31.05.2006 · Die Nachfrage nach regelmäßigem Sparen mit Sparplänen wächst vor allem unter Privatanlegern. Zertifikate machen Fonds zunehmend Konkurrenz, gelten sie doch als facettenreicher und vor allem günstiger. Allerdings sollten Anleger einiges beachten.
Regelmäßiges Sparen mit Sparplänen erfreut sich bei den Privatanlegern wachsender Beliebtheit - nicht zuletzt, da die Bedeutung der eigenen Altersvorsorge steigt. Hier zeigt sich im kleinen, was im Gesamtmarkt schon seit einiger Zeit zu beobachten ist: Zertifikate machen Fonds zunehmend Konkurrenz, gelten sie doch als facettenreicher und vor allem günstiger. Allerdings sollten Anleger besonders mit Blick auf die Langfristigkeit der Investments einiges beachten.
Ein Sparplan funktioniert wie folgt: Mit einem monatlichen Anlagebetrag von beispielsweise 100 Euro erwirbt der Anleger Bruchteile an Fonds oder Zertifikaten, die in sein Wertpapierdepot eingebucht werden. Die Bezahlung erfolgt automatisch per Dauerauftrag zu Lasten seines Kontos, es gibt Mindestsparraten. Neben Sparplänen auf aktiv betreute Fonds oder Aktien gibt es zunehmend auch Produkte auf börsengehandelte Indexfonds, die sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), und Zertifikate.
Deutliche Kostenunterschiede
Letztere zeichnen die Wertentwicklung von Aktienindizes, Aktien oder Rohstoffpreisen nach. Sparpläne auf Zertifikate finden Anleger unter anderem bei den Direktbanken Comdirect, Cortal Consors, DAB Bank, Max Blue (Deutsche Bank) und dem Broker der Sparkassenfinanzgruppe (S-Broker). Ob Fonds oder Zertifikate, das regelmäßige Sparen lohnt allein aus mathematischer Sicht auf jeden Fall. Durch den „Cost Average“-Effekt fallen die Kaufkurse verglichen mit der Einmalanlage, im Durchschnitt meist niedriger aus. Auch der Zinseszinseffekt ist vorteilhaft. Durch die häufigere Anlage sinkt überdies das Auswahlrisiko des richtigen Investmentzeitpunkts.
Da bei jedem Wertpapierkauf Kosten entstehen, finden Anleger die Sparpläne kaum bei der eigenen Hausbank, sondern vor allem bei den Direktbanken. Und selbst hier unterscheiden sich die Kosten - sei es für den Kauf oder die Depotverwaltung - teils deutlich. Erwirbt ein Anleger Fondsanteile, dann fallen grundsätzlich Ausgabeaufschläge anJe nach Fonds oder Anlagebetrag variieren diese Aufschläge bei den einzelnen Banken jedoch - teils entfallen sie, teils sind sie reduziert. Ein Vergleich lohnt daher. Die Kosten für den Kauf von ETFs sind indes meist mit den Zertifikategebühren identisch.
Stellschraube Anlagebetrag
Bei den Transaktionskosten fällt der Vergleich zwischen aktiv betreuten Fonds und Zertifikaten gemischt aus. Eine Stellschraube ist der Anlagebetrag. Ein Zertifikatesparplan in Höhe von 50 Euro bringt bei Comdirect Kosten in Höhe von 2,70 Euro mit sich. „Bei einem Fondssparplan mit derselben Sparrate und einem diskontierten Ausgabeaufschlag von 2,5 Prozent ergeben sich Transaktionskosten von 1,25 Euro“, rechnet Tim Seifert von Comdirect vor. In einen solchen Fall wandele sich die Vorteilhaftigkeit unter reiner Betrachtung der Transaktionskosten erst von einem Betrag von 119 Euro an.
Weitere Kostenfaktoren sprechen jedoch für die Zertifikate. Bei Fonds werden jährliche Verwaltungsgebühren erhoben, die besonders bei den aktiv betreuten Produkten zu Buche schlagen. Diese Kosten sind dann gerechtfertigt, wenn man dem Fondsmanager zutraut, den Index zu schlagen. So fallen zum Beispiel bei einem solchen Produkt auf deutsche Aktien im Durchschnitt 1,5 Prozent je Jahr an, bei einem Dax-ETF sind es nur 0,15 Prozent. Bei reinen Indexzertifikaten ergeben sich dagegen keine weiteren Gebühren. Allerdings sollten Anleger Kursindizes meiden, da Dividenden hier nicht enthalten sind. Bei anderen Zertifikateformen können jährliche Managementgebühren anfallen.
Clevere Sparpläne
Zu beachten gilt zudem: Da einige Banken unabhängig vom Ordervolumen feste Grundgebühren berechnen, sollten Anleger kleinere Sparbeträge besser bündeln und größere Zeiträume wählen und statt monatlich beispielsweise 50 Euro besser vierteljährlich 150 Euro sparen, raten Experten. Sie empfehlen überdies, die einzelnen Produkte sorgsam auszuwählen, da die Sparpläne theoretisch unbegrenzt laufen.
Und hierbei kommt auch noch ein weiterer Punkt ins Spiel: Zertifikate sind Schuldverschreibungen der emittierenden Bank. Daher ist deren Bonität bei der Produktauswahl wichtig. Fonds hingegen sind Sondervermögen. Die Anlegergelder sind deswegen auch dann sicher, falls die Gesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |