Home
http://www.faz.net/-gv6-6uz1e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Schuldenkrise Renditen für italienische Staatsanleihen auf Rekordwert

Trotz der Rücktrittsankündigung von Italiens Ministerpräsident Berlusconi verlieren die Staatsanleihen des Landes weiter an Wert. Die Renditen für die Schuldpapiere kletterten über die Marke von sieben Prozent.

© afp Vergrößern Nimmt auch nach seinem Rücktritt weiter Einfluss: Silvio Berlusconi

Trotz der Rücktrittsankündigung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi verlieren die Staatsanleihen des Landes weiter an Wert. Die Renditen für die italienischen Schuldpapiere erreichten am Mittwoch einen neuen Rekordwert: Investoren verlangten beim Kauf der Anleihen zwischenzeitlich 7,16 Prozent Rendite. Es war das erste Mal seit Einführung des Euros, dass dieser Wert sieben Prozent überschritt. Die hohen Renditen sorgten auch am Aktienmarkt für schlechte Stimmung, die Kurse gaben nach.

„Die Rücktrittsankündigung Berlusconis ist nicht von einem Zeitplan begleitet, es bleibt alles sehr unklar“, sagte Laurent Geromini von Swiss Life. Manoj Ladwa von Extcapital äußerte die Befürchtung, die hohen Renditen - die zu vergleichbar hohen Zinsen führen können, wenn Italien neue Staatsschulden aufnimmt - erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass Italien die anderen Euro-Länder um Hilfe bitten könnte. Berlusconi hatte am Dienstagabend angekündigt, sein Amt niederzulegen, sobald das Parlament in Rom seine Spar- und Reformpläne verabschiedet habe.

Versicherungsprämien steigen stark

Die Verschärfung der Lage hat auch mit einer Kombination aus Käuferstreik und erhöhten Margenanforderungen zu tun, hieß es. Zudem hatte die Rendite kurzfristiger Anleihen die Rendite langfristiger erreicht. Diese drohende „Inversion“ der Zinskurve hatte auch schon im Falle  Portugals zu Notverkäufen geführt.

Die Anhebung der Margenanforderungen für italienische Anleihen durch das Clearinghaus LCH Clearnet wird im Handel als weiterer Auslöser für die Verkäufe genannt. Wenn Anleger ihre Engagements mit höheren Sicherheiten unterlegen müssen, führt dies nahezu zwangsweise zu einer Verringerung ihrer Position über Verkäufe. Die Margenanforderungen stiegen nun auf 11,65 Prozent nach zuvor 6,65 Prozent.

Mehr zum Thema

Einen Tag nach der Rücktrittsankündigung von Regierungschef Berlusconi stiegen auch die Versicherungskosten gegen einen Ausfall italienischer Staatsanleihen auf einen Rekordwert. Die Versicherungsprämie für fünfjährige Staatstitel kletterte am Mittwochmittag auf bis zu 536 Basispunkte. Das bedeutet, dass eine Versicherung für eine fünfjährige Staatsanleihe mit einem Nennwert von einer Million Euro derzeit 53.6000 Euro kostet.

Kreditausfallversicherungen oder Credit Default Swaps (CDS) sind nicht nur ein Instrument zur Absicherung von Zahlungsausfällen. Sie können auch gehandelt werden, ohne eine Forderung damit  abzusichern. Dann spricht man von sogenannten „ungedeckten CDS“, die überwiegend als Spekulationsobjekt gelten. Der Handel mit Kreditausfallversicherungen ist weitgehend unreguliert.

Quelle: FAZ.net

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker FFK-Anleger könnten mehr als 30 Prozent bekommen

Die Rating-Agentur Scope stuft die Deutsche Forfait auf „CCC“ ab. Gebr. Sanders stockt seine Anleihe auf. Creditreform stuft VST auf „B-“ ab. Mehr

22.07.2014, 08:24 Uhr | Finanzen
Nach neuen Sanktionen Russischer Aktienmarkt rutscht ab

An den Märkten bekommt Moskau die Auswirkungen der Ukraine-Krise deutlich zu spüren. Amerikaner und Europäer drehen wieder die Sanktionsschrauben an. Mehr

17.07.2014, 11:54 Uhr | Finanzen
Aktienmarkt Kursverluste an der Wall Street

Die amerikanischen Aktienmärkte gaben am Montag leicht nach. Die geopolitischen Risiken scheinen Händler aber zu ignorieren. Mehr

22.07.2014, 06:48 Uhr | Wirtschaft

Mehr Geld Erste Zahlungen für Mütterrente ab Mitte August

Wer seine Kinder vor 1992 geboren hat, kann sich schon in ein paar Wochen über eine höhere Rente freuen. Die sogenannte Mütterrente bringt den Frauen etwa 29 Euro mehr pro Kind. Mehr 4

Wertpapiersuche