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Investmentfonds Wie finde ich den richtigen?

12.01.2010 ·  Anleger, die einen Fonds suchen, haben es leicht: Sie müssen nur auf die vergangenen zwei Jahre blicken. Wenn ein Fonds beide Mal erfolgreich war, bietet er auch künftig gute Chancen.

Von Patrick Bernau
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Welchem Fonds vertraue ich mein Geld 2010 an? Vor dieser Frage stehen viele Privatanleger, und sie sollten sie mit Überlegung beantworten. Denn die Antwort auf diese Frage hat vergangenes Jahr den Unterschied gemacht, ob sich das Geld um zwei Drittel vermehrt oder sogar an Wert verloren hat.

Dass ein Fonds sinnvoll ist, steht für die meisten Anleger außer Frage. Schon allein deshalb, weil die Verteilung des Geldes auf viele Aktien ihnen zusätzliche Sicherheit bringt, aber sie allein gar nicht genug Geld haben, um es auf dreißig oder mehr Aktien zu verteilen, ohne dass die Kosten sämtliche Erträge auffressen. Doch die Auswahl ist schwierig: Wer wird im nächsten Jahr gut abschneiden?

Die Zeit der Billigen

Die Kriterien für die Fondsauswahl sind da erst mal andere als für die Auswahl von einzelnen Aktien. Wenn Aktien extrem gut gelaufen sind, sollten Anleger sie tunlichst meiden, schließlich können sie dann in den meisten Fällen nicht mehr viel gewinnen. Unter den Aktien, die schlecht gelaufen und deshalb billig sind, finden sich dagegen oft die großen Gewinner des nächsten Jahres.

Mit den Fonds ist es gerade umgekehrt: Da kaufen die Anleger ja keine Aktien zu einem bestimmten Preis, sondern sie kaufen die Qualität eines Fondsmanagers. Und wenn der in den vergangenen Jahren schlecht abgeschnitten hat, sollten sie ihm lieber nicht vertrauen.

Deshalb fällt der Blick vieler Anleger auf das vergangene Jahr. Welcher Fondsmanager hat da gut abgeschnitten? Daten der Fonds-Ratingagentur Feri Eurorating zeigen: Ganz vorne dabei war zum Beispiel Frank Lingohr. Der Fondsmanager aus Erkrath bei Düsseldorf, der seine Aktien von Computern vorauswählen lässt, hatte im vergangenen Jahr ein sehr glückliches Händchen: Im Februar zeigten ihm die Berechnungen seines Computers, dass vor allem konjunktursensible Unternehmen an der Börse inzwischen viel zu billig waren.

Lingohr, der immer auf der Suche nach günstigen Unternehmen ist, schichtete seinen Fonds um - und war nicht nur von Anfang an an der Rally beteiligt, die im März begann, sondern fand auf diese Weise auch die Aktien, die am meisten aufzuholen hatten.

Die Ersten werden die Letzten sein

Auch die meisten anderen Fonds, die sich jetzt in den Ranglisten weit vorne finden, folgen einem ähnlichen Prinzip, zum Beispiel der Pioneer German Equity oder der Long Term Investmentfonds Classic. Schlecht lief es dagegen für Anleger, die ihr Geld in einen Indexfonds investiert hatten, also gar nicht auf eine menschliche Hand hofften, sondern ihr Geld einfach dem Markt überließen. Ausnahmsweise erzielten nicht nur die besten Fondsmanager höhere Renditen als der Index, sondern sogar der Durchschnitt aller.

Doch schon ein genauerer Blick auf die Fonds zeigt: Das Prinzip, das Fonds in einem Jahr erfolgreich macht, funktioniert in anderen nicht unbedingt. Das zeigt zum Beispiel Lingohr. Der war 2009 gut, hatte 2008 aber mit seinen günstigen Aktien Pech. Im Katastrophenjahr fanden Aktien, die ohnehin schon unbeliebt und deshalb billig waren, noch weniger Freunde - und Lingohr verlor.

„2009 waren viele Fondsmanager gut, die 2008 Probleme hatten, aber ihre Strategie trotzdem konsequent weiterverfolgt haben“, sagt Eckhard Sauren, der in Dachfonds das Geld von Anlegern auf unterschiedliche Fonds verteilt. Das gilt auch umgekehrt: „Wer 2008 gut war, hatte 2009 oft Probleme.“ 2008 war das Jahr der Indexfonds und der Fondsmanager, die die Lage der Aktienmärkte gut einschätzen können und die Krise kommen sahen: Jens Ehrhardt mit der DJE-Vermögensgesellschaft und Edouard Carmignac zum Beispiel.

Der Schnitt macht den Schnitt

Und was für ein Jahr wird 2010? Keiner weiß es sicher. Der Fondsmanager Frank Lingohr, der 2009 erfolgreich war, ist sich selbst nicht sicher, dass das 2010 noch einmal klappt: „2010 wird nicht so wie 2009.“ Doch wer die beiden Vorjahre kennt, hat schon mal viel gewonnen. „2008 und 2009 waren zwei sehr extreme Marktphasen“, resümiert Christian Michel, Fondsanalyst bei der Ratingagentur Feri. Dachfondsmanager Sauren sagt: „Wer sich 2008 und 2009 im Paket ansieht, wird schon wesentlich schlauer.“ Am besten ist es, wenn diese Fonds auch noch auf Dauer, also fünf Jahre und mehr, gut abgeschnitten haben.

Doch die Tabellen der Ratingagentur Feri zeigen: Wer schon mal die vergangenen zwei Jahre gut überstanden hat, der bringt meist auch längerfristig eine gute Rendite. Von den weltweiten Aktienfonds, die 2008 und 2009 zum oberen Zehntel gehörten, stand rund die Hälfte auch auf Fünf-Jahres-Sicht an der Spitze der Rangliste. Alle aus dieser Gruppe waren besser als der Index. Das macht Hoffnung für den jungen „Long Term Investment Fund Stability“ der Schweizer Fondsgesellschaft SIA, der noch keine fünf Jahre alt ist.

Für deutsche Aktien ist der DWS Deutschland die richtige Wahl, der bis zur Hälfte des Vermögens in Nebenwerte investiert. Auch die Rendite der Indexfonds muss sich im Zwei-Jahres-Vergleich mit den anderen Fonds nicht verstecken.

Hin und Her macht die Taschen leer

Und wer seinem Fondsmanager auch die Aufteilung des Geldes zwischen riskanten Aktien und sicheren Anleihen überlassen will, der wählt einen Mischfonds - zum Beispiel den Carmignac Patrimoine von dem französischen Vermögensverwalter Edouard Carmignac, der auch mit seinem Aktienfonds Investissement in den vergangenen Jahren eine glückliche Hand bewies.

Anleger, deren Fonds immer noch leidlich funktioniert oder im vergangenen Jahr nur ein schlechtes Jahr nach vielen guten hatte, sollten jetzt allerdings kein Geld aus dem alten Fonds abziehen, um es in einen anderen zu stecken. Sie haben gute Chancen, dass ihr Fonds im nächsten Jahr wieder aufholt. Auf jeden Fall aber kostet das Umschichten so viel Geld, dass es sich meist nicht lohnt. Anleger sollten sich in diesen Fällen höchstens für neues Geld einen anderen Fonds suchen - und fangen auf diese Weise mit dem an, was Fondsexperte Eckhard Sauren empfiehlt und was für Aktien wie für Fonds gilt: „Am besten sollten Anleger ihr Geld auf verschiedene Fonds verteilen.“

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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