20.11.2009 · Wie schon in der Vergangenheit hat sich der Dax in einem Rezessionsjahr gut geschlagen. Aus der Historie lässt sich für das Jahr danach aber keine klare Kursprognose ableiten. Entscheidend für die Kursentwicklung dürfte die Zinspolitik werden.
Trotz einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld hat sich der Dax nach der im ersten Quartal noch anhaltenden Schwäche anschließend gut entwickelt. Derzeit steht seit Jahresanfang in Anstieg von rund 18 Prozent zu Buche under der MDax kommt sogar auf ein Plus von rund 30 Prozent. Und die Mehrheit der Anleger geht derzeit davon aus, dass die gute Form in einer Jahresendrally mündet.
Für Laien mag die Performance, die der Dax in diesem Jahr hingelegt hat, überraschend erscheinen. Doch schon die früheren Rezessionsjahre 1967 (Dax plus 49 Prozent), 1975 (+40 Prozent), 1982 (+14 Prozent), 1993 (+47 Prozent) und 2003 (+37 Prozent) erwiesen sich als überdurchschnittliche Aktienjahre.
Nachdem sich die Geschichte in diesem Jahr wiederholt hat, stellt sich natürlich die Frage, wie es früher im ersten Jahr nach einer Rezession am Aktienmarkt gelaufen ist. Allerdings lässt sich zur Beantwortung dieser Frage aus der Historie keine klare Handlungsempfehlung ableiten. Denn neben guten Jahren gab es da in der Vergangenheit durchaus auch Verlustjahre zu beklagen (siehe Grafik).
Nach Jahreswechselrallye droht Debatte um Zinserhöhungen
Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp, der sich mit der Materie beschäftigt hat, rechnet nach einer Jahresendrallye zunächst mit einem positiven Start in das Börsenjahr 2010. Denn die Investoren sollten mehr und mehr Anzeichen dafür finden, dass die Ängste vor einem erneuten Konjunkturrückschlag übertrieben sind. So ist zuletzt die Jahresveränderungsrate des OECD-Frühindikators für Asien mit plus 14,2 Prozent auf ein 20-Jahreshoch gestiegen. Im Transportsektor konnte der Baltic Dry Index seit Mitte September wieder um mehr als 90 Prozent zulegen, und der Dow Transport Index bewegt sich nach einer fulminanten 80 Prozent-Rallye seitwärts. Und im Technologiesektor legt der DRAM-Index seit dem Sommer kräftig zu und notiert mit 3.800 auf einem Mehrjahreshoch.
Doch anschließend sollten nach seiner Einschätzung angesichts der stetigen Verbesserung der Konjunkturperspektiven ab dem Frühjahr Spekulationen über die ersten Leitzinserhöhungen von EZB und Fed einsetzen und das dürfte die Aktienmärkte dann ausbremsen. „Aktieninvestoren sollten insbesondere die Libor-Sätze und die Inflationserwartungen in der Eurozone und in Amerika im Auge behalten. So beendete der Aktienmarkt nach dem Rezessionsjahr 2003 in 2004 seinen Aufwärtstrend, als die Libor-Sätze begannen, ihre Tiefstände zu verlassen“, erläutert Hürkamp.
Commerzbank rechnet ab dem Frühjahr mit volatiler Seitwärtsbewegung
Und basierend auf den historischen Erfahrungen führt er weiter aus: „Die Reaktion der Aktienmärkte auf den von uns für den Sommer erwarteten Beginn der Leitzinserhöhungen wird unserer Meinung nach vor allem von der Reaktion der Bondmärkte abhängen. So kam es in 1994 zu deutlichen Kursverlusten an den Aktienmärkten, als die Zinswende der Fed einen starken Anstieg der langfristigen Renditen auslöste. In 2004 setzte dagegen ein monatelanger Seitwärtstrend ein, da die Bondmärkte nur mit leicht steigenden Renditen auf den Fed-Politikwechsel reagierten.“
Für 2010 rechnet man bei der Commerzbank mit einer eher moderaten Reaktion an den Anleihemärkten und hausintern werden deshalb für die Aktienmärkte ein Szenario wie in 2004 favorisiert. Der Dax würde demnach nach einem positiven Start in 2010 im Frühjahr in eine volatile Seitwärtsbewegung übergehen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |