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Zertifikate und ETFs

Studie Dividendenfonds bringen keinen Renditevorteil

2012 schütten die Dax-Unternehmen einen warmen Dividendenregen von 27,5 Milliarden Euro über den Aktionären aus. Fonds hat eine Fokussierung auf Dividenden in der Vergangenheit aber keinen Renditevorteil gebracht.

© dpa Vergrößern Üppige Ausschüttungen fließen 2012 in die Geldbeutel der Aktionäre

Bei der jetzt anlaufenden Hauptversammlungssaison winken den Aktionären so hohe Ausschüttungen wie selten zuvor. Alleine von den 30 Dax-Vertretern winken den Anteilseignern 27,5 Milliarden Euro. Noch mehr gibt es in Amerika zu kassieren, wo alleine der Telekomkonzern AT&T 7,9 Milliarden Euro zahlen wird. Außerdem hat mit Apple das weltweit wertvollste Unternehmen angekündigt, erstmals seit 17 Jahren wieder regelmäßig eine Dividende zahlen zu wollen. Und weltweit belaufen sich die Dividendenzahlungen in diesem Jahr sogar auf stolze 770 Milliarden Euro.

Das klingt nach einem perfekten Umfeld für alle Dividendenfonds. Diese waren auch deshalb aufgelegt worden, weil in vielen Studien bereits bestätigt wurde, dass Dividenden einen wesentlichen Teil zu der von den Investoren im Schnitt erzielten Performance beitragen. Die Analysten bei der Scope Analysis GmbH hat das neugierig gemacht und sie haben untersucht, wie diese noch relativ junge (nur wenige Produkte weisen eine Historie von fünf Jahren auf), aber von den Emittenten kräftig beworbene Fondsgruppe in den vergangenen Jahren abgeschnitten hat. In einer Studie der bankenunabhängigen Ratingagentur wurde dazu den Fragen nachgegangen, ob Dividendenfonds tatsächlich besser als herkömmliche Produkte sind und inwieweit sie ein niedrigeres Risiko beinhalten.

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Das Ergebnis ist demnach ernüchternd ausgefallen. Denn wie sich zeigte, haben Dividendenfonds in den vergangenen Jahren weder eine signifikant höhere Performance erzielt, noch ein deutlich niedrigeres Risiko aufgewiesen. Möglicherweise hat dies auch damit zu tun, dass schnell wachsende Unternehmen, die in der Regel keine hohe Ausschüttung aufweisen, wie etwa in den vergangenen Jahren Apple, von den Dividendenfonds erst gar nicht in die Auswahl einbezogen werden, vermuten die Scope-Analysten.

Performance-Werte eher ernüchternd

Im Vergleich mit herkömmlichen Aktienfonds aus den drei Gruppen Aktien Eurozone, Aktien Global Value und Aktien Europa ergibt sich in der Analyse ein eher ernüchterndes Bild. Unter dem Strich haben die Dividendenfonds nicht signifikant besser und zum Teil auch schlechter abgeschnitten als herkömmliche Fonds (siehe Grafik). Zugleich wies die Gruppe der Dividendenfonds keine signifikant niedrigere Volatilität als die herkömmlichen Fonds auf.

Infografik / Fonds / Historischer Risiko- und Performancevergleich © Scope Analysis Vergrößern Historischer Risiko- und Performancevergleich zwischen Fonds mit und ohne Dividendenstrategie

Verglichen wurden dabei in den genannten drei Gruppen 20, 15 und 10 Dividendenfonds mit 307, 78 und 89 herkömmlichen Fonds. Untersucht wurden jeweils die Kenngrößen Performance p.a. und als Risikomaß die Volatilität p.a. auf Sicht von drei, fünf Jahren (per Stichtag 31.1.2012). In der Praxis waren Dividendenfonds trotz hoher Ausschüttungen, die eigentlich die Aktienkurse stützen sollten, in etwa genauso riskant wie herkömmliche Produkte. In bestimmten Zeiträumen erzielten die Dividendenfonds zwar in einer der drei betrachten Gruppen, eine etwas bessere Performance p.a. als herkömmliche Fonds.

Dem steht jedoch eine leichte Underperformance in anderen Zeiträumen gegenüber, so die Scope-Analysten. Vor allem gelang es den Dividendenfonds nicht, in Baisse-Zeiten an den Aktienmärkten sich durch eine besondere Stabilität zu bewähren und zumindest geringere Verluste als herkömmliche Produkte einzufahren. So büßten auf Sicht von fünf Jahren die Dividendenfonds mit der Ausrichtung Aktien Eurozone 8,89 Prozent p.a. an Wert ein und damit 1,89 Prozentpunkte p.a. mehr als herkömmliche Produkte. Entsprechendes gilt im selben Zeitraum für die Aktien Europa: Hier verloren die Dividendenfonds mit 6,97% p.a. immerhin 1,68 Prozentpunkte p.a. mehr als die Vergleichsgruppe. Von den Experten bei Scope Analysis wird das vor allem auf ein (zu) hohes Gewicht von dividendenstarken Finanztiteln und Versorgern zurückgeführt.

Ein ähnliches Bild wie bei der Performance zeigt sich demnach auch für das Kriterium Volatilität. Auch hier variieren die Ergebnisse im Vergleich zu herkömmlichen Fonds je nach betrachtetem Zeitraum und Gruppe (vergleiche Tabelle). Insgesamt erweisen sich Dividendenfonds jedenfalls nicht als risikoärmer als traditionelle Aktienfonds. Zum Beispiel liegen die Volatilitäten p.a. bei den Dividendenfonds mit der Ausrichtung Aktien Europa auf Sicht von drei und fünf Jahren etwas höher als die der Vergleichsgruppe, während bei den Aktien Global Value Dividendenfonds etwas niedrigere Volatilitäten als traditionelle Produkte aufweisen. Auch dies wird wieder darauf zurückgeführt, dass in Europa vor allem Finanzwerte und Versorger Dividendenrenner waren und die entsprechenden Fonds daher diese Titel (zu) hoch gewichtet hatten.

Auch ETFs mit schwacher Performance

Vor allem in den vergangenen fünf Jahren schnitten die einzelnen Dividendenfonds höchst unterschiedlich ab. Dabei fällt eines auf: Insbesondere passive Produkte (Dividenden-ETFs) verzeichneten in diesem Zeitraum überdurchschnittlich hohe Einbußen. So lag die Performance des iShares STOXX Select Dividend 30 (ISIN: DE0002635281) bei -11,43 Prozent p.a., gegenüber zum Beispiel -3,92 Prozent des aktiv gemanagten Danske Invest Europe High Dividend A (ISIN: LU0123484957). Und manche global anlegende Dividendenfonds wie der DJE – Dividende & Substanz P (ISIN: LU0159550150) erzielten in dem schwierigen Fünfjahreszeitraum mit 0,08 Prozent p.a. sogar eine positive Performance. Gerade bei Dividendenfonds war also ein aktives Management, das zum Beispiel in Krisenzeiten zum nicht oder kaum in dividendenstarke Finanztitel oder Versorger investiert, mithin erfolgreich.

Fazit: Dividendenfonds schneiden im Durchschnitt nicht besser ab als herkömmliche Fonds. Somit erweisen sich Dividendenfonds bisher als reines Marketingthema, kommentieren die Scope-Analysten. Um darüber hinaus eine wirkliche Daseinsberechtigung zu erlangen, seien überzeugendere Risiko-/Renditeergebnisse notwendig, die einen Mehrwert erkennen lassen.

Quelle: @JüB

 
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