Januar
In den Vereinigten Staaten gibt der Chef der Notenbank (Fed), Ben Bernanke, auf einer Neujahrsrede überraschend bekannt, dass diese überlegt, ob sie sich eine Arbeitslosenquote von null Prozent als Ziel setzen soll. Eine überparteiliche Arbeitsgruppe im amerikanischen Kongress teilt derweil mit, dass sie dem Präsidenten den folgenden Vorschlag unterbreitet hat: Nationale Fernsehgesellschaften sollten Gebote für die Übertragungsrechte für eine neue Unterhaltungsshow mit dem Titel „Wie kommen wir an der fiskalpolitischen Klippe vorbei?“ abgeben. Bei dieser Show geht es darum, dass die Teilnehmer nach der besten Lösung zur Verringerung des amerikanischen Haushaltsdefizits suchen.
Im britischen Fußball verkündet Roman Abramowitsch, Eigentümer des FC Chelsea, dass er Vereinsmanager Benitez entlassen hat, weil dieser früher für Liverpool tätig war.
Februar
Im Januar, dem entscheidenden ersten Monat des Jahres, verbucht der S&P-Index ein Plus von 10 Prozent. Chinesische Aktien verteuern sich um 50 Prozent, wobei die neu notierte Aktie der Fernsehgesellschaft CCTV, die früher der Kommunistischen Partei gehörte, mit einem besonders großen Kurssprung auf sich aufmerksam macht.
Als Teil des „neuen Chinas“ - so Präsident Xi Jinping - soll die als privatwirtschaftliches Unternehmen notierte CCTV ein Gebot für die Übertragungsrechte für Asien für die neue Show-Sendung „Wie kommen wir an der fiskalpolitischen Klippe vorbei?“ abgeben.
In Tokio verteuert sich die japanische Währung auf 95 Yen zum Dollar beziehungsweise auf 125 Yen zum Euro, nachdem die Notenbank des Landes in Aussicht gestellt hat, ihr Inflationsziel für 2014 auf 4 Prozent zu erhöhen.
Zwischenzeitlich wird bekannt, dass Mervyn King, der demnächst aus dem Amt scheidende Gouverneur der britischen Notenbank, Angebote der kanadischen und der japanischen Notenbank in Betracht zieht.
März
In der ersten nationalen Begegnung des Jahres wird Chelsea im Finalspiel der englischen Fußballliga von Bradford besiegt. Chelsea-Eigentümer Abramowitsch setzt wieder Benitez als Manager ein - sein Traumkandidat, Mark Carney, stehe derzeit nicht für den Posten zur Verfügung.
In Italien kursieren Gerüchte, dass Mario Monti über ein Angebot nachdenkt, Präsident und Ministerpräsident seines Landes zu werden, aber für keines der beiden Ämter offiziell kandidieren will.
Nach Meldungen über eine Ausweitung des jüngsten „Quantitative Easing“-Programms der amerikanischen Notenbank Fed, wonach diese auch Häuser kaufen wird, steigt der Case-Shiller-Hauspreisindex um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die amerikanischen Aktienmärkte verteuern sich um weitere 10 Prozent, so dass der S&P-Index die wichtige Marke von 1800 durchbricht. Eine Umfrage unter europäischen Pensionsfonds- und Versicherungsgesellschaften zeigt, dass diese ihre Aktienbestände weiter abbauen, weil sie Aktien für zu riskant halten.
April
Die vier ursprünglichen „BRIC“-Länder Brasilien, Russland, Indien und China melden überraschend, dass sie Südafrika nicht mehr zu den jährlichen Treffen der BRIC-Staats- und Regierungschefs einladen werden. Informierten Quellen zufolge ist der Grund dafür nicht nur, dass Südafrika über die Gründung einer BRIC-Entwicklungsbank gesprochen hat, bevor man sich hierauf geeinigt hat, sondern dass das Land einfach nicht groß genug ist, um als BRIC-Mitglied in Frage zu kommen. Außerdem geben die BRIC-Länder bekannt, dass Nigeria, Indonesien, Mexiko, die Türkei und Südkorea alle einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt haben. Die Staats- und Regierungschefs von Mexiko, Indonesien, Südkorea und der Türkei teilen mit, dass sie im Fall einer Ablehnung ihrer Mitgliedschaftsanträge ihren eigenen Länderklub mit dem Namen „Mist“ gründen werden.
