais um 67 Prozent und für Kakao um 30 Prozent erhöht haben. Die Einflussgrößen auf die Preise sind vielfältig und häufig schwer vorhersehbar. So können Trockenheiten oder Unwetter ganze Ernten vernichten oder deren Ausbleiben zu Rekordernten führen.

Aber auch die Geldanlage fern der direkten Partizipation an den Preisen von Agrarrohstoffen über Indizes oder einzelne Rohstoffe ist für den Anleger möglich. So ging die größte deutsche Fondsgesellschaft DWS als eine der ersten im Dezember 2006 mit ihrem DWS Invest Global Agribusiness (WKN DWS0BU) an den Markt. Der Fonds investiert weltweit in Aktien, die ihre Geschäfte in der Agrarindustrie machen oder von ihr profitieren. Schwergewicht im Fonds mit einem Anteil von derzeit knapp 5 Prozent ist die amerikanische Archer-Daniels-Midland, ein Verarbeiter von Getreide und Ölsaaten. Auf Platz zwei folgt der Schweizer Saatgut- und Pflanzenschutzmittelspezialist Syngenta. Ebenfalls stark gewichtet ist der deutsche Zuckerhersteller Südzucker. In den 16 Monaten seines Bestehens hat der in Euro notierte Fonds einen Wertzuwachs von knapp 12 Prozent für die Anleger erbracht. Der Ausgabeaufschlag beträgt 5 Prozent, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,5 Prozent. dmoh.

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