Home
http://www.faz.net/-gv6-74qsy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Staatsschuldenkrise Der beste Schutz vor den Folgen der Krise

Inflation, höhere Steuern, einmalige Abgaben, Staatsbankrott, Blasen: Die Gefahren in Zeiten der Staatsschuldenkrise sind vielfältig. FAZ.NET erklärt, wie man sich am besten schützt.

© dpa Die Gefahren in Zeiten der Schuldenkrise in Europa sind vielfältig

Schutz vor Inflation. Je nachdem, wie der Verteilungskonflikt um die Krisenlasten ausgeht, können unterschiedliche Strategien richtig sein. Besonders große Sorgen machen Anleger sich um das Thema Inflation. Bislang ist die Teuerung in Deutschland allerdings noch relativ niedrig. Nach Ansicht der meisten Ökonomen könnte sich das frühestens ändern, wenn die Konjunktur sich bessert und die Wirtschaft wieder wächst. Wer sich für diese Phase vor höherer Inflation schützen möchte, kann auf Aktien, Immobilien und Gold setzen. Allerdings: Gold und Immobilien sind bereits relativ teuer. Aktien können bei sehr extremer Inflation auch leiden; in den Bandbreiten von Inflationsraten, über die im Augenblick diskutiert wird, spielt das allerdings keine Rolle.

Christian Siedenbiedel Folgen:

Schutz vor höheren Steuern. Solange man nicht weiß, welche Steuern der Staat erhöhen wird, um die Lasten der Staatsschuldenkrise zu überwälzen, sind Vorsichtsmaßnahmen ausgesprochen schwierig. Sollte die Einkommensteuer angehoben werden, gibt es möglicherweise Gestaltungsspielraum, die individuelle Steuer zu senken. Einer Anhebung der Mehrwertsteuer entkommt man eigentlich nur, wenn man das Land wechselt. Wer sehr viel Geld verdient, kann natürlich erwägen, seinen Wohnsitz in ein Land außerhalb der Eurozone zu verlegen - etwa in die Schweiz-, um sich den befürchteten Steuererhöhungen zu entziehen.

Schutz vor einmaligen Abgaben. Ein Haken bei der Vermögensanlage in Immobilien könnte sein, dass in extremen Krisenzeiten die Staaten bisweilen dazu neigen, einmalige Abgaben auf Vermögen zu erheben. Immobilien eignen sich für eine solche Besteuerung gut, weil sie von den Finanzbehörden vergleichsweise leicht zu erfassen und von den Steuerpflichtigen kaum außer Reichweite zu bringen sind. Bewegliches Vermögen ist deshalb für solche Abgaben zumindest etwas schwieriger heranzuziehen. Was kann man daraus folgern? Zumindest die Immobilie als Anlageform nicht für vollkommen ungefährdet zu halten und nicht einseitig auf Immobilien zu setzen.

Schutz vor Staatsbankrott. Dass Deutschland auch zahlungsunfähig wird, erscheint aus heutiger Sicht relativ unwahrscheinlich. Anleger aus aller Welt suchen deutsche Staatsanleihen vielmehr sogar als sichere Anlage. Wer trotzdem Schlimmstes für ganz Europa befürchtet, kann seine Anlagen weltweit streuen, wie das etwa große Versicherungen machen. Anleihen aus Schwellenländern zum Beispiel können hier für eine Diversifizierung gut sein.

Schutz vor Blasen. Eine Folge der Staatsschuldenkrise sind auffällige Verschiebungen von Vermögenspreisen. Die Bundesbank warnt schon, hier könnten Preisblasen entstehen. Vor allem als sicher geltende Anlageformen sind teurer geworden, weil viele Anleger sie - auch aus Angst um den Euro - suchen. Das gilt für leicht handelbare Immobilien, aber beispielsweise auch für deutsche Staatsanleihen. Beide Anlagen sind sehr gefragt, Anleger sollten aber zumindest gewahr sein, dass hier Preisblasen entstanden sein und Preisstürze erfolgen könnten.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hans-Werner Sinn Der Grexit ist die Rettung

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn fordert, endlich offen den Konkurs der Griechen zu erklären. Deutschland habe genug gezahlt. Der Grexit sei für alle die bessere Lösung, sagt er im Interview. Mehr Von Christian Siedenbiedel

22.06.2015, 09:51 Uhr | Wirtschaft
Kinotrailer A Blast - Ausbruch

A Blast - Ausbruch, 2015. Regie: Syllas Tzoumerkas. Darsteller: Angeliki Papoulia, Basile Doganis. Verleih: Real Fiction. Kinostart: 16.04.2015 Mehr

16.04.2015, 10:59 Uhr | Feuilleton
Anlieger sollen zahlen Land prüft Abgabe für Nahverkehr

Investoren und Grundstückseigner könnten künftig an den Kosten für neue Bahn- und Buslinien beteiligt werden. Doch der Vorschlag der hessischen Regierung löst Kritik aus. Mehr Von Rainer Schulze

24.06.2015, 11:19 Uhr | Rhein-Main
Bauboom durch Niedrigzins Immobilien – Boom oder Blase?

Die Epoche des billigen Geldes hat gerade erst richtig begonnen. Besonders Deutschland steckt im Bauboom, an der Spitze steht Berlin. Experten sehen einen langen andauernden Immobilienboom voraus. Und schon warnen die ersten vor einer Blase. Mehr

01.06.2015, 12:53 Uhr | Wirtschaft
Die Vermögensfrage Grau wie grauenhaft?

Eigentum an Immobilien kann man auf verschiedene Art und Weise erreichen. Beim Privatanleger steht der Direkterwerb von Immobilieneigentum im Vordergrund. Mehr Von Rainer Juretzek

05.07.2015, 11:42 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.12.2012, 15:57 Uhr

Das Verbraucherthema Übernachtung mit Vollpension gesucht

In Hotels und Pensionen sind Hunde nicht immer gern gesehen. Wohin also mit dem Tier in der Urlaubszeit? Betreuung gibt es zwar, ist aber knapp und oft lange im Voraus ausgebucht. Mehr Von Petra Kirchhoff 0

Wertpapiersuche