In Frankfurt gibt die Bundesbank bekannt, dass sie ihren Direktoriumsmitgliedern nicht mehr gestatten wird, Mitglied im EZB-Rat zu sein, weil man dort die Ansichten der Bundesbank nicht respektiert. Außerdem teilt die Bundesbank mit, dass Ex-EZB-Ratsmitglied und Bundesbank-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark zum Vorsitzenden eines neuen EZB-Schattendirektoriums mit Sitz in Frankfurt ernannt wird, für das noch Mitglieder aus dem gesamten Euroraum gesucht werden, die ähnliche Auffassungen wie die Bundesbank haben.
Vielleicht nicht ganz so überraschend gibt Vince Cable seinen Wechsel zur britischen Labour-Partei bekannt, die ihn sofort zum „Schattenfinanzminister“ ernennt. Sein mittlerweile entlassener Vorgänger in diesem Amt, Ed Balls, will über eine Bewerbung als Gouverneur der kanadischen Notenbank nachdenken. Falls diese nicht zum Erfolg führt, wäre es für ihn eine Ehre, dem neuen britischen Notenbankgouverneur, Mark Carney, als Berater zur Seite zu stehen.
In der Halbfinalrunde der europäischen Champions League trifft Manchester United auf Real Madrid, und Bayern München spielt gegen Borussia Dortmund.
Mai
Nach einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 6,8 Prozent im April gibt die amerikanische Notenbank in Washington überraschend die vorübergehende Aussetzung ihres „Quantitative Easing“ bekannt. Der amerikanische Aktienmarkt stürzt daraufhin ab, der S&P-Index fällt um 100 Punkte auf 1700 Punkte. Vertreter von Pensionsfonds- und Versicherungsgesellschaften weisen darauf hin, dass sie dies genau so vorhergesagt hatten.
In der englischen Premier League sichert sich Manchester United mit einem 8 : 6-Sieg über Chelsea Anfang April den Titel. Der Manager von Manchester United, Sir Alex Ferguson, sagt, dass er die Verteidigungsleistung seiner Mannschaft, die in dieser Saison mehr als 60 Gegentreffer kassiert hat, nicht nachvollziehen kann.
In der zweiten Champions-League-Begegnung im Stadion von Old Trafford trifft Cristiano Ronaldo zweimal für Real Madrid, schießt aber auch drei Eigentore und bringt Manchester United damit auch hier ins Finale. Im anderen Halbfinalspiel schlägt Bayern München Dortmund, so dass es eine Neuauflage des Endspiels gegen Manchester United von 1999 gibt. Vor dem Finalspiel im Wembley-Stadion beantragen Vertreter von Bayern München, dass es auf keinen Fall eine Verlängerung geben sollte, und machen deutlich, dass die Mannschaft andernfalls nicht mitspielen wird. Ihr Antrag wird abgelehnt, und als es nach 90 Minuten 4:4 steht, verlassen die Bayern-Spieler den Platz, woraufhin Manchester United der Sieg zugesprochen wird.
In New York steigt der S&P-Index nach der Korrektur zu Monatsbeginn bis Ende Mai auf mehr als 1800 Punkte. Der Anstieg fällt mit einer Rede des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke zusammen, der verkündet, dass sich der Offenmarktausschuss der Fed mit der Aussetzung der „Quantitative Easing“-Maßnahmen nur einen Scherz erlaubt hatte. Man werde diese Maßnahmen fortsetzen, bis es Anzeichen für einen Anstieg der langfristigen Inflationserwartungen gibt.
Juni
Nach bemerkenswertem Interesse der Medien im ersten Halbjahr 2013 tritt Mark Carney seine neue Position als Gouverneur der britischen Notenbank an. Zeitungsberichten zufolge hat die britische Regierung sein Gehalt auf den Betrag angehoben, den ihm Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch angeboten hatte. Außerdem hat sie zugesagt, dass der ehemalige Starfußballer von Chelsea, Didier Drogba, als Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank gewählt werden wird.
In Tokio wird ein Anstieg des Verbraucherpreisindex um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemeldet, und Premierminister Shinzo Abe gibt bekannt, dass das Inflationsziel für die japanische Notenbank auf 5 Prozent angehoben wird. Der neue Gouverneur der japanischen Notenbank, Mervyn King, lässt wissen, dass er mit diesem und auch mit keinem anderen Vorschlag einverstanden ist, über den er vor seiner Ankunft in Tokio gelesen hat. Der amerikanische Dollar verbilligt sich daraufhin deutlich von 105 Yen auf 97 Yen.
In Frankfurt treffen die Mitglieder des EZB-Schattenrats zusammen und teilen mit, dass sie - wenn sie für die Geldpolitik verantwortlich wären - sofort von jeglichen Maßnahmen Abstand nähmen, die auch nur vage einer Form von „Quantitative Easing“ entsprechen. Außerdem würden sie die Geldmarktzinssätze sofort auf 2 Prozent anheben.
