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Window Dressing : Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen

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Window Dressing: Depot-Putz zum Halbjahresende Bild:

Zum Halbjahresende beseitigen Fonds gerne ihre Nieten. Verlustbringer sollen möglichst nicht im Fondsbericht erscheinen.

          Nicht schön, wenn Anleger feststellen, dass in ihrem Fonds genau die Loser-Aktien des vergangenen Halbjahres schlummern, die Outperformer dagegen gar nicht vorhanden sind. Das wissen auch Fondsmanager und erliegen manchmal der Versuchung, die Schmach durch so genanntes Window Dressing zu beschönigen.

          Fonds müssen halbjährlich offen legen, in welche Wertpapiere sie investieren. Beim Window Dressing machen die Verantwortlichen nichts anderes, als ihre schlechten Aktien vor dem Quartalsende zu veräußern, damit diese bloß nicht auf dem Papier erscheinen. Manchmal fahren sie auch nur die Gewichtung bestimmter Aktien hinunter, damit die schlechten Papiere beispielsweise bei den zehn größten Positionen, die Fonds als Service für ihre Kunden regelmäßig veröffentlichen, nicht mehr auftauchen.

          Seltsame Kursbewegungen zum Quartalsende

          Auf der anderen Seite kaufen Manager kurz vor der Halbjahreswende gerne die Werte ins Portfolio, die positiv in aller Munde waren. Schließlich sollen die Anteilseigner glauben, dass der Manager rechtzeitig auf's richtige Pferd gesetzt hat. Daher kommt es zur Jahresmitte und zum Jahreswechsel auch häufig zu Kursbewegungen, die fundamental nicht zu erklären sind.

          Für die Performance des Portfolios ist Window Dressing irrelevant. Denn dabei zählt nur die tatsächliche Wertentwicklung der Papiere. Und Verlustbringer lassen sich nicht so einfach vertuschen. „Früher oder später stolpern Anleger über mögliche Beschönigungen der Fonds“, meint Carsten Klude, Analyst bei M.M. Warburg. Auch spielten diese Austauschmanöver für langfristige Investoren keine Rolle. Oftmals kaufen Manager am Anfang eines neuen Halbjahrs wieder ihre ursprünglichen Positionen zurück. „Und wenn sie von den Outperformern schon vorher überzeugt gewesen wären, dann hätten sie diese schließlich auch schon früher ins Depot genommen“, so der Analyst.

          Widersprüchen nachgehen

          Die Fondsmanager sind in der Zwickmühle zwischen der relativ kurzfristigen Performancemessung und langfristigen Investmentideen. Dennoch sollten Investoren darauf achten, ob die ausgewiesenen Aktien mit der Performance konform gehen. Denn wer zum Halbjahr die vermeintlichen Perlen im Depot liegen hat, insgesamt aber eine negative Performance ausweist, ist zu spät auf den Zug aufgesprungen. Oder aber nur zum Halbjahreswechsel.

          Auf der anderen Seite sollten Anleger nicht der Versuchung erliegen, dass bestimmte Kursbewegungen zum Halbjahresende neue Trends setzen. Vielmehr kann es sich dabei auch um kleine stützende Maßnahmen institutioneller Investoren handeln. Kein Geheimnis ist, dass große Gesellschaften Ende Juni oder Ende Dezember noch einmal ihre Favoriten puschen, um dem Kunden zu beweisen, dass sie die richtige Beratung geliefert haben.

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