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Profitables Anlagejahr Was 2012 aus 100.000 Euro wurde

Wer im vergangenen Jahr eine sechsstellige Summe investiert hat, konnte kaum etwas falsch machen. Vor allem Aktien und Staatsanleihen aus einigen finanzschwachen Euroländern warfen Gewinne ab.

© ZB Viele Anleger konnten ihr Vermögen vermehren.

Angesichts von Wirtschafts- und Schuldenkrise ist es erstaunlich - aber Kapitalanleger konnten im vergangenen Jahr nicht viel falsch machen. Verluste gab es nur mit wenigen Anlageklassen. Aktien legten überwiegend zu. Das Gleiche gilt für Staatsanleihen, insbesondere für solche aus einigen finanzschwachen Euroländern. Selbst Investitionen im Ausland gingen selten schief, weil der Euro sich gegenüber den meisten wichtigen Währungen im Großen und Ganzen stabil hielt.

Der höchste Ertrag war - wie übrigens schon im Vorjahr - mit venezolanischen Aktien möglich. Dort stiegen die Kurse Im Jahr 2012 um durchschnittlich 300 Prozent. Allerdings sollte sich niemand wegen entgangener Gewinne grämen. Denn die Ausreißer nach oben sind meist in den Schwellenländern zu finden. Dort ist der Zugang für Ausländer jedoch meist beschränkt und für Privatanleger der Aufwand zu groß. Insofern stehen Aktionäre, die in der Heimat geblieben sind, gar nicht schlecht da. Der Dax legte knapp 26 Prozent zu. Der deutsche Aktienmarkt liegt damit in der Spitzengruppe der etablierten Börsen.

Infografik / Was im Jahr 2012 aus 100 000 Euro wurde © F.A.Z. Vergrößern

Im Euroraum war nur mit griechischen Aktien mehr zu verdienen, deren Wert um 40 Prozent stieg. Dem war jedoch ein mehrjähriges Siechtum mit enormen Verlusten vorangegangen. Die erleben gerade die Aktienanleger in Zypern, wo sich der Leitindex mehr als halbiert hat. Allerdings ist auch das nur eine Randerscheinung, denn die Börse dort hat nur eine Kapitalisierung von etwa 1 Milliarde Euro.

Viel Geld konnten Anleger mit Anleihen aus Krisenländern verdienen

Wer im Jahr 2012 auf Sicherheit gesetzt und nur in erstklassige Titel investiert hat, hat zwar kein Geld verloren, aber das Zinsniveau reicht eben bei den meisten hochwertigen Anlagen kaum noch, um die Inflation von derzeit in Deutschland rund 2 Prozent auszugleichen. Mit offenen Immobilienfonds, Sparbüchern, Tagesgeld und Festgeld, lagen die Erträge zwischen 0,5 und 3 Prozent. Deutsche Pfandbriefe warfen immerhin gut 7 Prozent ab. Deutsche Bundesanleihen waren schon zu Jahresbeginn niedrig verzinst. Weil aber viele Investoren in der Krise nach besonders liquiden und sicheren Titeln Ausschau hielten, kletterte der Kurs der Anleihen weiter, so dass unter dem Strich ein Ertrag von 4 Prozent steht.

Trotz der Inflationsängste vieler Menschen stieg der Goldpreis, in Dollar gerechnet, kaum noch. Und dieser Ertrag wurde zudem noch durch einen kleinen Währungsverlust geschmälert. Die in Euro gerechnete Rendite liegt damit knapp unter 2 Prozent. Viel Geld war dagegen - erstaunlicherweise angesichts der abermaligen Zuspitzung der Staatsschuldenkrise - mit Anleihen der Krisenländer zu verdienen. Wer sich traute, seine 100.000 Euro Anfang des Jahres in portugiesische Anleihen zu investieren, ist heute rund 52.000 Euro reicher. Mit irischen Anleihen beträgt der Gewinn 29.000 Euro, mit italienischen 20.000 Euro und mit spanischen Anleihen immerhin noch 5500 Euro.

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Allerdings wurde der Ertrag insbesondere von vielen Gläubigern Spaniens mit schlaflosen Nächten bezahlt, denn zeitweise schnellten die Renditen nach oben und die Kurse sanken entsprechend. Erst die umstrittene Ankündigung der Europäischen Zentralbank notfalls unbegrenzt zu intervenieren, führte zu einer Beruhigung. Im Durchschnitt aller Euroländer und über alle Laufzeiten gerechnet, beträgt der Jahresertrag mit Staatsanleihen gut 11 Prozent. Das ist der höchste Wert seit mindestens acht Jahren.

Quelle: F.A.Z.

 
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