Lange waren Chinas Finanzmärkte abgeschottet, jetzt öffnet sich das Land immer stärker für auswärtige Anleger. Zum Wochenende kündigte die Regulierungsbehörde für Wertpapiere CSRC an, deutlich mehr fremden Kapitalgebern Anlagen in Renminbi (Yuan) zu erlauben. Das könnte es Ausländern ermöglichen, stärker als bisher vom Aufschwung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu profitieren. Analysten sehen darin außerdem einen weiteren Schritt zur Konvertibilität des Renminbi (Yuan) sowie zur Vertiefung und Verbesserung der chinesischen Kapitalmärkte.
Künftig dürften sich in Hongkong registrierte Finanzinstitutionen, darunter die Niederlassungen chinesischer Banken und Versicherer, an dem sogenannten Programm für qualifizierte ausländische institutionelle Renminbi-Investoren (RQFII) beteiligen, teilte die CSRC im Internet mit. Bisher war das nur dort ansässigen chinesischen Wertpapierhandelsgesellschaften und Investmentfonds gestattet.
Die Behörde weitete auch die zulässigen Anlageprodukte aus. So können die RQFII demnächst einen höheren Anteil an Festlandsaktien sowie Wandelanleihen halten und schon bei Erstemissionen mitbieten. Auch bestimmte Termingeschäfte sind möglich. Bisher mussten sich die RQFII weitgehend auf Anleihen und Indexfonds beschränken.
Weitere Schritte zur Öffnung der Märkte
Die CSRC kündigte weitere Liberalisierungsschritte an, „um mehr langfristig orientierte ausländische Fonds anzuziehen und um die Reform und Öffnung der Kapitalmärkte zu gewährleisten“. Verschiedene Akteure zeigten am Freitag Interesse, sich um eine der neuen Lizenzen zu bewerben, darunter die Bank Standard Chartered. „Hongkong und die Märkte in Übersee heißen die Neuerungen sehr willkommen“, sagte Hongkong-Chef Benjamin Hung.
Analysten erwarten, dass mindestens 20 Einrichtungen die Teilnahme an dem Programm beantragen werden. Es hatte Ende 2011 begonnen, zunächst mit einem zulässigen Gesamtanlagevolumen von 20 Milliarden Yuan (nach heutigem Kurs 2,4 Milliarde Euro); 80 Prozent davon flossen damals in festverzinsliche Papiere.
2012 wurde die Begrenzung zunächst auf 70 und schließlich auf 270 Milliarden Yuan (33 Milliarden Euro) erhöht. Anfang dieses Jahres stellte der CSRC-Vorsitzende Guo Shuqing eine Verzehnfachung in Aussicht.
Bankfachleute sehen in der Ausweitung den Versuch, die Belastbarkeit der chinesischen Finanzmärkte für Kapitalzuflüsse zu testen. Die Öffnung dürfte auch den Börsen gut tun. Die Kurse leiden unter der geringen Liquidität.
Die chin. Übersetzung von "Handeln mit Aktien" bedeutet...
Roland Wagner (Eurofighter77)
- 09.03.2013, 03:19 Uhr