In den Vereinigten Staaten geben Beamte des Finanzministeriums bekannt, dass von drei Fernsehgesellschaften, nämlich Apple TV, Google TV und Facebook TV, Gebote in Höhe von 80 Milliarden Dollar für die exklusiven Übertragungsrechte für die Spielshow „Wie kommen wir an der fiskalpolitischen Klippe vorbei?“ eingegangen sind. Auf einer Dinner-Veranstaltung hört jemand Präsident Obama sagen, dass dies ein Weg sein könnte, um das Haushaltsdefizit zu beseitigen. Die - wir erinnern uns - inzwischen privatisierte Fernsehgesellschaft CCTV bietet 200 Milliarden Dollar für die exklusiven Übertragungsrechte für Asien.
In Großbritannien sagt Richard Scudamore, der Chef der Premier League, dass man angesichts der Medienrechte die Möglichkeit prüft, die Show in der Halbzeitpause aller Spiele der Saison 2013/2014 zu zeigen.
Juli
In Brasilien teilt Finanzminister Mantega mit, dass der Real beim jetzigen Wechselkurs von 2,85 zum amerikanischen Dollar unterbewertet sei und er sich persönlich wünscht, dass die „Währungskriege“ wieder auf den Devisenmärkten ausgetragen werden. Außerdem appelliert er an die Notenbanken Japans, Europas und der Vereinigten Staaten, mehr zu tun, um den Wert wichtiger Schwellenländerwährungen zu untermauern.
In Brüssel kämpft Europas eigene neue Reality-TV-Show „Alternative Wege zum Eurobond“ um höhere Einschaltquoten. Analysten halten es für möglich, dass die geringen Einschaltquoten mit der Sendezeit von 3 Uhr morgens zusammenhängen. Das Produktionsteam der Sendung verweist darauf, dass die Sendezeit durch die Terminkalender der europäischen Finanzminister diktiert wird, die nicht daran gewöhnt seien, sich zu irgend einer anderen Uhrzeit mit Europa-Angelegenheiten auseinanderzusetzen.
In London überrascht Premierminister Cameron mit der Ankündigung, dass man aufgrund der positiven Resonanz auf die Ernennung eines Kanadiers als Gouverneur der britischen Notenbank auch für andere wichtige Ministerien Kandidaten mit ausländischem Pass sucht. Dies gelte nicht für das Finanzministerium, das er immer für seinen Freund George Osborne reservieren werde. Der Kommentar des finanzpolitischen Sprechers der Opposition, Vince Cable: Ursprünglich glaubte er, dass nur die City von London ein „Hort der Korruption“ sei. Jetzt aber denkt er, dass dies auf das ganze Land zutrifft, und er wird sich deshalb auf die Falklandinseln zurückziehen.
In Washington teilt der Offenmarktausschuss mit, dass die Fed mit ihren Hauskäufen im Rahmen ihrer „Quantitative Easing“-Maßnahmen höchst zufrieden ist und der Ausschuss seine nächste Sitzung in einem Luxusappartement in South Beach in Miami abhalten wird, in dem Fed-Chef Bernanke viel Zeit mit der Analyse der lokalen Wirtschaft von Miami verbringt. Entgegen der Börsenhändlerweisheit, dass man im Mai verkaufen und der Börse den Rücken kehren soll (“Sell in May and go away!“), erreicht der S&P 500 einen Monatsendstand von 1900 Punkten.
August
In einem gewagten Schritt gibt Facebook bekannt, dass man ein Übernahmeangebot für das chinesische Unternehmen CCTV in Höhe von 300 Milliarden Dollar abgegeben hat. Es gibt Anzeichen, dass die CCTV-Aktionäre das Angebot ablehnen werden. Die Rally am chinesischen Aktienmarkt geht weiter und bringt die seit Jahresbeginn verzeichneten Kursgewinne auf 85 Prozent.
In Neu-Delhi lädt die indische Regierung chinesische Vordenker zu einer besonderen Konferenz zum Thema „Führung und Entscheidungsfindung“ ein. Im Rahmen der Tagung trägt ein Vortrag den Titel: „Kann China für uns die Führung Indiens übernehmen?“
In Großbritannien geben Chelsea und Manchester City vor Beginn der Fußballsaison bekannt, dass sie sich zu einem Klub zusammenschließen, da dies für beide Mannschaften der einzige Weg sei, um endlich wieder einmal siegreich vom Platz zu gehen. Sir Alex Ferguson tritt mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, dass einer seiner drei Söhne, Darren, Jason oder Mark, zum nächsten Manager von Manchester United ausgewählt werden sollte.
