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Seychellen Zahlungsunfähig

28.10.2008 ·  Das schwächste Glied reißt zuerst: Die hoch verschuldeten Seychellen können seit September Auslandsschulden nicht mehr begleichen. Die Rating-Agentur S&P schätzt die Aussichten, Geld zurückzuerhalten, eher pessimistisch ein.

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Für Anleger, die die 2006 emittierte Anleihe der Seychellen erworben haben, ist es mittlerweile zu spät. Was im August nur eine dringende Befürchtung war, ist mittlerweile eingetreten: Die afrikanische Inselrepublik konnte am 3. Oktober die Zinszahlungen von 9,125 Prozent auf ihren bis 2011 laufenden Dollar-Bond nicht leisten.

Die Währungsreserven der Insel waren völlig erschöpft, nachdem die Importpreise für Öl und andere Rohstoffe exorbitante Höhen erreicht hatten und zugleich der Touristenstrom nachgelassen hatte. Schon im September hatte das Land eine privatplazierte Schuldverschreibung nicht bedienen können.

Das Land ist mit 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hoch verschuldet. Haupteinnahmequelle für Devisen sind Direktinvestitionen - Einkünfte aus dem Tourismus sind vor dem Zugriff der Zentralbank sicher und so kann das Geld wieder außer Landes fließen. Die Inflationsrate, jahrelang durch Preiskontrollen gedämpft, ist im Zuge von Liberalisierungsmaßnahmen wie der Freigabe der Sprit-, der Erhöhung der Strompreise, der Abschaffung der meisten Importpreiskontrollen im August bis auf 37,5 Prozent gestiegen.

Dies hat die Zentralbank veranlasst die Mindestreserveanforderungen zu erhöhen. Nichtsdestoweniger wird für das laufende Jahr ein Haushaltsdefizit von 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwartet, 2009 soll es sich auf 4 Prozent belaufen.

Die Analysten von Standard & Poor's, die das Rating der Anleihe Anfang des Monats auf „D“ senkten, haben nur begrenzte Hoffnungen, dass die Anleger ihr Geld in großem Umfang wieder sehen werden.

Ihr „Recovery Rating“ beläuft sich auf „4“, was einer erwarteten Tilgung von durchschnittlich 30 bis 50 Prozent entspricht. Aufgrund der niedrigen Währungsreserven sei der Spielraum der Regierung auch im Rahmen einer Restrukturierung der Schulden begrenzt, die Anleiheinhaber auszuzahlen. Kreditanalyst Luc Marchand erwartet, dass die Regierung um einen Schuldenerlass nachsuchen wird.

Der Kurs der Dollar-Anleihe, der schon im August von ursprünglich 96,5 bis auf 37,5 Prozent abgestürzt war, und sich im September kurz bevor die Zahlungen ausblieben, bis auf fast 75 Prozent erholt hatte, notiert derzeit bei 26 Prozent und rentiert -theoretisch - mit 91,38 Prozent.

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