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Fluglärm-Debatte : Condor-Chef stellt Standort Frankfurt in Frage

  • Aktualisiert am

Sieht sich durch das Nachtflugverbot in Frankfurt wirtschaftlich bedrängt: Condor Flugdienst Bild: dapd

Deutschlands größter Flughafen macht aus Lärmschutzgründen nachts sechs Stunden dicht. Die Fluggesellschaft Condor denkt laut über eine Verlagerung von Maschinen ins Ausland nach.

          Der Ferienflieger Condor stellt bei weiter verschärften Lärmschutzauflagen den Flughafen Frankfurt als Standort seiner Flugzeuge in Frage. Es sei sein Job, über Alternativen nachzudenken, wenn nicht mehr wettbewerbsfähig gearbeitet werden könne, sagte Airline-Chef Ralf Teckentrup dem Internet-Portal „hr-online“. Bereits mit den bestehenden Einschränkungen zeigte er sich unzufrieden. „Die Wirtschaftlichkeit der Condor in Frankfurt wird durch das Nachtflugverbot massiv beeinträchtigt.“

          Die Flugzeuge müssten möglichst lange am Tag im Einsatz sein, um wirtschaftlich betrieben werden zu können, erläuterte Teckentrup. Fluggesellschaften aus den Zielgebieten ohne Nachtflugeinschränkungen hätten daher klare Kostenvorteile und würden von den Reiseveranstaltern zunehmend gebucht. Es sei daher ein Thema, ob man Gesellschaften im Ausland gründe, um das Frankfurter Nachtflugverbot zu umgehen. „Wenn Sie eine Fluggesellschaft auf den Kanaren haben, fliegen Sie dort morgens um 3 Uhr los. Da sind Flugzeuge und Crews 20 Stunden am Tag produktiv.“

          Minuten kosten mitunter Millionen

          Teckentrup kritisierte auch die scharfe Nachtstartgrenze um 23 Uhr. Wenn Condor, wie geschehen, an einem Abend mit zwei Langstreckenflügen nicht mehr aus Frankfurt heraus komme, liefen schnell Kosten von einer runden Million Euro auf. Bei einem Jahresergebnis von 45 Millionen Euro seien damit in einer Nacht zwei Prozent des Gewinns perdu.

          Der Condor-Chef bekannte sich zu den laufenden Maßnahmen zur Lärmminderung im Betrieb und verlangte von den Ausbaugegnern ein Entgegenkommen und Einsicht in die Belange der Unternehmen. „Es hat wenig Sinn zu reden, wenn die Lärmgegner sagen: Macht die Landebahn zu oder schließt den Flughafen noch länger.“

          Rentsch sieht „Mahnung“

          Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) bezeichnete die Äußerungen als „Mahnung“. Man werde alles tun, damit Frankfurt wettbewerbsfähig bleibe. Deshalb werde es weitere Betriebsbeschränkungen mit der Landesregierung nicht geben. Weitere Verschärfungen, wie sie unter Rot-Rot-Grün drohten, „wären ein Anschlag auf die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens und der Region.“ Allerdings müsse auch die Luftverkehrswirtschaft den erreichten Ausgleich akzeptieren.

          Am Flughafen Frankfurt gilt seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn im Oktober 2011 ein Nachtflugverbot in der Zeit zwischen 23.00 und 05.00 Uhr, gegen das nur in eng gefassten Ausnahmen verstoßen werden kann. Ausbaugegner verlangen die Schließung der Bahn und eine zeitliche Ausdehnung des Verbots. Condor hat die Hälfte seiner 38 Maschinen in Frankfurt stationiert und zudem seine Firmenzentrale am Flughafen.

          Quelle: LHE

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