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Sparprogramm : Tokio versucht sich an billigeren Olympischen Spielen

Tokio will sich nun Tokio an billigeren Olympischen Spielen 2022 versuchen. Bild: dpa

Die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, macht Druck. Die Olympischen Spiele 2020 in Japans Hauptstadt sollen weniger kosten. Dem Internationalen Olympischen Komitee gehen die Sparbemühungen nicht weit genug.

          Im vergangenen Jahr erregte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe international Aufsehen, als er kurzfristig den geplanten Neubau des Olympiastadions für die Spiele 2020 in Tokio durch die britisch-irakische Stararchitektin Zaha Hadid absagte. Der Grund waren die Kosten, die sich auf etwa 260 Milliarden Yen (rund 2 Milliarden Euro) nahezu verdoppelt hatten. Ein neuer Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben. Es gewann der japanische Architekt Kengo Kuma. Die Kosten für das Stadion sollen nun auf 149 Milliarden Yen gedeckelt werden und die Bauarbeiter müssen sich mehr sputen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Tokios erst im Sommer gewählte neue Gouverneurin Yuriko Koike macht mit ihrem olympischen Sparprogramm international weniger Schlagzeilen. Doch hat die erste Frau an der Spitze der Metropolregierung den Finger in eine klaffende Wunde rasant steigender Kosten für die Spiele gelegt. Auf mehr als 3 Billionen Yen (25 Milliarden Euro) schätzte die Stadtregierung nach Koikes Amtsantritt die Kosten der Spiele. Das wäre mehr als das Vierfache der ursprünglich genannten Summe. Koike zog die Notbremse und nahm sich publikumswirksam vier Wettkampfstätten vor, um Kosten zu senken.

          Wenige Wochen später und die ersten Erfolge sind sichtbar. Eine neu zu bauende Halle für die Schwimmwettbewerbe erhält nur noch 15.000 Sitze, 5000 weniger als zunächst geplant. Die Strecke für die Ruder- und Kanuwettkämpfe wird entgegen Koikes Idee zwar nicht in die Tsunami-Gebiete im Norden Japans verlegt, sondern wie ursprünglich geplant in der Bucht von Tokio gebaut. Doch fanden sich Mittel, die Kosten von 50 Milliarden auf 30 Milliarden Yen zu senken.

          Offen ist noch das Schicksal der Volleyballhalle, die in Tokio neu gebaut werden soll. Koike erwägt, eine bestehende Halle in Yokohama, südlich von Tokio, aufzurüsten. Das käme erheblich billiger, würde aber die Idee der Spiele der kurzen Wege dehnen. Bedenken dagegen gibt es nicht nur bei Fachsportverbänden, sondern auch beim nationalen Vorbereitungskomitee. Doch sind auch schon andere Wettkampfstätten aus Tokio heraus verlegt worden, um Kosten zu drücken.

          Das nationale Vorbereitungskomitee schlug in den jüngsten Gesprächen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK) vor, die Kosten für Tokio 2020 auf 2 Billionen Yen (16,5 Milliarden Euro) zu begrenzen. Das wäre immer noch mehr als das Doppelte der ursprünglich genannten Summe. Die Antwort der internationalen Olympioniken war eindeutig. Der Vizepräsident des IOK, John Coates, sagte in Tokio, er glaube, dass das Budget der Spiele „bedeutend kleiner“ sein könne. Sein Motiv sind wohl weniger die Interessen der japanischen Steuerzahler. Doch wenn Tokio 2020 zu teuer wird, wird es dem IOK noch schwerer fallen, Städtebewerber für künftige Olympische Spiele zu finden.

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