Auf der jährlichen Klausurtagung von Notenbankern im amerikanischen Erholungsort Jackson Hole schlägt Ben Bernanke vor, dass man angesichts des Erfolgs von Mark Carney als Gouverneur der britischen Notenbank und ungeachtet der kurzen Amtszeit von Mervyn King bei der japanischen Zentralbank die Chefs aller G-20-Notenbanken vielleicht im Ausland suchen sollte, da ohnehin alle realitätsfern seien.
September
Nach einer relativ ruhigen Phase seit Jahresbeginn fallen die Rohölpreise in London und New York kräftig, nachdem die Vereinigten Staaten mitgeteilt haben, dass sie inzwischen mehr Erdöl fördern als alle Opec-Länder zusammen. Saudi-Arabien und Russland kündigen an, dass sie sich vorübergehend Geld vom IWF leihen wollen, um ihre Haushaltsfehlbeträge infolge des Ölpreisrückgangs auszugleichen. Russland will sich nach Einrichtung der „BRIC“-Entwicklungsbank - falls es je dazu kommt - außerdem um ein langfristiges Finanzierungspaket bemühen, um die Diversifizierung der russischen Wirtschaft voranzutreiben und so vom Öl unabhängiger zu werden.
Der inzwischen auf den Falklandinseln wohnhafte Vince Cable lässt wissen, dass er eventuell sehr an der Position des Chefs der künftigen „BRIC“-Entwicklungsbank interessiert wäre, sollte diese jemals ihren Betrieb aufnehmen. Aus seiner Sicht wäre es vielleicht auch eine gute Idee, die Falklandinseln als Standort für die Bank zu wählen.
Auf dem ersten Gipfeltreffen der „Mist“-Länder geben die Berater der Politiker versehentlich ein altes Kommuniqué heraus, das ursprünglich von den Staats- und Regierungschefs der „BRIC“-Länder veröffentlicht wurde. Auf der Pressekonferenz fragt ein Journalist, ob das nicht ein effizienterer Umgang mit Geld und Zeit wäre - vor allem wenn man bedenkt, wie lange die „BRIC“-Staats- und Regierungschefs gebraucht haben, um sich auf das Kommuniqué zu einigen, und wie wenig es bewirkt hat?
In Tokio geht der Absturz des Yen weiter: Der Dollar verteuert sich auf 115 Yen, der Euro auf 145 Yen. Japanische Investmentfondsgesellschaften geben zudem die Markteinführung afrikanischer Rentenfonds bekannt. Mindestens zwei der Fondsgesellschaften wollen Research-Abteilungen in Harare aufbauen, die sie bei ihren Kapitalanlagen unterstützen sollen.
Oktober
Auf der IWF-Jahrestagung gibt dessen Chefin, Christine Lagarde, bekannt, dass der IWF eine neue Methode einführt, um die Tragfähigkeit der Verschuldung von Ländern zu untersuchen. Sie nennt keine Einzelheiten, verweist aber darauf, dass man die Methode eng an eine geplante Reality-TV-Show zu fiskalpolitischen Ideen in allen Mitgliedsländern anlehne.
Der EZB-Schattenrat kündigt an, dass er nur noch auf dem Jupiter zusammentreten werde, weil er seine Geldpolitik irgendwo in die Praxis umsetzen will, wo man auf dem Boden der Realität steht. Auf die Frage, wie die Ratsmitglieder dorthin kommen, enthüllt Jürgen Stark, dass die Bundesbank in den vergangenen 20 Jahren heimlich ein Forschungsprogramm zur Entwicklung besonderer Raumschiffe finanziert hat, die jetzt einsatzbereit sind, um die Mitglieder des Schattenrats zum Jupiter und zurück zu bringen.
Der S&P-Index zeigt sich weiter in glänzender Verfassung und nimmt erstmals die Hürde von 2000 Punkten. Analysten zeigen sich beunruhigt, weil möglicherweise eine neue Preisblase entstehen könnte. Zehnjährige Anleihen, die jetzt eine beeindruckende Rendite von 2 Prozent einbringen, könnten sich als eine solidere Kapitalanlage erweisen.
