06.06.2011 · So genannte „Short Seller“ sind verrufen. Dabei erfüllen wagemutige Anleger, die Aktien, Devisen oder andere handelbare Wertgegenstände leer verkaufen, um sie später günstiger zurück zu kaufen, eine sinnvolle Funktion.
So genannte „Short Seller“ sind verrufen. Dabei erfüllen wagemutige Anleger, die Aktien, Devisen oder andere handelbare Wertgegenstände leer verkaufen, um sie später günstiger zurück zu kaufen, zumindest in einem normal funktionierenden Markt eine sinnvolle Funktion.
Denn sie dienen gewissermaßen als Korrektiv zu Fehlbewertungen oder strukturellen Missverhältnissen in einem Markt, wenn sich dessen Kurse irrational weit von fundamental begründbaren Kursniveaus entfernt haben.
Korrektur von Fehlentwicklungen ist überaus sinnvoll
Sei es, weil ganze Volkswirtschaften aufgrund wirtschafts- und finanzpolitischer Misswirtschaft aus dem Ruder gelaufen sind (siehe Griechenland), weil Anleger irrational überschwänglich geworden oder weil sie ganz einfach Betrügern aufgesessen sind.
In allen Fällen sorgen die Leerverkäufer mit ihren Wetten gegen zu stark steigende Kurse für eine Korrektur zuvor beobachteter Fehlbewertungen und in diesem Sinne für eine gewisse „Hygiene“ im Markt. Sie gehen dabei hoher Risiken ein. Denn selbst wenn sie analytisch richtig liegen und die gewählten Wertpapiere verkaufen, heißt das noch lange nicht, dass deren Kurse auch fallen müssen.
Denn stehen den Short-Sellern trotz aller Logik potente Käufer mit tiefen Taschen gegenüber, so können die Kurse und Preise weiter steigen und sie sogar aus Risikoüberlegungen zum verlustreichen Rückkauf ihrer Positionen zwingen. In solchen Fällen, den so genannten „Short-Squeezes“, sind kurzfristig immer wieder starke Kursgewinne zu beobachten.
Unter anderem aus solchen Gründen tendieren die Preise von Agrargütern gegenwärtig eher nach oben. Da das Angebot physisch verfügbarer und damit verkaufbarer Güter begrenzt und im Vergleich zu den Finanzsummen, die auf der „Longseite“ in die Märkte fließen, relativ klein ist, werden die Märkte systematisch verzerrt und können nicht mehr normal funktionieren (siehe auch: Am Rohstoffmarkt droht ein Teufelskreis).
Satte Renditen bei tatsächlich fallenden Kursen
Gelingt es den Short-Sellern dagegen, die Märkte von ihren Argumenten zu überzeugen, können die Kurse der betrachteten Wertpapiere stark fallen. In diesen Fällen verdienen sie nicht nur dann gut, wenn sie sich die entsprechenden Aktien ausgeliehen und verkauft haben, sondern wenn sie sich entsprechende Verkaufsoptionen in ihre Depots gelegt haben. Das zeigte sich in den vergangenen Tagen am Beispiel der Sino-Forest Corporation.
Nach Betrugsvorwürfen verloren die Papiere innerhalb kürzester Zeit 80 Prozent ihres Wertes. Der Kurs fiel von 25 kanadischen Dollar Ende März auf zuletzt 5,25 Dollar. Dagegen stieg der Kurs einer bis zum 18. Juni laufenden Verkaufsoptionen mit einem Wandlungspreis von 20 Dollar in der gleichen Zeit von 3,2 auf 14,4 Dollar. Das zunehmende Volumen im Handel im diesem Kontrakt in den vergangenen Tagen zeigt, dass manche Anleger wussten, dass eine kritische Studie zur Sino-Forest Corporation veröffentlicht werden würde und darauf wetteten. Sie ein hohes Risiko ein, da Kontrakte mit kurzer Restlauf extrem stark auf Veränderung der Preis bestimmenden Faktoren wie Kurs der Basis, Volatilität und nicht zuletzt auch Zeitwert reagieren.
Grundsätzlich sind Wetten auf fallende Kurse überaus sinnvoll. Etwa mit Blick auf die in den vergangenen Jahren geplatzten Kursblasen im Allgemeinen, speziell aber auf Werte wie EM.TV, die Deutsche Telekom, Infomatec, Enron oder die Hypothekenfinanzierer. Wären mehr Short-Seller unterwegs gewesen, wäre manche Kursblase gar nicht erst entstanden.
Short-Seller und Hygiene
Alfred Neuhaus (Neuhaus)
- 06.06.2011, 18:16 Uhr
Schwachsinn ...
roger mafli (mtume)
- 06.06.2011, 18:58 Uhr
Zurückkaufen?
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 06.06.2011, 20:34 Uhr
Reale Werte???
Wilhelm Knigge (pcleopa)
- 07.06.2011, 02:15 Uhr
betrogene Betrüger?
Alois Mantler (louisms)
- 07.06.2011, 10:07 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.264,38 | −0,26% |
| FAZ-INDEX | 1.364,39 | −0,33% |
| TecDAX | 751,01 | −0,01% |
| MDAX | 10.147,80 | −0,59% |
| SDAX | 4.823,45 | +0,10% |
| REX | 437,51 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.118,94 | +0,13% |
| F.A.Z. EURO | 68,54 | −0,23% |
| Dow Jones | 12.433,40 | +0,11% |
| Nasdaq 100 | 2.530,82 | −0,26% |
| S&P500 | 1.313,32 | −1,43% |
| Nikkei225 | 8.542,73 | −1,05% |
| EUR/USD | 1,2370 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 102,45 $ | −0,77% |
| Gold | 1.540,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 145,83 € | +0,25% |