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Unternehmen Quartalssaison in Amerika überrascht positiv

 ·  Die Quartalsergebnisse amerikanischer Unternehmen haben die Erwartungen bisher mehrheitlich übertroffen. Allerdings gibt es keine klaren Indizien, daß sich die Hoffnung auf starkes Gewinnwachstum erfüllen.

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Die Quartalsergebnisse amerikanischer Unternehmen haben die Erwartungen der Wall Street bisher mehrheitlich übertroffen. Allerdings gibt es weiterhin keine deutlichen Indizien, daß sich die Hoffnung der Anleger auf ein starkes Gewinnwachstum in der zweiten Jahreshälfte erfüllen wird. "Es gibt keine starke Bestätigung, daß die Konjunktur und die Gewinnentwicklung in der zweiten Hälfte besser sein werden", resümiert Charles Hill, Analysechef beim Informationsdienst Thomson First Call. Bisher hat rund ein Drittel der im Aktienindex S&P 500 abgebildeten Unternehmen seine Bilanz vorgelegt. Insgesamt haben die Unternehmen nach Angaben von Hill ihre Gewinne bisher um 9,6 Prozent gesteigert.

Nachdem bis zum vergangenen Freitag 158 Unternehmen im S&P 500 ihre Ergebnisse vorgelegt haben, werden in dieser Woche weitere 150 Konzerne die Investoren informieren. Insgesamt rechnen Analysten mit einem durchschnittlichen Gewinnanstieg um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist mehr als noch vor drei Wochen, als sie ein Gewinnwachstum um 5,3 Prozent prognostiziert hatten. Hill, der die Prognosen der Analysten auswertet, rechnet aufgrund dieser Daten am Ende des zweiten Quartals mit einem Gewinnanstieg um insgesamt 10 Prozent.

Wie im Vorjahr haben bis jetzt etwa zwei Drittel der Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings die Zahl der Enttäuschungen deutlich gesunken (siehe Grafik). Obwohl nicht alle Unternehmen die Erwartungen erfüllten, bewerten Investoren die Ergebnisse allgemein als positiv. "Die Nachrichten sind generell gut", sagte Fondsmanager Peter Sorrentino vom Vermögensverwalter Bartlett gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Allerdings bemängelte Sorrentino, daß die Gewinnsteigerungen vornehmlich aus Kostenkürzungen und gesteigerter Effizienz resultierten. "Der einzige Mangel an der Bilanzsaison ist das Umsatzwachstum", sagte der Fondsmanager. Zudem sei der Umsatz häufig von Währungseffekten positiv beeinflußt worden. Der Dollarkurs war im Berichtszeitraum niedrig, was Exporte der Amerikaner billiger machte. Unternehmen wie der Getränkehersteller Coca-Cola machten Währungseffekte teilweise für den Gewinnanstieg verantwortlich.

Viele Unternehmen bekräftigten ihre Ziele für das kommende Jahr. Allerdings hoben sie ihre Prognosen nicht an, was vor dem Hintergrund hoher Erwartungen nicht für wachsendes Vertrauen der Anleger und neues Kaufinteresse sorgen dürfte.

Positiv schnitten vor allem die Finanzdienstleister ab. Die niedrigen Zinsen sorgten etwa bei der Citigroup für wachsenden Umsatz aufgrund von robustem Geschäft mit Kreditkarten und Hypotheken. Unsicher sind nach Ansicht von Investoren vor allem die Aussichten für Anbieter von Informationstechnologie, weil sich noch kein deutlicher Nachfrageanstieg ihrer Firmenkunden abzeichnet. So blieb der Konzernüberschuß des Softwareriesen Microsoft hinter den Erwartungen zurück. Computerhersteller IBM enttäuschte die Umsatzerwartungen der Analysten. Nach Aussage von IBM-Finanzchef John Joyce verschieben Firmenkunden weiterhin große Neuinvestitionen in Software. Nach Aussage von Analyse-Chef Hill sind Technologiewerte daher besonders anfällig für Revisionen seitens der Analysten. "Wir sollten eigentlich bessere Kommentare von den Unternehmen hören", sagte Hill.

Damit der positive Börsentrend fortdauert, müssen die Unternehmen die Erwartungen aber erfüllen, die bereits in den gestiegenen Kursen reflektiert sind. Der S&P 500 liegt in diesem Jahr mit rund 13 Prozent im Plus. Der technologielastige Index der Computerbörse Nasdaq ist sogar um 28 Prozent gestiegen. Die Latte der Erwartungen liegt hoch: Für das dritte Quartal rechnen Analysten mit einem Gewinnwachstum um 13 Prozent. Für das vierte Quartal erwarten sie derzeit eine Steigerung um 21 Prozent. (siehe Kommentar Seite 12)

Quelle: nks., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2003, Nr. 167 / Seite 19
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