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Verluste an den Börsen Die Angst geht um an den Finanzmärkten

26.07.2007 ·  Die Stimmung an den Finanzmärkten trübt sich weiter ein. An den Aktienbörsen rund um den Globus ging es am Donnerstag abermals kräftig abwärts. Die amerikanischen Hypothekenkrise und der Ölpreis lassen die Kurse fallen.

Von Kerstin Papon, Benedikt Fehr
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Die Stimmung an den Finanzmärkten trübt sich weiter ein. An den Aktienbörsen rund um den Globus ging es am Donnerstag abermals kräftig abwärts. Wie schon in den vergangenen Tagen schürten die Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt und die davon in Mitleidenschaft gezogenen internationalen Kreditmärkte die Angst der Anleger.

Der steigende Ölpreis belastete die Börsen zusätzlich. Auf der Suche der Anleger nach Sicherheit waren Staatsanleihen gefragt. Daher legten die Kurse der Rentenpapiere beiderseits des Atlantiks kräftig zu, im Gegenzug gerieten die Renditen unter Druck.

Die Nervosität sei groß

An der Wall Street fiel der Dow-Jones-Index um 1,4 Prozent. Im Sog verlor der Deutsche Aktienindex Dax bis kurz vor Handelsschluss 2 Prozent auf 7534 Punkte. Der Index liegt nun 7 Prozent unter seinem am 13. Juli erreichten Rekordhoch. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel von 4,40 auf 4,33 Prozent, den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Amerikanische Staatsanleihen erbrachten ebenfalls so wenig wie zuletzt Ende Mai.

Aufwärts ging es dagegen für den Ölpreis - und dies, obwohl die jüngsten Benzin-Bestandsdaten in den Vereinigten Staaten positiv überrascht hatten. In London wurde ein Barrel (rund 159 Liter) von der Nordseeölsorte Brent zeitweise mit gut 77 Dollar gehandelt. Das Rekordhoch liegt bei 78,64 Dollar und stammt aus dem August 2006.

An den Kreditmärkten sind die Risikoprämien wiederum kräftig gestiegen. Der „iTraxx Crossover“-Index, das meistbeachtete Barometer für Kreditrisiken, erreichte in der Spitze mehr als 400 Basispunkte, nach 375 Basispunkten am Mittwoch. Die Nervosität sei groß, berichtete Philip Gisdakis, ein Fachmann für Kreditderivate bei Unicredit: „Von Panik zu sprechen, wäre aber übertrieben.“ Zu der Krisenstimmung trug bei, dass es am Mittwoch mehreren Banken wegen der zunehmenden Risikoscheu nicht gelungen ist, einige Großkredite an Investoren weiterzuverkaufen. Wie in einem Teil der gestrigen Auflage berichtet, beschlossen die Deutsche Bank und einige weitere Banken daraufhin, 10 Milliarden Dollar an hochwertigen Krediten, die der Finanzinvestor KKR für die Übernahme des Pharmahändlers Alliance Boots benötigt, auf die eigenen Bücher zu nehmen.

Risikoprämien sind kräftig gestiegen

Um Investoren anzulocken, haben die Banken bei mehreren nachgeordneten Krediten auf eigene Kosten die Risikoprämien heraufgesetzt und den Verkaufspreis gesenkt. Bei Krediten für die Übernahme von Chrysler durch den Finanzinvestor Cerberus gab es ähnliche Schwierigkeiten. Am Donnerstag kursierten Spekulation, dass Cadbury Schweppes den Verkauf seines amerikanischen Getränkegeschäfts wegen der ausgetrockneten Kreditmärkte auf Eis legen könnte. Die Finanzierung der Übernahme von VDO durch Continental sei aber gesichert, hieß es.

An den Märkten wird befürchtet, dass das florierende Übernahmegeschäft nun in eine Flaute gerät. Das könnte den Investmentbanken die Gewinne schmälern, wenn nicht gar Verluste bereiten. Als Ausdruck dieser Besorgnisse sind die Risikoprämien (Credit Default Swaps) für zahlreiche Banken zuletzt kräftig gestiegen.

Risiko steigende Inflation und Zinsen

Nach Einschätzung von Holger Boschke, Chefanlagestratege der Dresdner Bank, werden die Auswirkungen der amerikanischen Hypothekenkrise auf den Finanzmärkten überschätzt. Boschke verwies auf den Bericht der Ratingagentur Moody's vom Vortag, der kein Risiko für die Finanzstabilität sehe. Seit längerem sei bekannt, dass der amerikanische Immobilienmarkt unter Druck stehe, sagte Boschke vor Journalisten.

Aktuell werde jede negative Nachricht, von denen es sicherlich noch weitere geben werde, am Markt stark beachtet. Sollte sich die Krise jedoch ausweiten, könnte dies die Kapitalmärkte und die Konjunktur in Amerika in Mitleidenschaft ziehen. Weitere Risiken für Aktien seien steigende Inflation und Zinsen. Alles in allem sieht die Dresdner Bank an den Weltbörsen Kurspotential. Gründe für den Optimismus sind das robuste Wachstum der Weltwirtschaft und die hohe Liquidität.

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Jahrgang 1967, Redakteurin in der Wirtschaft.

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