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Schwundgeld : Geld, das mit der Zeit an Wert verliert

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Das Schwundgeld soll vor allem ausgegeben werden, wie der sogenannte „Chiemgauer“, die regionale Währung für das Chiemgau. Bild: Roeder, Jan

Geld soll man ausgeben und nicht horten, das war zumindest die Meinung von Geldtheoretiker Silvio Gesell. Deshalb verliert das sogenannte Schwundgeld mit der Zeit an Wert. Der „Chiemgauer“ ist das bekannteste Beispiel.

          Eine ganze Reihe von Kritikern unseres Geldsystems orientiert sich an dem unorthodoxen Geldtheoretiker Silvio Gesell (1862-1930). Seine Idee war, dass Geld im Zeitablauf an Wert verlieren müsste - damit die Menschen einen Anreiz haben, es auszugeben und nicht zu horten. Ein Beispiel, wo dieses Modell eingesetzt wird, ist der „Chiemgauer“. Er gilt als die erfolgreichste von mehr als 60 Regionalwährungen in Deutschland. Den Chiemgauer gibt es als Schein und als elektronisches Geld. Mit ihm kann bei rund 600 Unternehmen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein bezahlt werden. Der Umsatz im Jahr beträgt nach Angaben der Verantwortlichen umgerechnet mehr als vier Millionen Euro.

          Man kann Euro in Chiemgauer zum Kurs eins zu eins tauschen; ein Rücktausch ist nur für Unternehmen möglich, und auch die müssen eine Gebühr zahlen. Chiemgauer sind drei Monate gültig. Danach kann der Eigentümer die Gültigkeit verlängern, indem er eine Klebemarke in Höhe von zwei Prozent des Wertes erwirbt und aufklebt. Um rechtliche Probleme zu vermeiden (der Euro ist in Deutschland als gesetzliches Zahlungsmittel vorgeschrieben), werden alle Nutzer des Chiemgauers Mitglied in einem Verein.

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