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Morgan-Stanley-Chef Gorman Weniger Gehalt für Investmentbanker

Der Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley, James Gorman, hält die Gehälter an der Wall Street für überhöht. Damit reagiert er auf die heftige Kritik amerikanischer Großanleger.

© AFP Setzen die Gehälter an Wall Street die falschen Anreize? Immer mehr amerikanische Großanleger antworten mit „ja“

Vier Jahre nach der Finanzkrise überdenken Banken an der Wall Street auf Druck großer Investoren offenbar die Praktiken bei der Vergütung ihrer Angestellten. Bei Morgan Stanley stehen angesichts gesunkener Renditen offenbar weitere Entlassungen sowie Bonuskürzungen an. „Es gibt viel zu viel Kapazität und die Vergütung ist viel zu hoch“, sagte James Gorman, der Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley, in einem Interview mit der britischen Zeitung „Financial Times“. Als Aktionär habe er Sympathien für jene Anteilseigner, die Mitarbeiter der Branche immer noch für „überbezahlt“ halten.

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Investmentbanken stehen nach den Hochzeiten des vergangenen Jahrzehnts seit der Finanzkrise von vielen Seiten unter Druck. Eine schärfer gewordene Regulierung, niedrigeres Handelsvolumen, eine geringere Zahl von Unternehmensfusionen und Börsengängen sowie die Konkurrenz von Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften schwächen die Ergebnisse. Dennoch haben Investmentbanken bisher weitgehend an ihren bisherigen Vergütungsmodellen festgehalten.

„Vergütung an Leistung anpassen“

Traditionell schütten die Banken rund die Hälfte ihrer Einnahmen in Form von Boni an die Angestellten aus. Diese Quote wurde laut Gorman sogar erhöht, wenn die Einnahmen zurückgingen. Das klassische Argument: Wenn wir unseren Leuten nicht mehr zahlen, werden sie von der Konkurrenz abgeworben. „Das aktuelle Führungspersonal an der Wall Street sieht das aber etwas kompromissloser, und die Aktionäre sind auf jeden Fall härter geworden“, sagte Gorman.

Morgan Stanley Earns © dapd Vergrößern „Es gibt viel zu viel Kapazität und die Vergütung ist viel zu hoch“: James Gorman, Vorstandsvorsitzender von Morgan Stanley

Als überhöht geltende Gehälter an der Wall Street waren nach der Finanzkrise stark kritisiert worden. Im vergangenen Jahr hatte sich unter dem Namen „Occupy Wall Street - Besetzt die Wall Street“ eine unternehmenskritische Bewegung formiert, die unter anderem gegen hohe Bonuszahlungen in der Finanzbranche protestierte. Das Umdenken Gormans ist offenbar eine Konsequenz der wachsenden Kritik ungeduldiger Großanleger. Institutionelle Investoren wie Investmentfonds oder Pensionsfonds drängen auf eine Reform der Vergütungspraxis.

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„Manchmal werden Manager gewaltig dafür belohnt, dass sie einfach in ihrem Sessel sitzen und jeden Tag zur Arbeit erscheinen“, sagt Aeischa Mastagni, die Anlagen beim Pensionsfonds CalSTRS verantwortet. Die Pensionskasse der kalifornischen Lehrer zählt mit einem Vermögen von 154 Milliarden Dollar zu den Giganten dieser einflussreichen Fonds. „Es besteht die Notwendigkeit, Vergütung an Leistung anzupassen“, fordert Mastagni. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters waren Manager von Morgan Stanley im vergangenen Jahr in einem Treffen mit Investoren heftig kritisiert worden. Die „erbosten“ Fondsmanager hätten von Morgan-Stanley-Managern, darunter der Finanzchefin, gefordert, die Vergütungsquote auf 30 Prozent zu senken. In den vergangenen zwei Jahren hatte Morgan Stanley 51 Prozent der Einkünfte als Bonus ausgezahlt.

 

Morgan Stanley ist nicht die einzige Bank, die den Druck von Investoren spürt. Im April hatten Aktionäre der Citigroup, darunter Pensionsfonds und Vermögensverwalter, auf der Hauptversammlung die vom Verwaltungsrat beschlossenen Vergütungspakete für den Vorstandvorsitzenden Vikram Pandit und andere Manager mehrheitlich abgelehnt. Die Manager haben das Geld jedoch nicht zurückgezahlt, da das Votum nicht bindend war.

Die Abstimmung hatte allerdings einen hohen Symbolwert, was wie jetzt bei Morgan Stanley zu einer Überprüfung der Vergütungspraxis führen könnte. Konkret bemängelten die Aktionäre der Citigroup, dass die Geschäftsziele und Anreize für die Boni zu niedrig waren. Der damalige Verwaltungsratvorsitzende der Bank, Richard Parsons, hatte die Revolte der Aktionäre als „ernste Angelegenheit“ bezeichnet. Die Mitglieder des Verwaltungsrats wollten sich deswegen mit Aktionärsvertretern treffen. Amerikanische Aktionäre haben ein nicht-bindendes Mitspracherecht bei der Vergütung der Geschäftsführung, seit das Dodd-Frank-Reformgesetz vor zwei Jahren in Kraft getreten war. Mit dem Gesetz reagierte der Kongress auf die Finanzkrise, die Banken wie die Citigroup in Schieflage gebracht hatte und Staatshilfen in dreistelliger Milliarden-Dollar-Höhe für die Branche erforderte.

Quelle: F.A.Z.

 
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