http://www.faz.net/-gv6-uqcu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 16.05.2007, 14:03 Uhr

Steuererklärung (5) So füllen Sie die Anlage KAP richtig aus

Die Anlage KAP ist für Anleger das wichtigste Formular in der Steuererklärung. FAZ.NET erklärt, was an welcher Stelle stehen muss und worauf Sie achten sollten.

von Lutz Schumann

Das Formular KAP ist Ihren Einkünfte aus Kapitalvermögen, also in erster Linie Dividenden und Zinsen, vorbehalten. Es betrifft allerdings nur private Kapitaleinkünfte. Zinsen oder Dividenden, die Ihre Firma oder Praxis betreffen sowie Erträge, die im Rahmen Ihrer Vermieteinkünfte anfallen, gehören hier nicht hinein, sondern müssen diesen Einkunftsarten zugeordnet werden. Spekulationsgewinne oder -verluste werden mit diesem Formular ebenfalls nicht erfasst. Diese müssen Sie in der Anlage SO geltend machen.

Im oberen Bereich des Formulars tragen Sie Ihren Namen, Vornamen sowie Ihre Steuernummer ein. Kreuzen Sie „zur Einkommensteuererklärung“ an.

Mehr zum Thema

Zeile 4: Zinsen aus Sparbüchern, Sparverträgen, Festgeldern, Sparbriefen, Tagesgeldkonten und Fremdwährungskonten (wenn der Schuldner seinen Sitz in Deutschland hat).

Zeile 5: Zinsen aus Bausparguthaben. Ausnahme: Der Bausparvertrag dient dem Kauf oder Umbau einer Mietimmobilie. In diesem Fall müssen die Erträge in der Anlage Vermietung angesetzt werden (Zeile 11).

Zeile 6: Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren, zum Beispiel festverzinsliche Anleihen, Bundesschatzbriefe Typ A, Finanzierungsschätze des Bundes, Pfandbriefe, Sparbriefe, Schuldverschreibungen, Währungsanleihen (soweit sie nicht zu ausländischen Einkünften gehören). Die beim Verkauf festverzinslicher Papiere eingenommenen Stückzinsen gehören wie die zugeflossenen Zinsen zu Ihren Einnahmen (laut Abrechnung).

Achtung: Beim Kauf gezahlte Stückzinsen sind negative Einnahmen, also keine Werbungskosten. Hat die Bank in der Abrechnung die positiven Einnahmen (Zinsen, Stückzinsen) schon mit negativen (gezahlte Stückzinsen) verrechnet, brauchen Sie hier nur die Differenz einzutragen.

Auch Erträge aus Papieren ohne laufende Zinszahlungen (zum Beispiel Zero-Bonds, U-Schätze, Bundesschatzbriefe Typ B, auf- und abgezinste Sparbriefe) müssen Sie hier angeben, ebenso Schuldverschreibungen und Schuldbuchforderungen, wenn Stückzinsen nicht besonders in Rechnung gestellt werden, ebenfalls Index-Anleihen (Rück- und/oder Zinszahlungen hängen von einem Index ab), Hochzins- und Umtauschanleihen sowie Gleit- und Kombizins-Anleihen.

Zeile 7: Zinsen aus sogenannten Tafelpapieren (Papiere, die ohne Namensnennung verkauft und in keinem Depot verwahrt werden) müssen Sie getrennt aufführen, da hier die einbehaltene Zinsabschlagsteuer 35 Prozent beträgt.

Zeile 8: Erträge aus Investmentfonds mit Zinspapieren. Hier hinein gehören auch die Zinsanteile von Aktienfonds. Achtung! Dividendeneinnahmen aus Fonds müssen Sie in Zeile 19 angeben. Welche Erträge Ihre Fonds ausschütten, entnehmen Sie der jeweiligen Jahressteuerbescheinigung. Zwischengewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen sind ebenfalls Einnahmen oder negative Einnahmen.

