09.08.2005 · Wer sich als Anleger für Aktien aus Vietnam interessiert, muß nicht nur einiges an Fachwissen aufbauen. Auch der Kauf von Einzelaktien ist noch mit vielen Hürden gespickt. Selbst die Fondsanlage hat noch gewisse Tücken.
Wer direkt vor Ort an der Börse in Saigon, oder Ho-Chi-Min-Stadt, wie
Saigon offiziell heißt, handeln will, der muß noch immer viele Klippen umschiffen. Verpflichtend ist beispielsweise die Registrierung bei einem Handelshaus, dem es erlaubt ist, von Ausländern gehaltene Wertpapiere zu verwalten. Diese Lizenz haben derzeit HSBC, die Deutsche Bank und die Standard Chartered Bank.
Nach der Registrierung wird dem Anleger ein Wertpapier-Transaktions-Code zugewiesen. Erst dann ist es möglich ein Konto bei den dreizehn lizensierten Brokern zu eröffnen, was rund 250 Dollar kostet.
Außerdem muß der Paß und die Geburtsurkunde notariell beglaubigt bei der Botschaft in Hanoi oder dem Konsulat in Ho Chi Min-Stadty vorgelegt werden. Eine physische Präsenz vor Ort zur Erfüllung aller dieser Vorgaben ist somit letztlich unabdingbar. Das Kapital muß mindestens ein Jahr lang investiert bleiben, Dividenden dürfen aber repatriiert werden.
Selbst der Fondskauf ist nicht unbeschwerlich
Für die meisten Privatanleger scheidet wegen der skizzierten Hürden ein Direktinvestment als Alternative aus. Aber auch ein Engagement über Fonds als sonst übliche Ausweichschiene ist nicht frei von Problemen. Erstens gibt es nicht einmal eine Handvoll reiner Vietnam-Fonds, zweitens sind diese Fonds nicht in Deutschland zum Vertrieb zugelassen, was steuerliche Nachteile mit sich bringt. Und drittens handelt es sich um geschlossene Fonds, die, wenn sie überhaupt an einer Börse notiert und gehandelt werden, einen Aufschlag gegenüber ihrem inneren Wert aufweisen.
Der größte (rund 140 Millionen Dollar) in Vietnam tätige Fonds ist der im Juli 1995 von Dragon Capital aufgelegte Vietnam Enterprise Investments Limited (VEIL) (ISIN: KYG9361H1092). Der Fonds ist auf den Cayman Islands zugelassen, in Dublin notiert und ist zu über 50 Prozent in börsennotierten Titeln investiert. Mit Anlagemöglichkeiten in Immobilien, Private Equity, Pre-IPO, Privatisierungen, OTC und kotierten Aktien, ausländischen Firmen mit Aktivität in Vietnam und selbst in Brady Bonds ist das Anlageuniversum sehr breit gefächert.
Die Managementgebühr beträgt zwei Prozent. Ab Wertsteigerungen von über acht Prozent im Jahr kommt zudem ein Erfolgshonorar von 20 Prozent hinzu. Aus dem Hause Dragon Capital stammt außerdem der im Oktober 2004 aufgelegte, 75 Millionen Dollar schwere Vietnam Growth Fund (ISIN: KYG9361F1037). Im Unterschied zum Veil darf dieser Fonds nur in bereits gelistete oder listbare Wertpapiere investieren.
Nur für risikobewußte und betuchtere Kunden
Zu den ebenfalls hierzulande bekannteren Produkten zählt der in London gelistete Vietnam Opportunity Fund Ltd. (ISIN: KYG9361G1010) von Vina Capital. Dieser Fonds konzentriert sich vor allem auf Privatisierungen und Spezialsituationen. Das Management besteht mehrheitlich aus Vietnamesen, die vor Ort sehr gut vernetzt sind und deshalb die besten Voraussetzungen besitzen, um bei der Privatisierung erfolgreich mitzumischen.
Nach einer jüngst durchgeführten Kapitalerhöhung hält dieser rund 95 Millionen Dollar große Fonds momentan aber rund 60 Prozent seiner Mittel in bar oder Bankeinlagen. Hier bleibt ähnlich wie beim Vietnam Growth Fund von Dragon Capital, abzuwarten, ob sich der sehr hohe Barmittelanteil als Segen oder als Fluch erweisen wird.
Ein Segen wird es dann sein, wenn bei der anstehenden Privatisierungswelle interessante Unternehmen gelistet werden und Vina Capital dabei zum Zuge kommt. Die Tatsache, daß das Management überwiegend aus Vietnamesen besteht, könnte über deren Kontakte die ein oder andere Türe öffnen. Als Fluch könnte sich die aktuelle Depotgewichtung dagegen dann entpuppen, wenn sich die Privatisierung verzögern und als Folge davon ein Mangel an attraktiven Investmentmöglichkeiten bestehen sollte.
Erwähnenswert ist zudem auch noch der erst unlängst aufgelegte, in Dublin gelistete und auf den Cayman Islands domizilierte PXP Vietnam Fund von PXP Vietnam Asset Management. Das Anlageuniversum konzentriert sich hier auf kotierte und OTC-gehandelte Standardwerte. Die Mindestanlagesumme von 100.000 Dollar macht deutlich, daß einige der Vietnam-Fonds sich nicht gerade an ganz normale Privatanleger wenden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |