28.02.2007 · Nach der vom chinesischen Markt ausgelösten scharfen Korrektur an den Aktienmärkten am Dienstag bemühten sich offizielle Stellen in China, die Märkte zu besänftigen. Die Regierung habe nicht vor, den Aktienmarkt abzuwürgen, hieß es.
Nach der vom chinesischen Markt ausgelösten scharfen Korrektur an den Aktienmärkten am Dienstag bemühten sich offizielle Stellen in China, die Märkte zu besänftigen. In chinesischen Medien wurden Regierungsstellen zitiert, die den am Dienstag kursierenden Gerüchten Einhalt geboten.
Sie betonten, die Regierung plane keine Kapitalertragsteuer auf Aktien. Die Oriental Morning Post gab an, möglicherweise dürften ausländische Investoren künftig sogar Aktien in Höhe eines Marktwertes von bis zu 10 Prozent des inländischen Aktienmarktes kaufen und nicht mehr nur bis in Höhe von 1 Prozent.
„Dies war eine normale Korrektur,“ die Regierung habe nicht vor, den Aktienmarkt abzuwürgen
Gerüchte, die Regierung wolle dem rasanten Kursanstieg am Inlandsmarkt Einhalt gebieten, hatten am Dienstag zu einer scharfen Korrektur am Aktienmarkt in Schanghai geführt, der sich in einer globalen Kettenreaktion fortsetzte. Während die Korrektur im Mai vergangenen Jahres von einer Überhitzung am Markt für Rohstoffe und entsprechenden Inflationsängsten ausgelöst worden war, führte nun die Turbulenz an einem Schwellenmarkt zu einem weltweiten Kurseinbruch. Nachdem der Shanghai Composite Index am Dienstag um 8,8 Prozent abgerutscht war, erholte sich der Index am Mittwoch jedoch wieder um 3,9 Prozent. Andere Märkte der Schwellenländer wie Hongkong, Singapur, Indien und die lateinamerikanischen Märkte gaben jedoch weiterhin nach. "Dies war eine normale Korrektur", sagte der in Schanghai ansässige Direktor der chinesischen Wertpapierkommission, Zhu Jian, am Mittwoch. Die Regierung habe nicht vor, den Aktienmarkt abzuwürgen.
Auslöser des Kurseinbruchs in China waren weitere Regierungsvorbereitungen, die Anlage von spekulativen Geldern am inländischen Aktienmarkt zu unterbinden. Chinesische Banken dürfen keine Darlehen vergeben, deren Mittel dann am Aktienmarkt angelegt werden sollen.
Uneinheitliche Bewertung der Konsequenzen
Institutionelle Anleger betonten nach dem Kurseinbruch, dass die Reaktion der Weltmärkte auf die chinesischen Ereignisse verständlich sei, da eine Korrektur erwartet worden sei. Wie viele Schwellenmärkte hatte auch der chinesische Aktienmarkt in der vergangenen Woche auf Rekordniveau geschlossen. Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt würden aber weder Chinas Konjunktur und schon gar nicht die Weltkonjunktur beeinflussen, sagten Investoren. "Diese Korrektur ist eher eine technische Reaktion und fundamental nicht unterlegt. In nächster Zeit könnte es an den Aktienmärkten der Schwellenländer noch etwas wackeln, aber wenn sich die Kursschwäche global fortsetzt, werden wir das sogar dazu nutzen, unsere Risikoengagements an den Aktienmärkten wieder zu erhöhen", hieß es bei F&C Asset Management.
Vorsichtiger äußert sich Morgan Stanley zum Wiedereinstieg in China: "Diese Korrektur ist noch nicht zu Ende, und es ist zu früh, den Tiefpunkt abzuschätzen." Der Markt sei immer noch mit einem Kursgewinn-Verhältnis von Faktor 36,4 in Bezug auf zu erwartende Gewinne in diesem Jahr bewertet. "Diese Fundamentaldaten bieten noch keine gute Bewertungsgrundlage", warnte Morgan Stanley. In Indien gab der Aktienmarkt nicht nur wegen der Korrektur nach, sondern auch aufgrund der in einer Haushaltsvorlage angekündigten Steigerung der Dividendenbesteuerung von 12,5 auf 15 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |