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Trotz Mietsteigerung : Die Wohnkosten der Deutschen steigen gar nicht

  • Aktualisiert am

Deutsche Haushalte geben gut ein Drittel ihres Budgets für Wohnen aus. Bild: dpa

Der Immobilienboom lässt in Deutschland die Preise seit Jahren stetig steigen. Trotzdem stecken die Deutschen immer noch nur ein Drittel ihrer Ausgaben ins Wohnen. Was ist da los?

          Die Deutschen beklagen sich über steigende Mieten und Immobilienpreise, die in die Höhe schießen – doch der Anteil der Wohnkosten an ihren Ausgaben wächst nicht. 35 Prozent ihrer Konsumausgaben fließen in Wohnen und Energie, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitgeteilt hat: monatlich im Durchschnit 877 Euro pro Haushalt. Im vergangenen Jahr waren es sogar 36 Prozent. Selbst vor einem Jahrzehnt kamen die Deutschen noch nicht viel billiger davon, im Jahr 2005 machte das Wohnen auch schon ein Drittel des Konsumbudgets aus.

          Wie passt das zusammen? Die eine Antwort ist: Die Deutschen zahlen nicht nur höhere Mieten, sie verdienen auch mehr Geld. Die Konjunktur läuft, die Löhne steigen schneller als die Preise. Entsprechend können die Deutschen auch mehr ausgeben. 2016 flossen durchschnittlich 2480 Euro pro Monat in den Konsum, im Vorjahr waren es noch 90 Euro weniger. Rund ein Drittel davon setzten die Deutschen ein, um steigende Wohnkosten aufzufangen.

          Nicht jeder muss mehr Miete zahlen

          Dazu kommt, dass nicht jeder Deutsche von steigenden Mieten betroffen ist. Nicht jeder wohnt in Ballungsräumen, und selbst in der Großstadt hat noch mancher seinen alten Mietvertrag, in dem sich die Miete über die Jahre kaum erhöht hat.

          Immobilienbesitzer gehen in diesen Durchschnitt nicht ein. Doch wer sein Haus auf Kredit kauft, kann die höheren Immobilienpreise durch niedrigere Kreditzinsen häufig ausgleichen.

          Minihaus : Groß war gestern

          Hartnäckig hält sich eine Faustregel, der zufolge ein Wert von mehr als einem Drittel der privaten Konsumausgaben für den Bereich Wohnen als kritisch angesehen werden sollte, da der Spielraum für andere Ausgaben und die Altersvorsorge geringer werde. Offenbar aber wird diese Faustregel schon seit Jahren überschritten, und die Deutschen sparen an anderer Stelle. In Ballungszentren wie London ist der Anteil der Miete an den Lebenshaltungskosten noch höher.

          Auffällig ist, dass die Haushalte nur relativ wenig von ihren Konsumausgaben für Ernährung verwenden. Nur rund 14 Prozent – im Schnitt 342 Euro – entfielen darauf. Dabei sind Nahrungsmittel zuletzt deutlich teurer geworden und haben die Inflation angetrieben.

          Quelle: casc/Reuters

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