Nach den Terroranschlägen werden die US-Aktienmärkte vorerst nicht öffnen. Lediglich der Handel mit festverzinslichen Anleihen werde voraussichtlich am Donnerstag wieder aufgenommen, teilten Vertreter der Börsenaufsichtsbehörden in New York mit. Frühestens am Freitag, spätestens am Montag werde die US-Aktienbörse wieder öffnen, kündigte der Vorsitzende der New York Stock Exchange (NYSE), Richard Grasso, an. Die Börsenvertreter begründeten auf einer Pressekonferenz die fortgesetzte Schließung der US-Börsen mit der katastrophalen Lage in Süden Manhattans, wo in der Nähe der Börse am Dienstag die beiden Türme des World Trade Centers nach Terroranschlägen eingebrochen waren.
Europäischer Handel beruhigt sich leicht
Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Börsen am 15. und 16. August 1945 des Sieges über Japan und Deutschland gedachten, hatte die SEC am Dienstag die Börsen für zwei aufeinanderfolgende Tage geschlossen. Eintägige Schließungen hat es dagegen häufiger schon mal gegeben.
Die europäischen und asiatischen Märkte hatten am Dienstag und Mittwoch zeitweise mit großen Kursabschlägen auf die Terroranschläge reagiert. Am Mittwoch beruhigte sich in Europa der Handel etwas. Allerdings waren die Kurse sehr schwankungsanfällig. Viele Händler sagen für die Wiedereröffnung der Wall Street deutliche Kursverluste voraus.
Märkte sind widerstandsfähig
Um den Markt zu stabilisieren kündigte die US-Notenbank Fed an, die Märkte mit zusätzlicher Liquidität zu versorgen. Zudem wird eine Zinssenkung noch vor der nächsten regulären Sitzung des Offenmarktausschusses, der über die Zinspolitik entscheidet, am 2. Oktober erwartet.
Auf die Frage nach dem Einfluss der europäischen und asiatischen Kursbewegungen auf die USA, sagte Pitt: „Ich glaube nicht, dass es bedeutende Auswirkungen haben wird. Wir waren nicht nur mit den inländischen Märkten, sondern auch mit den Weltmärkten in Kontakt, und sie sind dafür vorbereitet worden.“ Die Märkte seien „unglaublich widerstandsfähig", sagte Pitt. Natürlich seien auch Gefühle im Spiel, was verständlich sei.
Erhöhtes Risiko für Rezession
Pitt erklärte weiter, er glaube nicht, dass die Katastrophe die USA in eine Rezession stürzen werde. Viele Analysten äußerten sich am Mittwoch vorsichtig. Allerdings sind sich alle einig, dass die Anschläge das Risiko einer Rezession erhöhen werden. Vieles dürfte auch von der Entwicklung der Ölpreise abhängen, die am Dienstag stark gestiegen waren, am Mittwoch aber wieder etwas fielen.
