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Aktienmarkt Historie spricht dieses Mal für steigende Kurse im Oktober

01.10.2009 ·  Weil sich in diesem Monat die beiden schwersten Kurseinbrüche ereigneten, hat der Oktober keinen guten Ruf. Doch die Geschichte lässt darauf hoffen, dass es in diesem Jahr besser läuft aus Sicht der Börsianer.

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Der September und der Oktober haben keinen guten Ruf bei den Börsianern. Das schlechte Image ist dabei geschichtlich bedingt. So weist der September über die vergangenen achtzig Jahre hinweg mit einem durchschnittlichen Minus von 1,2 Prozent die schwächste Bilanz aller Monate auf. Und der Oktober kommt vor allem deshalb schlecht weg, weil sich in diesem Monat der Schwarze Freitag 1929 und der Börsencrash von 1987 ereigneten.

Doch wenn es nach der Geschichte geht, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass den Aktienmärkten in diesem Jahr ein weiterer Crash erspart bleibt. Im September haben sich die Notierungen jedenfalls an das von der Historie vorgegebene Drehbuch gehalten. Denn es zwar ein freundlicher Börsenmonat. So kletterte beispielsweise der S&P 500 Index um 3,6 Prozent.

Nach Bärenmärkten stieg der S&P im Schnitt um 3,2 Prozent

Diese Bilanz ist zwar deutlich besser, als der allgemeine September-Schnitt. Aber trotzdem wird das Ergebnis durch ähnliche Entwicklungen in der Vergangenheit gedeckt. Denn in den 14 vorherigen Fällen, in denen der September seit 1929 auf das Ende eines Bärenmarktes folgte, reichte es da im Schnitt zu Gewinnen von zwei Prozent.

Für den potenziellen Verlauf des Oktobers ist das deshalb ein gutes Omen, weil auch dieser Monat bei der aktuellen Ausgangskonstellation in der Vergangenheit gut abgeschnitten hat. Zumindest zeigen das Zahlen, die Sam Stovall, Investmentstratege beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s, ermittelt hat. Diesen Daten zufolge stieg der S&P 500 Index in den 14 Fällen, in denen zuvor ein Bärenmarkt zu Ende gegangen war, um durchschnittlich 3,2 Prozent. Und was ebenfalls ermutigend ist: Weil die Anleger die Kurse für gewöhnlich in den ersten zwölf Monaten eines neuen Bullenmarktes nach oben hieven, kam es nur in 29 Prozent der Fälle zu fallenden Notierungen.

Zudem weist Stovall noch darauf hin, dass auch allgemein der Oktober besser ist, als es bedingt durch die beiden erwähnten Kurseinbrüche seinem Ruf als Schreckensmonat entspricht. Insgesamt hat es der S&P 500 Index seit 1929 im Oktober auf ein Plus von 0,2 Prozent. Damit liegt das Ergebnis nur leicht unter dem Wert von plus 0,6 Prozent, der sich in dieser Zeit im Schnitt für alle Monate ergibt. Gefallen sind die Kurse im Oktober dabei in 43 Prozent der Fälle, was ebenfalls unspektakulär ist verglichen mit den allgemein üblichen 42 Prozent,

Fünftbestes Drittquartalsergebnis seit 1929

Laut Stovall sind diese Ergebnisse aus der Vergangenheit zwar kein Garant dafür, dass es auch in diesem Jahr wieder so läuft. Zumal aktuell noch nicht beurteilt werden könne, ob nicht vielleicht doch schon zu viele Hoffnungen hinsichtlich einer konjunkturellen Belebung und einer Verbesserung der Unternehmensergebnisse stecken.

Kurzfristige Gewinnmitnahmen, welche die Kurse um rund fünf Prozent drücken, könnten deshalb nicht ausgeschlossen werden, so Stovall. Sollte diese Konstellation eintreffen, würde das Anlagekomitee von Standard & Poor´s dies aber als willkommene Einstiegschance einstufen. „Der Trend ist nach wie vor unser Freund“, lautet das Fazit von Stovall. Und wie stark dieser Trend in der Tat ist, hat das gerade zu Ende gegangene dritte Quartal gezeigt. Mit einem Anstieg von 15 Prozent hat es der S&P 500 Index auf Platz 17 in der Bestenliste aller Quartale seit 1929 geschafft und auf Platz fünf beim Vergleich der Drittquartalsbilanzen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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