27.12.2012 · Die Finanztransaktionssteuer belastet die Börse Paris. Die Anleger weichen in ausländische Aktien und in steuerbefreite Derivate sowie kleine und mittelgroße Aktien aus.
Von Christian Schubert, ParisRichtlinien für Lesermeinungen
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Wenn ich Sie richtig verstehe, ist eine solche Steuer erfolgreich, wenn Sie in der ganzen Eurozone erhoben wird. Dieser Ansicht sind auch unsere famosen Europolitiker. Es hat ihnen noch niemand gesagt, dass Zürich, London, New York und Singapore auch Finanzplätze sind. Die werden sich die Hände reiben bei Einführung einer EU-Finanztransaktionssteuer!
Das Spiel funktioniert nur dann, wenn die Regeln eine gewisse Symmetrie
aufweisen. Solange diese nicht da ist, werden interessierte Parteien
jede Asymmetrie gnadenlos ausnutzen.
1. Finanztransaktionssteuer für alles, ohne Ausnahmen. Selbst
für die Auszahlung am Automaten oder den Einkauf per EC-Karte.
Dafür dann aber einen pauschalen Freibetrag für jeden.
2. Besteuerung von Investitionen aus Ländern, die keine solche
Transaktionsbesteuerung haben. Hört sich erst einmal
merkwürdig an, aber so verbilligt man Investitionen aus dem
(erweiterten) Inland. Natürlich kann man Millionen in Shanghai
anlegen, aber wenn es dort herumliegt, kann es kein Geld verdienen. Geld
produziert eben kein Geld. Nur Wirtschaft produziert einen Mehrwert.Und
keine der bekannten Steueroasen kann aus sich selbst den Mehrwert
schaffen, der ihrem Zinsniveau entspricht.
Bei all dem hilft natürlich nur ein konsequentes Miteinander. Es
ist möglich, erfordert aber politische Rückrat an vielen Stellen.
Durch hohe oder neue Steuern Anleger abzuschrecken oder zu vertreiben,
ist ein politisches Gesellschaftsspiel, das in europäischen Staaten
zunehmend ausgeübt wird. Auch deutsche
Parteien mischen da längst ihre Karten.
Steuereinnahmen oder Marktsteuerung
Dass der französiche Staat die erhofften Steuereinnahmen aufgrund von Ausweichbewegungen nicht erzielen werden können, dürfte auf der Hand liegen und kann keine Überraschung sein. Hier stellt sich eher die Frage auf welchen (naiven) Annahmen die Steuermehreinnahmen berechnet wurden; doch hoffentlich nicht auf der Basis unveränderter Geschäftstätitkeiten. Der Mechanismus funktioniert also: Besteuerung reduziert Aktivitäten. Gerade kurzfristig ausgelegte Transaktionen durch "am schnellen Profit orientierte geldgierige Finanzjongleure" finden wohl nicht mehr in dem Ausmass wie früher statt. Was war daher also nochmal der Zweck der Steuer?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 09:03 UhrWer ist denn hier naiv ?
Risikofreudige Anleger machen nun einen großen Bogen um F und Sie schließen daraus, daß die Besteuerung den ökonomisch schädlichen, aber profitablen Hochfrequenzhandel reduziert hätte.
Jetzt klagen die Franzosen und morgen ? Unser Problem sind wir selbst .
Warum verstehen wir nicht das nur ein Gesetz für ein Thema auf
Euro ebene funktionieren kann .
Wenn wir es ehrlich meinen und unsere Gier endlich verbannen dann hat
jeder von uns mehr Sicherheit und können uns dem zuwenden
wofür wir hier sind : leben und leben lassen.
Das stand gestern sogar in 20 Minuten drin
aber das ist auch kein Wunder sondern war vorherzusehen.
Aber wie sagen ja einige: lasst uns doch erst mal ein Jahr schauen, was
wirklich passiert.
Oder anders ausgedrückt: stecken wir den Kopf in den Sand und
hoffen, dass alles gut wird.
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