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US-Konjunktur Sinkendes Verbrauchervertrauen macht Zinssenkung wahrscheinlicher

 ·  Das amerikanische Verbrauchervertrauen ist weiter in den Keller gerutscht. Möglicherweise ein Anlass für eine baldige Zinssenkung.

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Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die Kraft ihrer Wirtschaft sinkt und sinkt. Der viel beachtete Index des Verbrauchervertrauens rutschte auf 106,8 nach 115,7 im Vormonat. Erwartet worden war ein Stand von 112,1. Der deutliche Rückgang gab den kursierenden Zinssenkungsspekulationen neue Nahrung.

Nach Einschätzung des Leiters des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board, Lynn Franco, deuten die Daten kurzfristig auf eine deutliche Verlangsamung der amerikanischen Konjunktur, aber nicht unbedingt auf eine Rezession hin. Hans-Jörg Naumer von der Dresdner-Bank-Investmenttochter DIT will die Zahlen auch nicht überbewerten, da der Index zwar auf den teifsten Stand seit Juni 1996 gefallen ist, aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau steht. Zum Vergleich: Im Tiefpunkt nach der Rezession von 1990/91 war der Index bis knapp unter 50 gefallen.

Dennoch ist sicher, dass der Index von der amerikanischen Notenbank stark beachtet wird. Nach der Veröffentlichung mehrten sich daher die Stimmen der Analysten, die eine weitere Zinssenkung als unmittelbar bevorstehend bezeichnen. Zumal auch weitere Konjunkturdaten wie der Auftragseingang langlebiger Güter auf eine Konjunkturkrise in den Vereinigten Staaten deuten. Bereits im Januar hatte die Federal Reserve die Leitzinsen zweimal zurückgenommen, um der drohenden Rezession entgegenzuwirken.

Frühe Zinssenkung immer wahrscheinlicher

In den vergangenen beiden Tagen war schon spekuliert worden, dass die obersten Währungshüter vor ihrer turnusmäßigen Sitzung am 20. März die Leizinsen senken würden. Anlass der Spekulationen waren zum einen die sich weiter abzeichnende Rezession in den Vereinigten Staaten und zum anderen Andeutungen aus dem Umkreis der Notenbank, dass Fed-Chairman Alan Greenspan am Mittwoch bei seiner Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus von dem vorbereiteten Redetext abweichen wird. Einige Beobachter glauben, Greenspan werde stattdessen entweder eine bis dahin vollzogene Zinssenkung begründen oder aber sehr klare Andeutungen zum weiteren Zinskurs der Fed machen.

Der ehemalige Notenbank-Gouverneur Wayne Angell, der heute als Chef-Volkswirt für die Investmentbank Bear Stearns arbeitet, hatte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in dieser Woche mit 60 Prozent beziffert. Nach der Veröffentlichung der jüngsten Konjunkturdaten ging Angell sogar noch weiter und schätzte die Wahrscheinlichkeit einer außerplanmäßigen Zinssenkung noch in dieser Woche mit 80 Prozent ein. „Die Fed muss reagieren, wenn sie eine schnelle Erholung der Konjunktur einleiten will“, sagte der Volkswirt im Fernsehsender CNBC.

An den Börsen führte der unerwartet starke Einbruch des Verbrauchervertrauens zu einem kurzfristigen Kursschub. Die scheinbar paradoxe Wirkung wurde von Händlern damit erklärt, dass ein so schlechter Indexstand eine frühe Zinssenkung nur noch wahrscheinlicher mache. Nach einigen Minuten gingen die Kursgewinne jedoch wieder zurück. „Die Wirtschaftslage stimmt die Investoren immer pessimistischer,“ sagte Greg Smith, oberster Investmentstratege bei Prudential Securities.

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