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Sparkassen-Zinsvergleich : Sparkassen in Bayern zahlen geringste Zinsen

Bild: dpa

Nur ganz im Norden Deutschlands müssen die Menschen noch öfter mit Mini-Zinsen leben als im Freistaat. Der erste deutsche Zinsvergleich unter Sparkassen zeigt auch große Unterschiede der Kreditzinsen bei Kontoüberziehung.

          Sparkasse und Sparen, das gehört zusammen wie Brotaufstrich und Brot. Das rote Markenzeichen der Sparkassen symbolisiert als „verfremdetes S mit Punkt“ eine Spardose, in die eine Münze fällt. Und auf dem Sparbuch der Sparkassen legen schon Grundschüler einen Teil des Taschengeldes für spätere Anschaffungen zurück.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gerne dürfen auch die Großeltern darauf einzahlen, etwa wenn das Schulzeugnis gut ausgefallen ist. Die Zinsen auf das Sparbuch waren selten üppig, aber so tief wie jetzt waren sie noch nie. Am schlechtesten dran sind Kunden der Sparkasse im niedersächsischen Walsrode und im bayerischen Rothenburg. Sie erhalten mit 0,001 und 0,005 Zins nur noch eine eher symbolische Verzinsung für Spareinlagen mit drei Monaten Kündigungsfrist. Dies geht aus Informationen wie dem Preisaushang im Internet hervor, die Leser von Sparkassen aus der ganzen Republik zusammen getragen haben.

          Demnach zahlt ein gutes Viertel aller 391 so untersuchten Sparkassen nur noch 0,01 Prozent Zins auf das Sparbuch. Dagegen bietet die Sparkasse Bochum von allen Sparkassen bundesweit mit 0,25 Prozent am meisten. Doch auch damit kommt man nicht weit. In 24 Jahren Anlagedauer erhöht sich ein Sparbetrag um weniger als 7 Prozent. Vor der Finanzkrise, als Zinsen von 3 Prozent noch üblich waren, verdoppelte sich ein Sparguthaben in 24 Jahren.

          Bild: F.A.Z.

          Auslöser der Sparermisere ist die Europäische Zentralbank. Sie drückt die Zinsen immer tiefer. Seit Dezember müssen Banken und Sparkassen auf Spareinlagen bei der Notenbank einen negativen Zins („Guthabengebühr“ oder besser „Strafzins“ genannt) von minus 0,3 Prozent entrichten. Damit gerät das Geschäftsmodell der Sparkassen ins Wanken. Denn sie müssten, um gut zu verdienen, wiederum von ihren Kunden auch negative Zinsen verlangen, wie es etwa die Commerzbank schon von Unternehmen tut. Doch die Sparkassen werden möglichst lange versuchen, negative Zinsen für ihre Kunden zu vermeiden, um ihr Image als gemeinwohlorientierte Kreditinstitute nicht zu gefährden. Damit schnurrt ihre Zinsmarge zusammen, ohne dass sie ihre Kunden tatsächlich zufrieden stellen dürften.

          Wie der erste bundesweite Zins-Vergleich unter Sparkassen zeigt, zahlen viele der kommunal getragenen Kreditinstitute für das Geld auf dem Sparbuch nur noch Mini-Zinsen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Recherchezentrum Correctiv hatten im November ihre Leser dazu aufgerufen, Daten der Sparkassen zu sammeln.

          477 Bürger haben sich zwischen November und Februar im Internet beteiligt. Als erstes Ergebnis lassen die von Lesern fotografierten Preisaushänge in Filialen sowie weitere Recherchen und Überprüfungen etwa im Internet nun einen Zinsvergleich von 390 der insgesamt 410 deutschen Sparkassen zu, wie er bisher für die Öffentlichkeit in dieser Tiefe nicht zur Verfügung stand.

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          Überproportional in dieser Gruppe schlecht zahlender Sparkassen sind Institute im strukturschwachen Schleswig-Holstein, aber auch im relativ reichen Bayern vertreten. Nur 0,01 Prozent Zins auf das Sparbuch zahlen 8 von 13 schleswig-holsteinischen und 28 von 71 bayerischen Sparkassen. Darunter sind nicht nur Sparkassen im vermeintlich von Konkurrenten kaum bedienten ländlichen Raum, sondern auch die Sparkassen in München und Nürnberg.

          Dagegen zahlen nach Bochum die vier Sparkassen im nordrhein-westfälischen Remscheid, in Hamburg, in Rhein-Haardt (Rheinland-Pfalz) und Erding-Dorfen (Bayern) mit 0,15 Prozent am besten. Auf der nachstehenden Landkarte lassen sich die Zinsen jeder der 410 deutschen Sparkassen abrufen – mit Ausnahme der 20 Sparkassen, die ihre Preislisten auch auf Nachfrage von Kunden oder Journalisten nicht preisgaben. Die Sparbuchzinsen finden sich unter Spareinlagen.

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