Zeile 9: Für Immobilienbesitzer (Vermieter): Hier können Sie Zinsen aus der Instandsetzungsrücklage einer Wohnungseigentümergemeinschaft oder aus einer hinterlegten Mietkaution eintragen.

Zeile 11: Zinseinnahmen aus Wandelanleihen. Dies sind Schuldverschreibungen, die neben einem festen Zins ein Recht auf Umtausch in Aktien einräumen. Gewinnobligationen sind Schuldverschreibungen, die eine Zusatzverzinsung zahlen, die sich nach der Höhe der Gewinnausschüttung des Schuldners richtet.

Zeile 12: Zinsen aus einer steuerpflichtigen Lebensversicherung (weniger als zwölf Jahre Laufzeit). Die Zinsen sowie die eventuell von der Gesellschaft einbehaltene Kapitalertragsteuer entnehmen Sie der Abrechnung.

Zeile 13: Erträge aus einer typisch stillen Gesellschaft/einem partiarischen Darlehen. Sie müssen hier sämtliche Einnahmen als stiller Gesellschafter angeben, zum Beispiel regelmäßige Zinszahlungen, Aufgelder, Damnum oder ein erzielter Mehrerlös beim Verkauf der Einlage. Ein partiarisches Darlehen liegt vor, wenn Sie keine Zinsen, sondern Gewinnanteile erhalten.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Notenbanken Wenn die Zentralbank zum Großaktionär wird

Die Schweizer Nationalbank investiert stärker in Aktien und erhebt auf Hauptversammlungen ihre Stimme. Die Bank von Japan kauft ETFs. Einfluss auf Unternehmen üben sie nicht aus. Mehr Von Gerald Braunberger und Johannes Ritter, Zürich

23.08.2016, 09:54 Uhr | Finanzen
Animation Das Geheimnis des billigen Öls

Noch vor einigen Jahren kostete ein Faß Rohöl 115 Dollar, heute etwa ein Viertel. Was sind die Gründe?  Mehr Von Christian Siedenbiedel und Reinhard Weber

17.08.2016, 20:30 Uhr | Finanzen
F.A.Z. exklusiv Wirtschaftsweiser Wieland: EZB destabilisiert Finanzsektor

Die EZB werde mit ihrer Geldpolitik Teil des Problems, sagt Wieland in der F.A.Z. Auch die politischen Folgen sieht der Wirtschaftsweise kritisch. Mehr

24.08.2016, 13:10 Uhr | Finanzen
Die Vermögensfrage Früher in den Ruhestand ohne Rentenminderung

Ausgleichszahlungen können Rentenabschlägen entgegenwirken. Doch genutzt haben sie 2014 lediglich 967 Arbeitnehmer. Dabei können sie durchaus lukrativ sein. Mehr Von Barbara Brandstetter

20.08.2016, 15:38 Uhr | Finanzen
Mittelstandsanleihen Wie KTG Agrar die Anleger schwindelig rechnete

Der Agrarkonzern KTG war ein Dschungel wirrer Schuldverflechtungen - und auch ein hoch subventionierter Selbstbedienungsladen? Mehr Von Jan Grossarth

22.08.2016, 13:24 Uhr | Finanzen

Trinken, baden, produzieren Unser täglich Wasser

Wasser ist nicht nur zum Trinken da. Viel mehr verbrauchen wir, um Felder fruchtbar zu machen und in den Fabriken Waren herzustellen. Selbst in einer trockenen Scheibe Brot steckt viel Wasser. Mehr Von Sebastian Balzter und Andreas Niebel (Grafik) 4

Name Kurs %
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --
Gold -- --

Produktverbote sind heikel

Von Christian Siedenbiedel

Die Finanzaufsicht Bafin soll Anleger schützen - jetzt auch per Produktverbot. Doch das ist heikel, weil es die Aufsicht überfordert. Mehr 1 1

Abonnieren Sie „Finanzen“