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Was treiben die Banken (5) Brandgefahr! Warum Banken ansteckend sind

Banken finanzieren ihre Geschäfte mit Krediten. Kommt eine in Schwierigkeiten, kriegen alle Angst: Und verleihen kein Geld mehr.

© Rüchel, Dieter Vergrößern

Wenn aufgeblasene Erwartungen von Investoren an der Realität zerplatzen wie Seifenblasen in den Händen eines Zweijährigen, dann wird immer eine Menge Geld vernichtet. Das war schon in unzähligen Krisen so. Auch in Amerikas Immobilienkrise. Im Herbst 2008 verloren Banken nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds 500 Milliarden Dollar, weil ihre Wertpapiere, die sich auf Immobilienkredite an Amerikaner bezogen, auf einmal weitgehend wertlos wurden.

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Das ist unvorstellbar viel Geld - und doch ist es nichts dagegen, was Investoren um die Jahrtausendwende passierte. Als die Internet-blase platzte und die Aktienkurse stürzten, gingen dort nicht nur Milliarden, sondern sogar Billionen Dollar an (scheinbarem) Wert verloren. Und doch war es nicht die Internetblase, die eine globale Bankenkrise auslöste, sondern die Immobilienblase.

Wer erklären will, wieso das so ist, der kommt nicht umhin, sich genau mit den Banken zu beschäftigen. Ihrer Struktur kann man das Geheimnis entlocken, wieso es Ansteckungseffekte gibt und wann diese Ansteckung bedrohlich wird. Denn während es während der Internet-Übertreibung vor allen Dingen andere Investoren als Banken waren, die einen Großteil des Geldes in Internet-Werte gesteckt hatten, war das in der Immobilienkrise anders.

Eine Branche wie keine andere

Nicht Privatanleger besaßen die meisten Wertpapiere, die aus den Krediten an die Hausbauer gebastelt wurden, sondern Banken. Damit waren es auch die Banken, die den Großteil der Risiken hatten. Wieso nun sollten Banken eigentlich sensibler darauf reagieren, wenn ihre Papiere an Wert verlieren als andere? Wieso sollte es gefährlicher sein, dass Banken Risiken tragen? War es nicht eigentlich sogar ihr Kerngeschäft, Risiken bei der Kreditvergabe oder beim Wertpapierkauf einzuschätzen und zu managen?

Während der Finanzkrise konnte man leicht den Eindruck bekommen, dass Banken eben per se eine Branche wie keine andere sind. Hoch vernetzt, alle miteinander verbunden durch permanente Geldströme und dadurch sensibel für sogenannte Ansteckungseffekte. Eine Bank entzündet die nächste quer über den Erdball. Natürlich waren solche Ansteckungseffekte in der Finanzkrise zu beobachten: Banken verkauften faule Wertpapiere, die verloren an Wert, und andere Banken, die die Papiere noch in ihren Büchern hatten, gerieten in Bedrängnis.

Allerdings ist genau das Gleiche natürlich auch nach einer platzenden Aktienblase der Fall. Ein Investor, der eine Aktie verkauft, verringert den Wert der Aktie jedes anderen Investors. Wieso also ist das jetzt bei Banken besonders gefährlich? Es sind zwei Dinge, die die Banken in der Immobilienkrise besonders anfällig für Ansteckung gemacht haben. Beide sind nicht im Vermögen der Bank zu suchen, also beim stark geschwundenen Wert der Papiere, die mit dem amerikanischen Häusermarkt zu tun haben. Die Anfälligkeiten lagen eher darin, wie die Banken dieses Vermögen finanziert haben, wie sie sich also selbst finanziert haben.

Hoch verschuldet und höchst fragil

Und da zeigten die Banken während der Krise weltweit zwei Anfälligkeiten: Sie waren hoch verschuldet. Und sie haben sich dabei auch noch sehr viel kurzfristiges Geld aus Quellen geliehen, die leicht versiegten. Es geht also auch bei der Ansteckung im Kern um ein Problem der Überschuldung. Das kann man an einem ganz einfachen Beispiel erläutern. Nehmen wir an, eine Bank hat ein Vermögen von 200 Millionen Euro und zwei Prozent Eigenkapital, also vier Millionen Euro. Verliert das Vermögen auch nur ein Prozent an Wert, also zwei Millionen Euro, so hat das enorme Konsequenzen.

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