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Staatsschuldenkrise Der beste Schutz vor den Folgen der Krise

 ·  Inflation, höhere Steuern, einmalige Abgaben, Staatsbankrott, Blasen: Die Gefahren in Zeiten der Staatsschuldenkrise sind vielfältig. FAZ.NET erklärt, wie man sich am besten schützt.

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© dpa Vergrößern Die Gefahren in Zeiten der Schuldenkrise in Europa sind vielfältig

Schutz vor Inflation. Je nachdem, wie der Verteilungskonflikt um die Krisenlasten ausgeht, können unterschiedliche Strategien richtig sein. Besonders große Sorgen machen Anleger sich um das Thema Inflation. Bislang ist die Teuerung in Deutschland allerdings noch relativ niedrig. Nach Ansicht der meisten Ökonomen könnte sich das frühestens ändern, wenn die Konjunktur sich bessert und die Wirtschaft wieder wächst. Wer sich für diese Phase vor höherer Inflation schützen möchte, kann auf Aktien, Immobilien und Gold setzen. Allerdings: Gold und Immobilien sind bereits relativ teuer. Aktien können bei sehr extremer Inflation auch leiden; in den Bandbreiten von Inflationsraten, über die im Augenblick diskutiert wird, spielt das allerdings keine Rolle.

Schutz vor höheren Steuern. Solange man nicht weiß, welche Steuern der Staat erhöhen wird, um die Lasten der Staatsschuldenkrise zu überwälzen, sind Vorsichtsmaßnahmen ausgesprochen schwierig. Sollte die Einkommensteuer angehoben werden, gibt es möglicherweise Gestaltungsspielraum, die individuelle Steuer zu senken. Einer Anhebung der Mehrwertsteuer entkommt man eigentlich nur, wenn man das Land wechselt. Wer sehr viel Geld verdient, kann natürlich erwägen, seinen Wohnsitz in ein Land außerhalb der Eurozone zu verlegen - etwa in die Schweiz-, um sich den befürchteten Steuererhöhungen zu entziehen.

Schutz vor einmaligen Abgaben. Ein Haken bei der Vermögensanlage in Immobilien könnte sein, dass in extremen Krisenzeiten die Staaten bisweilen dazu neigen, einmalige Abgaben auf Vermögen zu erheben. Immobilien eignen sich für eine solche Besteuerung gut, weil sie von den Finanzbehörden vergleichsweise leicht zu erfassen und von den Steuerpflichtigen kaum außer Reichweite zu bringen sind. Bewegliches Vermögen ist deshalb für solche Abgaben zumindest etwas schwieriger heranzuziehen. Was kann man daraus folgern? Zumindest die Immobilie als Anlageform nicht für vollkommen ungefährdet zu halten und nicht einseitig auf Immobilien zu setzen.

Schutz vor Staatsbankrott. Dass Deutschland auch zahlungsunfähig wird, erscheint aus heutiger Sicht relativ unwahrscheinlich. Anleger aus aller Welt suchen deutsche Staatsanleihen vielmehr sogar als sichere Anlage. Wer trotzdem Schlimmstes für ganz Europa befürchtet, kann seine Anlagen weltweit streuen, wie das etwa große Versicherungen machen. Anleihen aus Schwellenländern zum Beispiel können hier für eine Diversifizierung gut sein.

Schutz vor Blasen. Eine Folge der Staatsschuldenkrise sind auffällige Verschiebungen von Vermögenspreisen. Die Bundesbank warnt schon, hier könnten Preisblasen entstehen. Vor allem als sicher geltende Anlageformen sind teurer geworden, weil viele Anleger sie - auch aus Angst um den Euro - suchen. Das gilt für leicht handelbare Immobilien, aber beispielsweise auch für deutsche Staatsanleihen. Beide Anlagen sind sehr gefragt, Anleger sollten aber zumindest gewahr sein, dass hier Preisblasen entstanden sein und Preisstürze erfolgen könnten.

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