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Terrance Odean - Karriere auf amerikanisch

07.03.2001
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Eine Karriere, so ähnlich wie sie sonst meistens nur in kitschigen Filmen vorkommt, hat Terrance Odean hinter sich. Bis zu seinem 37. Lebensjahr stellte der heute 50jährige beruflich nichts richtiges auf die Beine. Sich selbst bezeichnet er rückblickend als typischer Hippie.

Während seiner Jugend verbrachte er einige Zeit in Europa. Mit 16 besuchte er ein Jahr lang ein Stifts-Gymnasium in Österreich und Anfang der 70er-Jahre studierte er in Heidelberg Mathematik. Die Universität kam er dabei aber offenbar nicht allzu oft zu sehen. Denn wie er offen eingesteht, verbrachte er mehr Zeit mit Reisen als mit lernen. Später verdingte er sich dann auch schon einmal als Bauarbeiter oder als Taxifahrer in New York.

Studiumabschluss mit 40 Jahren

Erst mit 37 Jahren klingelte es dann bei ihm, und er entschloss sich zu einem Studium. Aber auch hier fiel die Wahl mit dem Fach Behavioral Finance nicht gerade stromlinienförmig aus. Denn diese Forschungsrichtung stand zum damaligen Zeitpunkt noch am Anfang und war unter Wirtschaftswissenschaftlern kaum akzeptiert. Doch wie es seine Art ist, ließ sich Odean davon nicht beirren. Der Erfolg gibt ihm recht. Mit 40 Jahren machte er seinen Abschluss in Business Administration und seit vier Jahren ist er nun schon Assistent Professor of Finance an der Graduate School of Management an der University of California, Davis.

Auch in der Finanzwelt nimmt man nicht nur die Forschungsrichtung Behavioral Finance sondern auch Odeans Erkenntnisse immer ernster. Zu seinen populärsten Arbeiten zählen der Nachweis, dass zu vieles Handeln die Performance verschlechtert und das Frauen bei der Aktienanlage besser abschneiden als Männer, weil sie sich weniger stark selbst überschätzen. Dank Ergebnissen wie den eben genannten kann sich Odean heute darüber freuen, dass nach und nach immer mehr Investmentbanken das Thema entdecken. Freude bereitet ihm aber auch der große Zuspruch, den er in vielen Mails von Seiten der Kleinanleger erfährt.

Odeans Botschaft: Selbstüberschätzung vermeiden

Wenn er dabei nach einem Rat gefragt wird, lautet seine wichtigste Botschaft: „Überschätzen Sie sich nicht selbst und verwechseln sie eigenes Können nicht mit den Kursgewinnen, die nur auf den Bullenmarkt zurück zu führen sind.“ Sich selbst hat er heute soweit diszipliniert, dass er nur noch Fonds kauft und nur einmal im Jahr, zum Steuertermin, in sein Depot schaut. Ein radikaler Wandel für jemanden, der eigentlich selbst einmal Optionshändler werden wollte. Schließlich ließ er dies dann aber sein, weil er es sich nicht vorstellen konnte, sein Leben in einer kreischenden Horde von Menschen zu verbringen.

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