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Veröffentlicht: 08.01.2013, 06:59 Uhr

Vermögensverwaltung Mut wird belohnt

Im vergangenen Jahr konnte man als Anleger viel Geld machen, wenn man Mut besaß. Nun stellt sich die Frage: Welche Trends werden das Jahr 2013 kennzeichnen?

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© dapd Wenig war in letzter Zeit verrufener als eine Kapitalanlage in der Solarindustrie - und worin investiert gerade Warren Buffett?

Im Nachhinein ist man als Anleger und Vermögensverwalter natürlich immer schlauer. Wie sehr haben Anlageprofis im vergangenen Jahr gejammert und geklagt, wie sehr haben sie nach einigermaßen attraktiven Anlagen Ausschau gehalten - und wie viel Geld konnte man im vergangenen Jahr machen, wenn man nur Mut besaß und sich an zwei alte Regeln hielt: Erstens soll man kaufen, wenn die Stimmung schlecht ist und der Weltuntergang zu drohen scheint. Und zweitens sollen sich Anleger nicht gegen die Politik stellen, auch wenn ihnen die konkret betriebene Politik nicht gefällt.

Gerald Braunberger Folgen:

Unter den Bedenkenträgern befanden sich auch bekannte Fondsmanager, die von der Hausse der deutschen Aktien überrascht wurden und sich stattdessen lieber in schon etwas abgefischten Teichen tummelten. Belohnt wurde auch der Mut, sich in europäischen Anleihen etwas fragwürdiger Qualität zu engagieren und darauf zu vertrauen, dass Regierungen und Europäische Zentralbank einen Kollaps der Währungsunion nicht akzeptieren würden. Wer sich in einen Index nachrangiger europäischer Bankanleihen einkaufte, konnte im vergangenen Jahr eine Rendite von knapp 30 Prozent vereinnahmen. Nicht viel weniger brachten Investitionen in einen Index europäischer Hochzinsanleihen (nicht nur Banken) oder britischer Bankpapiere. Hohe Renditen erzielten auch Käufe südeuropäischer Staatsanleihen - und selbst wer Bundesanleihen kaufte, schloss das vergangene Jahr mit Gewinn ab.

Anleihen sind schon oft als Anlage unterschätzt worden

Nun ist das Jahr 2012 Vergangenheit, und es stellt sich die Frage, welche Trends das Jahr 2013 kennzeichnen werden. Eine für Vermögensverwalter etwas unerfreuliche Entwicklung könnte eine größere Anspruchshaltung vieler Anleger werden. Vor allem Kunden von Family Offices waren in den Turbulenzen der vergangenen Jahre zufrieden, wenn ihnen ihre Verwalter den Erhalt ihres Kapitals sicherten. Hohe Renditeträume plagten sie weniger - anders als viele Kunden von Versorgungswerken und Banken. Aber auch die konservativen Geldgeber der Family Offices werden nicht auf Dauer nur zuschauen wollen, wie anderswo hohe Renditen eingefahren werden.

Infografik / Euro Banks Subordinated Index Die Entwicklung seit Anfang 2012 © F.A.Z. Bilderstrecke 

Kapitalmärkte neigen zwar gelegentlich zu Übertreibungen, aber in den Himmel wachsen die Bäume auch hier nicht. Die sehr hohen Renditen, die im vergangenen Jahr mit europäischen Anleihen „aus der zweiten Reihe“ zu vereinnahmen waren, dürften sich kaum fortschreiben lassen. Die Spreads gegenüber Anleihen mit sehr guter Bonität haben sich bereits stark eingeengt. Andererseits sind Anleihen schon oft als Anlage unterschätzt worden. Sollte sich die Krise in der Europäischen Währungsunion im neuen Jahr weiter entspannen und zudem die Inflationsrate, wie von vielen Ökonomen prognostiziert, zurückgehen, wären auch weiter fallende Renditen - und damit steigende Kurse - für Festverzinsliche denkbar. Dies gilt vor allem für die Anleihen europäischer Banken - besonders Mutige können sich Anleihen von Banken und anderen Unternehmen aus der Euro-Peripherie anschauen.

Die erfolgreichsten Investoren sind oft jene mit eigenem Kopf

Europäische Anleihen besitzen außerdem den Vorteil, von vielen Anlegern vernachlässigt worden zu sein - etwa zu Gunsten von Anleihen aus Schwellenländern, die allerdings in den vergangenen Jahren zu einem solchen Modethema wurden, dass der Markt einen guten Teil seines Reizes mittlerweile eingebüßt haben dürfte. Anleihen aus Industrienationen bleiben vor allem dann ein brauchbarer Bestandteil eines Portfolios, wenn die Inflationsrate niedrig bleibt (oder gar sinkt) und gleichzeitig die Weltwirtschaft nur verhalten wächst. In einem solchen Szenario sind Aktien keine Selbstläufer, und auch Rohstoffe verlieren als Anlageklasse an Reiz.

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Die erfolgreichsten Investoren sind oft jene gewesen, die sich um Trends nicht kümmerten und ihrem eigenen Kopf folgten, auch wenn sie in eine andere Richtung als die Herde liefen. Kaum etwas war in den vergangenen Monaten verrufener als eine Kapitalanlage in der Solarindustrie - und worin investiert gerade Warren Buffett? Einen eigenen Kopf zu bewahren muss man sich als Vermögensverwalter aber auch leisten können.

Quelle: F.A.Z.

 

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