18.03.2012 · Die Preise für Wohnungen gehen durch die Decke. Schuld sind billige Kredite und die Angst der Menschen um den Euro. Wenn das mal gutgeht.
Von Christian SiedenbiedelRichtlinien für Lesermeinungen
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Deutschland pustet eine neue Immobilienblase auf ....
... obwohl es schon gewaltige Blasen in der EU gibt. Und aus jeder Blase muss irgendwann die Luft auch wieder raus. Und dieses Irgendwann kommt noch in diesem Jahrzehnt. Viele Menschen werden viel Geld verlieren, viele alles.
Die "Schlacht ums Haus" wird zur absoluten Nebensache,
wenn Bundesanleihen wieder 5% Zinsen abwerfen sollten. Dann läuft
m.E. die "battle of germany", dann geht es für jeden
hierzulande nur noch um das nackte Überleben: denn schon beim
jetzigen Verschuldungsstand Deutschlands und unter Berücksichtigung
der zur Rettung des Euro eingegangenen Verpflichtungen würde die
Bedienung der Schulden dann jeden Bundeshaushalt sprengen.
Betongold wird dann - worauf einige Foristen hier bereits hingewiesen
haben - durch Zwangshypotheken, Grundsteuer-Explosion im Zuge von
Notstandsgesetzen - zum Katzengold.
Der Besitz von physischem Gold und Silber kann dann zur Abfederung von
Härtefällen durchaus eine gute Alternative sein - allerdings
niemals im Schließfach einer Bank gelagert, sondern an einem
sichereren Ort.
Merkels Politik schürt die Angst.
Das macht die Aufgeregtheit über möglichen Geldverluste durch Inflation. Dass Immobilien auch nicht der Weisheit letzter Schluß sind, haben wir erlebt. In Amerika war es die Politik, die jedem ein Häuschen versprach, viele einfache Leute in die Insolvenz trieb, obwohl alle wußten, der Käufer konnte auf Dauer sein Haus nicht finanzieren. Das Geschäft mit den Immobilien war von vornherein auf Scheitern, also Betrug, angelegt. Dem Deutschen, der in Sachsenhausen wegen des Griechen zu kurz kam, sei gesagt, dass das die Spielregeln des freien Marktes sind, den viele so wunderbar finden. Bleibt die Frage: Weshalb Sachsenhausen und nicht die Ostseeküste? Dort sollen zur Zeit preiswerte Objekte unter den Hammer kommen.
Was der Grieche gemacht hat sollte umgekehrt auch Sinn machen
Antizyklisches Anlageverhalten. Ein Klassiker. Der Grieche will sein Geld -aus Angst vor der Drachme pi pa po- sicher anlegen. Dabei sind hier in Hellas -wo ich seit dreissig Jahren auf der Insel des Odysseus lebe- und daher weiss wovon ich rede, die Anlagemöglichkeiten/chancen gestiegen. Dont forget. Es ist die Lage die langfristig zählt. Und hier hat dieses wunderschöne Land eine weltweit anerkannte Spitzenposition. Ecotopia auf Ithaka ist eine anspruchsvolle Eigentümergemeinschaft. Wir verwirklichen auf 37500 qm unseren Traum von einem nachhaltig gesicherten und aktiven Leben. Schauen Sie mal rein virtuell vorbei und checken Sie uns.
wieso bisschen Blase, wenn auch mehr geht
Die "Reichensteuer" ist doch so en vogue, da werden jede
Wette, schon die tollsten Abzockmodelle im Namen der Gerechtigkeit
kreiert werden - das könnte jede Mietshauskalkulation killen. Z.B.
die Grunderwerbs.-u. Grundsteuern werden doch schon vielerorts
erhöht und nach der BT- Wahl kann man dann so richtig loslegen.
Obendrein müssen ja dann auch, die ganzen Wahlversprechungen
finanziert werden - zumindest muss so getan werden als ob und das hat ja
immer Vorrang, auch wenn man sich dann wieder selbst ins Knie
schießt und deswegen (endlich) wieder gründlich
"retten" oder schlicht enteignen darf.
@ Herrn Stichel : langsames Platzen der Blase
Blasen, die langsam platzen, kann man derzeit in Frankreich beobachten,
wo die Preise für Immobilien in kleineren Städten seit 2007 um
bis zu 20 % zurückgegangen sind. In Paris steigen die exzessiv
gestiegenen Immobilienpreise (Rendite oft bei 2%..., aber die Immobilien
haben sich seit dem Jahr 2000 auch verdoppelt!) nicht mehr: es wird ein
baldiger Rückgang der Preise vermutet.
Probleme hat das aber den Banken deshalb nicht bereitet, weil man wie in
Deutschland normalerweise nur einen Kredit über 60-80 % des
Immobilienpreises erhält, weil die monatl. Raten nicht 33% des
Haushalts-Einkommens übersteigen dürfen, und weil die
überwiegende Zahl der Kredite über eine lange Laufzeit fest
verzinst sind (meistens zwischen 15 und 20 Jahren, mit einem für
die gesamte Laufzeit geltenden Zins!).
Deshalb denken die seriösesten Analysten, daß die
Immobilienpreise in F (anders als in D) auf lange Zeit eine fallende
Tendenz aufweisen, aber ein abrupter Einbruch der Preise wird nicht befürchtet.
In Hamburg finanziert die Haspa Immobilien auch schon zu 100%. Gibt es in Deutschland Begrenzung für die Beleihung von Immobilien.
Nun ja, ob da nicht auch Schwarzgelder fliessen? Und wem will die Bundesregierung da wieder ...
... Gutes tun? Die Rentabilität wäre da relativ einfach zu
bremsen: Wenn die Banken wieder einmal an der falschen Stelle mit
billigem Geld um sich werfen, dann könnte man einerseits die schon
mögliche Besteuerung radikal durchsetzen und man könnte auch
für nicht selbst genutztes Wohneigentum eine pauschale
Einkommensteuer von z.b. 25 % einführen, die ja dann gegebenfalls
mit anderen Einkommensteuerarten im jeweiligen Heimatland verrechnet
werden könnte. Und wenn dann wie z.b. in Griechenland keiner
Steuerpflicht nachgekommen wird, hat eben Pech gehabt.
Schwarzgelder sind aus einigen EU-Ländern auch eher wahrscheinlich
schon weil sie bei einem anzunehmenden Preisverfall der Objekte, den
Schaden klein halten können.
Erst die Sparerschafe, dann die Immobilienschafe: Geschoren und geschlachtet
Unserer bunten Regierung ist es egal und den Finanzbehörden auch, wer mit welchem Geld Immobilien erworben hat und warum. Kluge Leute im Jahr 2012 stossen Immobilien ab und sichern ihr Vermögen, indem sie Gold und Silber kaufen. Zur Miete wohnen und ein vier Jahre altes Auto kaufen kann so schön sein! Der nächste Lastenausgleich kommt so sicher wie das Amen in der Kirche! Der kluge Investor ignoriert das Prestigedenken der Papiergeldgläubigen und geht das Risiko ein, als Depp angesehen zu sein. Wer sich nach 1945 saniert hat, wird heute noch als Kriegsgewinnler verunglimpft. So sind Schafe eben: Dumm und gefrässig. Sie haben nichts auf dem Radar. Deshalb brauchen sie Hunde und Hirten. Die Scherer und Schlachter stehen bereit.
Christian Siedenbiedel Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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