November
Die Fed sagt, dass es entgegen ihrer Ankündigung, eine lockere Geldpolitik beibehalten zu wollen, bis die Arbeitslosigkeit bei null angelangt ist, nach dem Absinken der Arbeitslosenquote auf weniger als 6 Prozent und damit unter ihr 2012 erklärtes Ziel für eine Umkehr der lockeren Geldpolitik nunmehr angebracht sei, die Leitzinsen anzuheben. Notenbankchef Bernanke verkündet vom Innenhof seines Appartements in South Beach, dass die Fed das Null-Prozent-Ziel nur ausgegeben hat, um die Leute vorübergehend zu täuschen. Der S&P-Index verliert nach der Sitzung des Offenmarktausschusses innerhalb von zwei Tagen 500 Punkte, so dass die gesamten, seit Jahresbeginn erzielten Kursgewinne zunichtegemacht werden. „Es ist genauso gekommen, wie ich gesagt hatte“, kommentiert der Vorsitzende eines großen Pensionsfondsverbandes diese Entwicklung.
Deutschlands gerade wiedergewählte Bundeskanzlerin, Angela Merkel, steht jetzt einer Koalition mit allen deutschen Parteien vor, deren Namen irgendjemand aufsagen konnte. Sie vertritt die Auffassung, dass Großbritannien nicht nur Teil der EU bleiben sollte, sondern will auch überlegen, wie Großbritanniens Widerstand gegen eine Mitgliedschaft in der Eurozone überwunden werden kann. „Wenn es Großbritannien schon nicht gelingt, einen britischen Gouverneur für die eigene Notenbank zu finden, kann man dann nicht ganz auf diesen Posten verzichten?“ Der britische Finanzminister Osborne entgegnet mit der Frage, ob sich die Euromitgliedsländer angesichts des neuen Ansatzes und der neuen Hinweise auf eine Aufwärtsbewegung der britischen Wirtschaft nicht vielleicht überlegen sollten, Personen anderer Nationalität als Chefs ihrer Notenbanken zu verpflichten.
Dezember
Während das Jahr 2013 seinem Ende entgegengeht, streiten Analysten heftig darüber, ob der amerikanische Aktienmarkt am Jahresende mit Gewinn oder Verlust aus dem Handel gehen wird. Nach Meinung vieler hängt dies davon ab, wie der morgendliche Strandspaziergang von Fed-Chef Ben Bernanke in Miami verläuft und ob er für die Dezember-Pressekonferenz des Offenmarktausschusses eine weitere Überraschung parat hat.
Kurz vor dem Termin sagt die Fed ihre Dezember-Sitzung ab, weil alle stimmberechtigten Mitglieder zu sehr damit beschäftigt sind, die wachsende Zahlen der von ihnen erworbenen Immobilien weihnachtlich zu schmücken.
Bis zum Jahresende 2013 wird Blackpool zum Mittelpunkt eines Wirtschaftsbooms im Norden Großbritanniens. Zu verdanken ist dieser Boom den dortigen Schiefergasvorkommen und dem erfolgreichen Förderbeginn vor ein paar Monaten. Die für die Gasproduktion zuständigen Manager erscheinen zu ihrer Weihnachtsfeier mit „Kiss me quick“-Kappen, einem Überbleibsel aus Blackpools vergangenen Glanzzeiten. Die Eigentümer des aus der Fusion von Chelsea und Manchester City hervorgegangenen Vereins geben bekannt, dass sie sich vom berühmten Fußballklub von Blackpool übernehmen lassen und fit sind, um 2014 „richtig abzuräumen“.
Die Renditen auf zehnjährige US-Staatsanleihen stehen zum Jahresende nach hektischen Käufen von Pensionsfonds bei 1,60 Prozent. Rentenmarktanalysten werden mit den Worten zitiert (übrigens im 25. Jahr in Folge), dass es 2014 zu einer Baisse am Rentenmarkt kommen werde.
Jim O’Neill ist Vorsitzender von Goldman Sachs Asset Management, der Vermögensverwaltung der amerikanischen Wall-Street-Bank. Zuvor war er viele Jahre Chefvolkswirt von Goldman Sachs und tat sich vor allem auf dem Gebiet der Währungsanalyse hervor. Bekannt wurde er aber vor allem dadurch, dass er für die vier großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China die gemeinsame Bezeichnung“ „BRIC“ erdachte, die sich seither an den Finanzmärkten durchgesetzt hat. Der schillernde Brite ist ein großer Fan des Fußballvereins Manchester United.
Da fehlt noch was
George Rauscher (misterpocket)
- 28.12.2012, 12:34 Uhr
Goldman Sachs stellt derweil weitere 12 Zentralbankgouverneure
Walter Naggl (juhui)
- 28.12.2012, 12:33 Uhr
