Die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems „Target II“ haben im März beschleunigt zugenommen. Wie aus Daten der Bundesbank hervorgeht, beliefen sie die Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB per 31. März 2012 auf 615,592 Milliarden Euro gegenüber 547,047 Milliarden Euro Ende Februar. Die Target-Forderungen nahmen damit um 12,5 Prozent zu, nachdem sich der Zuwachs im Februar auf 9,8 Prozent belaufen hatten.
Die „Target-II“-Salden der nationalen Zentralbanken des Eurosystems gegenüber der EZB spiegeln derzeit vor allem die erhöhte Nachfrage nach Zentralbankgeld in den südlichen Ländern des Euroraums. Spanische, italienische oder griechische Banken erhalten immer weniger Kredite aus nordeuropäischen Ländern, die sie zur Finanzierung ihrer Leistungsbilanzdefizite normalerweise bräuchten. Da sie aber dem Euroraum angehören, haben sie Zugang zur Refinanzierung über die EZB, die auf diese Weise die private Kreditvergabe ersetzt.
Verbindlichkeiten und Forderungen von Defizit- und Überschussländern werden bei der EZB saldiert, wobei sich für Deutschland ein stetig steigender Forderungsbetrag ergibt. Die Deutsche Bundesbank betrachtet die Zunahme der Target-Forderungen als Ausdruck der Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone-Länder. Sie ist dafür, wieder strengere Regeln für den Zugang zu Zentralbankgeld einzuführen. Auf diese Weise würde die Menge des über „Target-II“ umzuverteilenden Geldes begrenzt.
Was nun?
Klaus Dieter (Leser2009)
- 12.04.2012, 11:05 Uhr
Grundgesetzwidrig?
Hjalmar Heinen (Urfeld09)
- 11.04.2012, 12:37 Uhr
Erstaunt ?
Max Schmid (CH-Gast)
- 11.04.2012, 11:55 Uhr
Verantwortungsloser Kurs, ohne Navi, ohne Sicherheit
Gerhard Storm (gerhardstorm)
- 10.04.2012, 22:49 Uhr
Erstklassig. Bei Target2 ist die FAZ voll auf der Höhe des Themas.
Horst Müller (KonzeptionistzuVerlassen)
- 10.04.2012, 21:50 Uhr
