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Veröffentlicht: 03.01.2013, 10:42 Uhr

Warren Buffett Das nächste große Geschäft, oder?

Warren Buffett kauft sich in die Solarbranche ein. Ob dies ein Erfolg wird, wird man wohl nicht erfahren. Zu schwer sind die Geschäfte des Star-Investors zu durchschauen.

© dpa Warren Buffett investiert in regenerierbare Energien.

Der Kauf eines Solarprojekts durch einen Stromversorger der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway für 2,5 Milliarden Dollar in die Kassen, hat am Donnerstag auch die großen deutschen Solar-Aktien beflügelt. Knapp 14 Prozent Plus verzeichnete die Aktie von Solarworld, knapp 13 Prozent SMA Solar, knapp 10 Prozent gab es drauf für den Kurs der Aktie des Schweizer Solar-Maschinenbauers Meyer Burger. Auch der Zulieferer Wacker Chemie verzeichnete ein Kursplus von knapp 5 Prozent.

Martin Hock Folgen:

Das amerikanische Unternehmen Sun Power gab seine 579-Megawatt Antelope Valley in Kalifornien an die vom vom amerikanischen Star-Investor Warren Buffett kontrollierte Berkshire Hathaway ab. Antelope Valley sei das weltgrößte photovoltaische Entwicklungsprojekt, hieß es.

Buffetts Geschäfte sind nicht leicht zu durchschauen

Ob Warren Buffett richtig liegt, zum jetzigen Zeitpunkt in ein Solarprojekt zu investieren, wird sich erst noch zeigen. Oder auch nicht, denn die Geschäfte des Investment-Gurus sind nicht immer einfach nachzuverfolgen. Als Beispiel mag Buffetts umfangreiches Investment in den amerikanischen Zeitungsmarkt im dritten Quartal 2012 dienen: Für 142 Millionen Dollar erwarb BH Media, eine Tochtergesellschaft von Berkshire Hathaway, 63 Zeitungen vom Unternehmen Media General.

Zudem gewährte Berkshire dem Unternehmen einen Kredit über 400 und eine Kreditlinie von 45 Millionen Dollar und erhielt als Gegenleistung Aktienoptionen für 4,64622 Millionen Aktien. Im September übte Buffett die Optionen aus und erwarb so Aktien von Media General zu 1 Cent je Aktie. Derzeit notieren diese bei 4,45 Dollar, so dass sich ein Gewinn von 20,63 Millionen Dollar ergibt.

Dem steht aber ein Kredit gegenüber. Dieser läuft über 8 Jahre, wird mit 9 bis 10,5 Prozent verzinst und hat ein Agio von 11,5 Prozent. Buffett erhält also eine Rendite von mehr als 11 Prozent auf den Kredit und Zinsen von etwa 40 Millionen Dollar jährlich, zudem eine Gebühr von 900.000 Dollar für die Kreditlinie. Das klingt sehr lukrativ. Gleichzeitig aber sind 445 Millionen Dollar gebunden, zudem hat Berkhsire 63 Zeitungen erworben. Schwer zu sagen also, wie dieses Geschäft ausgehen wird.

Reine Börsengeschäfte oft unbedeutend

Einfacher ist dies mit den reinen Börsengeschäften. Doch ist deren Anteil am Beteiligungsportfolio von Berkshire Hathaway häufig gering. Die vier im dritten Quartal 2012 erworbenen Beteiligungen an Deere, Media General, Precison Castparts und Wabco machten insgesamt weniger als 1 Prozent des Portfolios aus. Zudem sind die genauen Kaufkurse nicht bekannt. Buffetts 2012 neu erworbenen Aktienpositionen liegen fast alle derzeit im Plus, mit Ausnahme von National Oilwell Varco, wo dies nicht genau zu sagen, aber zu vermuten  ist.

Infografik Buffetts größte Positionen 030113 © FAZ.NET Vergrößern

Betrachtet man die nach dem jüngsten Bericht für die Börsenaufsicht zehn größten Positionen des Buffett-Portfolios, so ist die Erfolgsbilanz des Investment-Gurus seit Juni 2011 eher bescheiden. Nur die Hälfte der Positionen liegt aktuell im Plus, ungewichtet beträgt der Zugewinn nur rund 1 Prozent.

Was lange währt, macht Buffett reich

Doch zu den zahlreichen Leitsprüchen Warren Buffetts gehört auch, dass man mit seinen Investments so sehr zufrieden sein sollte, dass die Aktienmärkte auch fünf Jahre schließen können. Die größten Gewinne machte Buffett stets, wenn er bei guten Unternehmen an kritischen Punkten einstieg:

Zum Beispiel als der „Salatölskandal“ American Express 1964 einen Gutteil seiner Reputation kostete und der Investor kaufte. Verdient hat Buffett damit bisher mehr als 5 Milliarden Dollar. Oder als 1988 die Analysten daran zweifelten, dass Coca-Cola werde seinen Marktanteil halten könne. Damit verdiente Buffett bis heute etwa 11,5 Milliarden Dollar. Beide Positionen hält Berkshire Hathaway immer noch.

Misserfolge zu Erfolgen ummünzen

Buffetts Regel Nummer eins lautet: Vermeide es Geld zu verlieren. Regel Nummer zwei lautet: denk immer an Regel Nummer eins. Das dürfte auch eines der Erfolgsgeheimnisse sein. Indes: Manchmal ist es auch Glück. Anfang der Neunziger war das „Orakel von Omaha“ bei US Airways eingestiegen. Buffett hatte nach eigenem Bekenntnis übersehen, dass die Deregulierung des Luftverkehrs die Monopol-Margen des Unternehmens schrumpfen würden. Nur sein Rücktritt aus dem Verwaltungsrat ein Managementwechsel habe das Investment gerettet.

Doch als größter Fehler gilt bisher der Kauf von Berkshire Hathaway. Buffett hatte den Hemdenhersteller 1965 übernommen und schleppte diese Aktivitäten noch 20 Jahre durch. 1967 hatte er allerdings begonnen, Beteiligungen zu kaufen und so den Patzer noch in einer Erfolg ummünzen können. Das dürfte wohl ein weiteres Erfolgsgeheimnis sein.

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Indes dürften Beteiligungen von Buffett kaum für die Wiederkehr einer ganzen Branche stehen. Wer sich also großflächig in Solar-Aktien stürzt, nur weil Buffett einem rekordverschuldeten Unternehmen ein Projekt abkauft, dürfte wohl die falsche Reaktion sein. Mit der Aktie von Sunpower mag das anders sein. Deren Kurs steigt am Donnerstag um knapp 20 Prozent, nachdem die Analysten von Lazard die Empfehlung von „Neutral“ auf „Kaufen“ anhoben. Allerdings setzen die Analysten auch auf künftige Kostensenkungen.

Quelle: FAZ.net

 

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